Home
http://www.faz.net/-gzg-747zk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Bestattungsriten Hessens Muslime für Abschaffung der Sargpflicht

Die Sargpflicht abzuschaffen - diese bitte haben der Zentralrat der Muslime und Islamische Religionsgemeinschaft Hessen im Landtag vorgetragen. Vertreter der großen christlichen Kirchen machten keine Einwände geltend.

© dpa Vergrößern Muslim-Organisationen werben für die Abschaffung der Sargpflicht - Kommunen und Koalition im hessischen Landtag lehnen dies aber ab

Die in Hessen lebenden Muslime haben für die Abschaffung der Sargpflicht bei Beerdigungen geworben. „Heimat ist da, wo man leben und auch sterben darf“, sagte Hamza Wördemann vom Zentralrat der Muslime Deutschland bei einer Anhörung im Wiesbadener Landtag. Er befürwortete damit eine entsprechende SPD-Initiative. Bestattungen in weißen Tüchern, wie es im Islam üblich sei, werde die Identifikation der Einwanderer mit Deutschland verstärken.

Die junge Generation wolle sich im Todesfall nicht mehr in ihre Herkunftsländer überführen lassen. Derzeit werden rund 90 Prozent der Muslime in der alten Heimat beerdigt.

„Muslime und Islam gehören zu Hessen“

Die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) forderte Rechtssicherheit für die muslimische Tradition im Bundesland: In vielen europäischen Ländern und auch in anderen Bundesländern sei eine Bestattung ohne Sarg inzwischen selbstverständlich, sagte IRH-Vorsitzender Ramazan Kuruyüz. „Muslime und der Islam gehören zu Hessen.“

Mehr zum Thema

Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen sagten, dass theologisch nichts gegen die Abschaffung der Sargpflicht spreche. Allerdings seien nach der jetzigen Rechtslage auch Ausnahmen möglich. Eindeutige Ablehnung kam von den Spitzenverbänden der Kommunen, die bei sarglosen Beerdigungen mehr Verwaltungsaufwand befürchten.

Die Regierungsfraktionen CDU und FDP haben bereits ihre Ablehnung des SPD-Gesetzentwurfs angekündigt.

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Heinrich Bedford-Strohm Wir haben keinen Grund für Hochmut

2017 steht der evangelischen Kirche das Reformationsgedenken ins Haus. Im Gespräch: der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm über den Papst, Pegida und Politik. Mehr

16.12.2014, 15:37 Uhr | Politik
Dutzende Tote bei Einsturz eines Kirchen-Gebäudes in Nigeria

Eine Überwachungskamera hat aufgezeichnet, wie das mehrstöckige Haus in sich zusammenfiel. Mehr

17.09.2014, 20:06 Uhr | Aktuell
Pegida-Demonstrationen Die neue Wut aus dem Osten

Die Bewegung nennt sich Pegida - und wehrt sich gegen die Islamisierung des Abendlandes. Jede Woche demonstrieren Tausende. Und es werden jedes Mal mehr. Mehr Von Stefan Locke

07.12.2014, 18:22 Uhr | Politik
Fastfood in der Kirche Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Burgers

Die Kirche verliert auch in den Vereinigten Staaten Gottesdienstbesucher und Kirchensteuerzahler. Ein Berater glaubt zu wissen, wie sich die Entwicklung aufhalten lässt: Er will Fastfood-Filialen in Kirchen eröffnen. Hier ist das dazugehörige Werbevideo. Mehr

02.12.2014, 16:29 Uhr | Gesellschaft
Dresden 9000 protestieren gegen 10.000 Pegida-Demonstranten

Fast 20.000 Menschen sind am Montagabend in Dresden auf die Straße gegangen. Die einen, um weniger Zuzug von Ausländern zu fordern. Die anderen als Zeichen gegen Intoleranz. Die Stadt scheint gespalten. Mehr

08.12.2014, 20:59 Uhr | Aktuell
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.11.2012, 12:25 Uhr

Keine Brandmauer

Von Helmut Schwan

Die Stadt Frankfurt kann verdeckte Bordelle in Wohngebieten untersagen. Das bestätigt das Bundesverwaltungsgericht. Eine Brandmauer zwischen den Stadtvierteln wird es deshalb nicht geben - aus einem einfachen Grund. Mehr