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Benefizabend in der Alten Oper Wer gut verdient, kann auch Gutes tun

 ·  Bei einem Benefizabend in der Alten Oper ist von gesellschaftlicher Verantwortung nicht nur geredet worden. Es kamen auch gleich 92.000 Euro für die Spendenaktion dieser Zeitung zusammen.

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Kann man bei einer Veranstaltung, die zum zweiten Mal stattfindet, schon von einer Tradition sprechen? Ein bisschen vielleicht. Wie bereits 2007 hatte der Frankfurter Banker Peter Haid für Dienstagabend in das Restaurant Opéra in der Alten Oper geladen, und auch wenn es das erst einmal gegeben hatte, schien vielen der 90Gäste das Procedere schon vertraut. Ein gutes Essen, ein ranghoher Gastredner, die Vorstellung der Spendenprojekte. Hatte vor vier Jahren Friedrich Merz die Rede gehalten, so war es diesmal Josef Ackermann. Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmern und Managern war sein Thema; der Deutsche-Bank-Chef lotete aus, wie sich unternehmerische Ziele und gesellschaftliches Engagement in Einklang bringen lassen. „Nur eine zugleich leistungs- und wertorientierte Unternehmensführung vermag nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten“, sagte Ackermann. „Unternehmen, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden wollen, müssen ihre ökonomischen Ziele nicht nur nach Recht und Gesetz, sondern auf ethisch und moralisch einwandfreie Art und Weise erreichen.“

Es sind Stellungnahmen, wie sie zur Zeit immer wieder von Ackermann zu hören sind. Längst hat er auch zugesagt, bestimmte Produkte des eigenen Hauses, mit denen auf künftige Preise von landwirtschaftlichen Produkten spekuliert wird, daraufhin zu überprüfen, ob sie solchen Ansprüchen gerecht werden oder tatsächlich, wie Kritiker behaupten, zum Hunger in der Welt beitragen. Generell aber verteidigte der Vorstandsvorsitzende das Investmentbanking. Er sei davon überzeugt, dass die meisten Produkte dieses Geschäftszweigs großen Nutzen stifteten. „Wir wissen aber natürlich auch, dass sich das nicht für jedes Finanzprodukt sagen lässt, das in den Jahren vor der Krise auf den Markt gekommen ist.“

Geld für zwei Projekte

Während Ackermann dies als Beispiel für den natürlichen Ausleseprozess in einer Marktwirtschaft betrachtet, sehen andere ein grundsätzliches Versagen der Banken. Man nehme solche Vorwürfe sehr ernst, sagte der Bankchef dazu, schon deshalb, weil eine solche Kritik unmittelbar geschäftsrelevant sei. Wer allerdings die Zerschlagung der Banken fordere oder gar ihre Verstaatlichung, der schieße übers Ziel hinaus. Ackermann verwies auf eine Umfrage, wonach es 79Prozent der Deutschen für richtig halten, wenn die Deutsche Bank weiter auf Staatsgeld verzichtet.

Von gesellschaftlicher Verantwortung war an diesem Abend jedoch nicht bloß die Rede. F.A.Z-Herausgeber Werner D’Inka konnte von Peter Haid einen Scheck über 92.000 Euro für die Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ entgegennehmen - Geld, das die Gäste der Veranstaltung gespendet hatten. Die eine Hälfte der Summe kommt Krebskranken in Äthiopien zugute, die andere dient dazu, dass im Rhein-Main-Gebiet der Missbrauch von Kindern schneller erkannt wird - in einer Medizinischen Kinderschutzambulanz des Universitätsklinikums Frankfurt. Elke Jäger, Chefärztin der Onkologie am Nordwestkrankenhaus, die sich um die Krebsbehandlungen in Addis Abeba kümmert, und Matthias Kieslich, Leiter der Kinderschutzambulanz, berichteten über ihre Arbeit und ihre Erfolge.

Peter Haid gehört dem Vorstand der BWBank in Stuttgart an, lebt aber in Frankfurt, wo er bis vor einigen Jahren bei Hauck&Aufhäuser arbeitete. Er freute sich über den beachtlichen Zuspruch, mit 90Gästen sei das Restaurant ausgebucht. Möglich war der Abend, bei dem die Spenden der Gäste ohne Abzug den Hilfsprojekten zufließen, nur dank großzügiger Sponsoren, darunter der Porsche AG und der Uhrenmanufaktur Lange&Söhne. Mit 92.000 Euro hat der Abend einen der größten Spendenbeträge überhaupt in der schon mehr als ein Jahrzehnt währenden Geschichte der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ erbracht, womit der Grundstein für einen Erfolg auch in diesem Jahr gelegt ist - nur der Grundstein wohlgemerkt, denn es ist noch weitaus mehr Geld nötig, um die Ziele in Äthiopien und Frankfurt zu verwirklichen.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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