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Mainzer Innenstadt : Baugruben als Geduldsproben

Bild: F.A.Z.-Karte

In Mainz wird daran gearbeitet, dass die Bau- und Staustellen weniger werden. In der Bahnhof- und der Schillerstraße ist man auf gutem Weg. Für 2018 wird die Große Langgasse ins Auge gefasst.

          Ob der Tag der Deutschen Einheit, der am 2. und 3. Oktober in Mainz groß gefeiert werden soll oder aber der Beginn der „Fünften Jahreszeit“, den am 11. November erfahrungsgemäß Tausende Narren am Fastnachtsbrunnen zum Schunkeln nutzen: Tage wie diese, die im Kalender der Stadt fest verankert sind, haben günstigstenfalls eine beschleunigende Wirkung, wenn es darum geht, Großbaustellen termingerecht zum Abschluss zu bringen. So wie in der Bahnhofstraße, die sich nach sieben Monaten währender Umgestaltung nun pünktlich zum zweitägigen Bürgerfest, zu dem bis zu einer halben Million Besucher erwartet werden, erstmals als acht Meter breiter Boulevard präsentieren soll. Was aller Voraussicht nach klappen dürfte, wenngleich später im Oktober auf dem ebenfalls neu zu pflasternden Münsterplatz noch Restarbeiten zu erledigen sein werden, wie Projektleiter Matthias Weitzel in einem Pressegespräch sagte. Bei der Zusammenkunft in der Zitadelle ging es nicht nur um bestehende, sondern auch um weitere, bis zum Jahresende noch geplante Baugruben im Zentrum von Mainz.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

          Nach einem „schwierigen Sommer“, in dem sich scheinbar überall in der Stadt gewaltige Löcher auftaten, dürfte sich die Lage im Herbst merklich entspannen, so die von der Verkehrsdezernentin, Katrin Eder (Die Grünen), ausgesandte Botschaft. Dabei sei es in der Regel ja nicht die Politik, die sich diese oder jene Baustelle wünsche. Es gehe vielmehr um Kanalarbeiten, die Verlegung von Strom-, Gas- und Wasserleitungen oder wie auf der Schillerstraße um den Austausch von Straßenbahngleisen: also um Eingriffe in den Straßenraum, von dem die jeweiligen Nutzer und Kunden profitierten; und für die verschiedene Unternehmen wie Stadtwerke, Wirtschaftsbetrieb und Verkehrsgesellschaft verantwortlich seien. Gleichwohl musste sich die Dezernentin in den vergangenen Monaten, als die Bau- und Staustellen in der Innenstadt immer mehr wurden, unter anderem von der Rathaus-CDU den Vorwurf gefallen lassen, mit der Koordination der Projekte überfordert zu sein. Nicht zuletzt deshalb wird neuerdings etwa alle drei Monate über den jeweils aktuellen Stand der Dinge informiert.

          „Autofeindliche grüne Verkehrspolitik“

          Die Schillerstraße muss noch einmal, voraussichtlich vom 9. bis zum 15. Oktober, komplett gesperrt werden, um in den Herbstferien noch einige Schienen auszutauschen, kündigte der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft, Jochen Erlhof, an. Zum Schul- und Uni-Start sollen die Straßenbahnen aber wieder fahren, auch wenn die Bauarbeiten selbst wohl bis zum 10. November dauern dürften. Um die 35 Jahre alten und „völlig abgefahrenen Gleise“ zwischen Schiller- und Münsterplatz zu ersetzen, werde Erlhof zufolge eine Million Euro investiert. Und anders als bei den vorausgegangenen Eingriffen sei der Bauzeitplan diesmal auch mit den betroffenen Geschäftsleuten an der Strecke genau abgesprochen worden.

          Nervig könnte es für Verkehrsteilnehmer demnächst direkt vor dem Haupteingang der Universität werden, weil auf der über die Saarstraße führenden Brücke zwischen dem 4. und 11. Oktober die Asphaltdecke der Albert-Schweitzer-Straße erneuert werden soll. Ohnehin seien Baustellen, wie derzeit der Trigon-Komplex an der Binger Straße, nicht nur für Autofahrer ein Ärgernis; sondern meist ebenso für Fahrradfahrer, Fußgänger und gelegentlich sogar für Bus- und Bahnkunden, sagte Eder, der Kritiker eine „autofeindliche grüne Verkehrspolitik“ vorwerfen.

          Während die für Herbst angekündigten Baustellen – so zum Beispiel für Arbeiten am Fernwärmenetz rund um Große Bleiche und Umbach sowie an der Freiligrathstraße in der Oberstadt – jeweils nur von kurzer Dauer sein dürften, steht den Mainzern und ihren Gästen im nächsten Jahr schon die nächste Großbaustelle bevor: Die geplante Umgestaltung der Großen Langgasse, für die bereits erste Vorbereitungen getroffen wurden, wird für Anwohner, Autofahrer und alle anderen mit Sicherheit abermals eine harte Geduldsprobe sein.

          Quelle: F.A.Z.

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