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Süwag steigt aus Projekt aus : Bau von Windrädern nahe Neu-Anspach ungewiss

Umstritten: Fünf Windräder sind in der Gemarkung von Neu-Anspach im Hochtaunus geplant - ob sie auch gebaut werden, ist offen Bild: dpa

Die bei Neu-Anspach geplanten Windkraftanlagen werden möglicherweise nicht gebaut. Die Süwag steigt überraschend aus dem Projekt aus. Juwi will aber an dem Standort weiter festhalten.

          Die fünf im Wald bei Neu-Anspach geplanten Windkraftanlagen werden möglicherweise nicht gebaut. Überraschend hat die Süwag Energie AG erklärt, aus dem mit der Juwi Erneuerbare-Energie-Projekte GmbH betriebenen Vorhaben auszusteigen. Weil deshalb die gemeinsame Bietergemeinschaft nicht mehr besteht, war für den Neu-Anspacher Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) klar: „Das hat sich erledigt.“ Juwi hingegen hält an dem Projekt fest. Nahezu alle Träger öffentlicher Belange hätten im Genehmigungsverfahren die grundsätzliche Eignung des Standorts bestätigt, und die Windmessungen versprächen einen wirtschaftlichen Betrieb.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Süwag nennt in ihrer Mitteilung die Bürgerbedenken und die Sorgen der Kommune wegen möglicher Schadenersatzforderungen als Grund für ihre Entscheidung. Zudem seien die wirtschaftlichen Bedenken gewachsen. „Die Energiewende findet nur mit den Bürgern statt, nicht gegen sie“, wird der Vorstandsvorsitzende Knut Zschiedrich zitiert. Die Unterschriftensammlung und die vielfältigen Protestaktionen hätten ein „prägendes, ablehnendes Meinungsbild gegen den Windpark“ ergeben.

          Partner und Bürgermeister überrascht

          Zschiedrich führt auch die Rücksicht auf den kommunalen Partner an. Bürgermeister Hoffmann hatte davor gewarnt, die Stadt müsse mit Schadenersatzforderungen des Konsortiums rechen, wenn sie erst den Gestattungsvertrag abschließe und dann das Projekt verhindere. Die Stadtverordneten hatten zuletzt die Entscheidung über das erforderliche Einvernehmen der Stadt vertagt. Die Süwag verhindert mit ihrem gestrigen Ausstieg, möglicherweise als Kläger gegen die Kommune auftreten zu müssen. Ein weiterer Grund für den Schritt ist die verschobene Rodung der nötigen Waldflächen. Die Genehmigung dafür hätte bis März vorliegen müssen, um die Anlagen noch in diesem Jahr fertigstellen zu können. Ihr Betrieb falle damit auf jeden Fall in die bevorstehende Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, so Zschiedrich. Aussagen über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien damit „nur spekulativ möglich“. Diese Unsicherheit stehe in keinem Verhältnis zu den Investitionen.

          Die Süwag hat mit ihrer Entscheidung gestern sowohl den Projektpartner Juwi als auch Bürgermeister Hoffmann überrascht. Er könne den Schritt des in der Region engagierten Energieanbieters nachvollziehen, sagte Hoffmann, der aber auch seine Enttäuschung nicht verbarg. „Gegen emotionalen Protest ist aber nichts zu machen“, sagte der Bürgermeister. Nicht weniger unerwartet kam die Nachricht für die Bürgerinitiative Naturpark ohne Windräder in Neu-Anspach (N.o.W.), die seit dem Herbst gegen das Projekt vorgeht. Sprecher Ralph Bibo sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. „Aber wir müssen das erst noch prüfen.“ Auch die Initiative für ein Bürgerbegehren „Pro Naturpark Neu-Anspach“, das sich ebenfalls gegen die Windräder richtet, will ihre Arbeit nicht einstellen. „Wir sammeln weiter“, so Sprecherin Julia Moses. Schon am ersten Wochenende hatten sich 1200 Bürger in die Unterschriftenlisten der Initiatoren eingetragen, mehr als für das Quorum erforderlich.

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