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Basketball-Bundesliga Skyliners wähnen sich auf dem richtigen Weg

 ·  Die Frankfurt Skyliners haben einen ganz schwachen Auftakt in der Basketball-Bundesliga hinter sich. Nun aber gewinnen sie ihr fünftes Auswärtsspiel nacheinander.

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Aller guten Dinge sind drei. Das muss sich Johannes Herber gedacht haben, als der Frankfurter Basketballprofi in Würzburg zwei Sekunden vor Spielende abermals zu zwei Freiwürfen antrat. Weil der Nationalspieler der Skyliners im spannenden Endspurt mit seinen Würfen gleich viermal erfolglos gewesen war von der Freiwurflinie, stand zu befürchten, dass sein Selbstbewusstsein gelitten hatte. Doch ausgerechnet in diesem Moment behielt Herber die Nerven und schaffte am Sonntag die beiden wichtigen Punkte zum 56:51-Auswärtssieg der Hessen. Eigentlich ist das keine Besonderheit mehr, denn sie gewannen schon ihr fünftes Spiel in der Fremde nacheinander. Aber beim starken Aufsteiger konnte sich bisher nur der deutsche Meister Bamberg durchsetzen. "Hut ab vor der hervorragenden Mannschaftsleistung", sagte Sportdirektor Kamil Novak. "Hier werden nicht viele Teams das Feld als Sieger verlassen."

Brisanz hatte das Aufeinandertreffen, das ein Kampf zweier verteidigungsstarker Mannschaften war, durch die Ereignisse im Hinspiel am 12. Oktober. Damals ärgerte sich Würzburg nicht nur über den finalen Dreipunktewurf des Frankfurter Spielmachers Justin Gray, der mit der Schlusssekunde die 78:80-Niederlage des Aufsteigers besiegelte. Der Verlierer legte auch Protest ein, weil die Schiedsrichter im dritten Viertel einen Dreipunktewurf von Herber gewertet hatten - und das, obwohl nach Meinung der Würzburger, die einen Pfiff gehört hatten, das Spiel unterbrochen war. Doch wie Bundesliga-Spielleiter Dirk Horstmann wies das Liga-Schiedsgericht den Einspruch schließlich ab. Insofern hatte Würzburg an der missglückten Revanche besonders zu nagen.

Intensiv und clever gespielt

Die Skyliners freuten sich über den gelungenen Einstieg in die Rückrunde. Er sei "sehr froh über die Art, wie wir gewonnen haben", sagte Kapitän Marius Nolte. "Wir haben teilweise intensiver als Würzburg gespielt und waren außerdem sehr clever." Auf dieses intensive Spiel mit vielen erzwungenen Fehlern auf beiden Seiten hatte Muli Katzurin sein Team akribisch vorbereitet. So bat der Frankfurter Cheftrainer zu zwei Videositzungen über den Gegner mit dem besonderen Spielstil. Trotzdem hatte der Meisterschaftsdritte mit der Ganzfeldverteidigung der Würzburger und deren Druck auf den gegnerischen Spielaufbau zu kämpfen. Besonders Skyliners-Spielmacher Michael Thompson offenbarte Anpassungsprobleme. Deswegen bekam der Vielspieler diesmal "nur" knapp 18 Minuten Einsatzzeit - knapp sechs Minuten weniger als Devin Gibson bei seinem zweiten Auftritt für den Tabellenzwölften, der vier Punkte Rückstand auf den Play-off-Rang acht hat.

Vor 3140 Zuschauern in der vollbesetzten Arena liefen die Frankfurter bis ins dritte Viertel einem Rückstand hinterher. In dem unruhigen Duell mit extrem wenigen Punkten wechselten sich Ballgewinne und Ballverluste munter ab. Zur Pause, in die Würzburg mit einer 25:20-Führung ging, wiesen die Skyliners mit 14 Ballverlusten einen mehr als der Gegner auf. Zum Schluss waren es 22 - zwei mehr als die Unterfranken, die auf ihren Topscorer Ricky Harris wegen einer Sprunggelenksverletzung verzichten mussten. Genügsam waren die Skyliners lange bei ihren Dreipunktewürfen. Erst in der 25. Minute traf Jacob Burtschi zum ersten Mal aus der Distanz. In Jimmy McKinney, der die Punkte zum 31:31 erzielte, fand er schnell einen Nachahmer. Aber selbst die Zähler von Center Jermareo Davidson zum 47:39 reichten nicht, um sich in Sicherheit zu wiegen. Nicht, weil es Frankfurt an der erforderlichen Aggressivität vermissen ließ, im Gegenteil.

Von Play-offs keine Rede

Von der Einstellung her machten es die Skyliners den Würzburgern schwer. "Wir haben mental und physisch dagegengehalten", so Novak. Doch mit Burtschi, Davidson und Herber war die Liste der Spieler, die den Ball aus den Händen gab, lang. Frankfurt konnte von Glück sagen, dass das Team von Headcoach John Patrick bei den Dreipunktewürfen schlecht Maß nahm. Und wenigstens verwandelte Burtschi zwei Freiwürfe zum 53:47. In den vorausgegangenen Spielen ließ Frankfurt im Schnitt nur 64 Punkte zu. Diesmal waren es sogar nur 51. "Unsere Verteidigung steht", lobte der Sportdirektor. "Wir sind definitiv auf dem richtigen Weg."

Von den Play-offs will er dennoch nicht sprechen. Vielleicht in einem Monat, wenn die Skyliners ihren Aufwärtstrend fortgesetzt haben. Zuvor heißt es für sie, den Blick in der Tabelle weiter nach hinten zu richten. Das aber tut die Mannschaft, bei der Quantez Robertson mit zwölf Punkten Topscorer war, mit erhobenem Haupt.

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Von Matthias Alexander

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