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Der Lokaltermin : Pelé und Feijoada

Fast wie im „Campo Bahia“: Das „Brasileiríssimo“ im Westend Bild: Patricia Kühfuss

Lange war Frankfurt ohne Restaurant mit brasilianischer Küche: Das „Brasileiríssimo“ im Westend bietet seit ein paar Monaten landestypisches Essen. Sehr authentisch. Der Lokaltermin.

          Man hat es nicht leicht als Brasilianer oder Fan der brasilianischen Küche in Frankfurt. Ein gutes Restaurant mit landestypischen Gerichten suchte man bisher vergeblich. Und ein Portugiese ist auf Dauer kein Ersatz, denn die einstige portugiesische Kolonie hat ganz eigene, von den Nachfahren afrikanischer Sklaven beeinflusste kulinarische Traditionen. Wer gut brasilianisch essen wollte, musste bisher selbst kochen und sich die Zutaten mühsam zusammensuchen, in gut sortierten Supermärkten, beim Asiaten, in der Kleinmarkthalle oder bei einem der wenigen Spezialgeschäfte wie „Ponto Brasil & Latino“ an der Töngesgasse. Doch seit es das „Brasileiríssimo“ an der Arndtstraße gibt, hat die Not ein Ende.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Name des Lokals von Edinalva Cintra-Mueller und Laudstone Antonio De Sá Rocha feiert Brasilien mit einem Superlativ, der so höchstens in der Umgangssprache existiert. Er passt aber auf das liebevoll gestaltete „Restaurante“. Jedes noch so kleine Detail ist importiert, der hölzerne Papagei aus Manaus, die Skulptur einer Bahianerin aus Salvador, die Christusstatue aus Rio. Selbst auf der Toilette grüßen Pelé und ein Trikot der Seleção an der mit grünem Kunstrasen geschmückten Wand. Laut und fröhlich geht es im „Brasileiríssimo“ zu, denn stets sitzen etliche Landsleute auf den Stühlen und an den Tischen, die aussehen, als seien sie selbst zusammengezimmert.

          Dazu mindestens eine Caipirinha

          Edinalva Cintra-Mueller ist gelernte Köchin und aus Jundiaí bei São Paulo, Laudstone Antonio De Sá Rocha stammt aus der Goldstadt Ouro Preto im Bundesstaat Minas Gerais. Sie legen Wert darauf, dass alle Speisen und Getränke so authentisch wie möglich sind. Und das gelingt ihnen fast perfekt. Kaum irgendwo sonst außerhalb Brasiliens bekommt man wohl eine so gute „Picanha grelhada“ (24,90 Euro). Dabei handelt es sich um ein Hüftstück vom Rind, bei dem die Fettschicht am Muskelfleisch belassen wird, anders als beim bayerisch-österreichischen Tafelspitz. Das gibt dem „Lieblingsfleisch der Brasilianer“ erst seine besondere Saftigkeit. Dazu wird Reis, frittierte Banane und eine Vinaigrette serviert, die aus kleingehackten Tomaten, Zwiebeln, Koriander, Essig und Öl besteht. Natürlich steht auch „Feijoada“ (17 Euro) immer wieder auf der wöchentlich wechselnden Karte: Der Eintopf von schwarzen Bohnen gilt genauso wie der Fischeintopf mit Kokosmilch „Moqueca de peixe e pirão“ (22,90 Euro) fast schon als Nationalgericht.

          Und so geht es weiter, von „Pão de queijo“ (Käsebrötchen, 6,90 Euro) über „Lula grelhada“ (gegrillter Tintenfisch, 19,90 Euro) bis zur „Creme de Papaya“ mit Cassis-Likör (8,50 Euro). Dazu trinkt ein Brasilianer natürlich mindestens eine Caipirinha (7,50 Euro) und ein Bier (Skol oder Brahma für 3,50 Euro). Aber ausgerechnet mit dem brasilianischen „Cerveja“ gibt es die größten Nachschubschwierigkeiten. So muss man doch ein Sagres (2,50 Euro) trinken - ein portugiesisches Bier.

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