http://www.faz.net/-gzg-747zk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 08.11.2012, 12:25 Uhr

Bestattungsriten Hessens Muslime für Abschaffung der Sargpflicht

Die Sargpflicht abzuschaffen - diese bitte haben der Zentralrat der Muslime und Islamische Religionsgemeinschaft Hessen im Landtag vorgetragen. Vertreter der großen christlichen Kirchen machten keine Einwände geltend.

© dpa Muslim-Organisationen werben für die Abschaffung der Sargpflicht - Kommunen und Koalition im hessischen Landtag lehnen dies aber ab

Die in Hessen lebenden Muslime haben für die Abschaffung der Sargpflicht bei Beerdigungen geworben. „Heimat ist da, wo man leben und auch sterben darf“, sagte Hamza Wördemann vom Zentralrat der Muslime Deutschland bei einer Anhörung im Wiesbadener Landtag. Er befürwortete damit eine entsprechende SPD-Initiative. Bestattungen in weißen Tüchern, wie es im Islam üblich sei, werde die Identifikation der Einwanderer mit Deutschland verstärken.

Die junge Generation wolle sich im Todesfall nicht mehr in ihre Herkunftsländer überführen lassen. Derzeit werden rund 90 Prozent der Muslime in der alten Heimat beerdigt.

„Muslime und Islam gehören zu Hessen“

Die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) forderte Rechtssicherheit für die muslimische Tradition im Bundesland: In vielen europäischen Ländern und auch in anderen Bundesländern sei eine Bestattung ohne Sarg inzwischen selbstverständlich, sagte IRH-Vorsitzender Ramazan Kuruyüz. „Muslime und der Islam gehören zu Hessen.“

Mehr zum Thema

Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen sagten, dass theologisch nichts gegen die Abschaffung der Sargpflicht spreche. Allerdings seien nach der jetzigen Rechtslage auch Ausnahmen möglich. Eindeutige Ablehnung kam von den Spitzenverbänden der Kommunen, die bei sarglosen Beerdigungen mehr Verwaltungsaufwand befürchten.

Die Regierungsfraktionen CDU und FDP haben bereits ihre Ablehnung des SPD-Gesetzentwurfs angekündigt.

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Islamunterricht Religiöse Grundversorgung im Klassenzimmer

Nordrhein-Westfallen will mit dem Islamunterricht jungen Muslimen eine Alternative zu Predigern in Hinterhof-Moscheen bieten. Um nicht von einzelnen Gruppen wie Ditib abhängig zu sein, hat Nordrhein-Westfalen einen Beirat eingesetzt – und erntet Lob. Mehr Von Reiner Burger, Düsseldorf

29.08.2016, 09:54 Uhr | Politik
Angriff in Syrien Sprecher des Islamischen Staats Adnani getötet

Wie die dem Islamischen Staat nahe stehende Nachrichtenagentur Amak meldet, ist Abu Muhammed Adnani tot. Der Propaganda-Chef des IS sei in der syrischen Provinz Aleppo getötet worden. Das amerikanische Verteidigungsministerium bestätigte einen Luftschlag, der Adnani gegolten habe, auf die syrische Stadt al-Bab. Mehr

31.08.2016, 20:57 Uhr | Politik
Integration Was wir von Einwanderern verlangen können

Trotz der Herkulesaufgabe der Integration der Flüchtlinge steht der Staat dem radikalen Islam bisher planlos gegenüber. Es wird Zeit aus den Fehlern zu lernen. Ein Gastbeitrag von Ahmad Mansour und Cem Özdemir. Mehr

28.08.2016, 09:02 Uhr | Politik
Thabet Azzawi Ein Flüchtling macht Musikkarriere

Er floh vor den Terroristen des Islamischen Staats und landete auf dem neuen Album des weltberühmten Rockstars Sting. Die wundersame Geschichte des syrischen Flüchtlings Thabet Azzawi. Mehr

28.08.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Reformation des Islam Mohammed war ein Mann der Politik und des Schwerts

Mekka gegen Medina: Der Islam braucht eine Reformation, die seine fatalen politischen Ausprägungen unterbindet. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Abdel-Hakim Ourghi

27.08.2016, 19:12 Uhr | Feuilleton

Nur das Nötigste

Von Ralf Euler

Hessen hinkt bei der Sanierung seiner Straßen hinterher. Tarek Al-Wazir will den Etat für die Sanierung um 7 Millionen Euro im Jahr aufstocken. Das ist zu wenig. Mehr 1

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen