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Basketball-Bundesliga Nichts als Probleme bei den 46ers

 ·  Kein Geld, zu wenig Punkte, kaum eine Perspektive - die Gießen 46ers stehen nicht erst nach der Niederlage gegen die Skyliners vor dem Aus.

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Wiedersehen macht Freude - und das, obwohl ausgerechnet Zachery Peacock wesentlich dazu beigetragen haben könnte, dass sich die Gießen 46ers bald aus der Basketball-Bundesliga verabschieden müssen. Dem Center der Fraport Skyliners reichten am Samstagabend als Matchwinner beim 79:59-Auswärtserfolg drei Viertel, um an alter Wirkungsstätte auf 23 Punkte und 9 Rebounds zu kommen. Trotzdem gab es hinterher eine Menge Küsschen und Umarmungen für den Fünfundzwanzigjährigen aus Atlanta, der außerdem ein begehrtes Fotomotiv bei den 46ers-Anhängern war. In die Sporthalle Ost zurückzukehren, empfand Peacock als „bittersüße Situation“. Für die Gießener war es zum Abschluss der Hinrunde ein Abend der Leiden. Ihnen droht jetzt das Aus.

Mit einem Sieg im Hessenderby sollte die Mannschaft ein Signal der Stärke an die heimische Wirtschaft senden, den Traditionsverein, der kurz vor Weihnachten einen Insolvenzantrag gestellt hatte, zu unterstützen. Doch dann folgte sportlich der Offenbarungseid. „Wir sind in alle Teile auseinandergefallen. Jeder hat für sich selbst gespielt“, sagte Trainer Mathias Fischer. „Die Realität hat uns eingeholt.“ 360.000 Euro brauchen die Gießener bis spätestens Anfang Februar, um die Saison zu Ende spielen zu können. Anderenfalls müsste das Insolvenzverfahren eröffnet werden, sagte Tim Schneider, der vorläufige Insolvenzverwalter, am Samstag der Rhein-Main-Zeitung.

Vier-Punkte-Abzug

Aber welcher Sponsor ist jetzt noch bereit, dem Klub Geld zu geben? Nach dem Abzug von vier Punkten durch die Basketball-Bundesliga (BBL) beträgt der Abstand der 46ers auf einen Nichtabstiegsplatz schon acht Zähler. Einige Spieler sollen schon Abwanderungsgedanken hegen. So ist die Rede davon, dass Flügelspieler Jasmin Perkovic den Frankfurtern angeboten wurde. Dessen Vertrag und der von Jeffrey Bonds laufen Mitte Januar aus. „Die Mannschaft wartet auf ein klares Statement - wie viele Spiele noch zu spielen sind und was passiert“, sagte Fischer. Die Frage, ob zu wenig geredet worden sei, ließ er unbeantwortet.

Vor allem mit der Art seiner Kommunikationspolitik ist 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg in der Universitätsstadt in die Kritik geraten. „Klar, habe ich auch Fehler gemacht“, sagte er. Am Samstag vor der Begegnung war ihm die große Anspannung anzumerken. Seinen Posten hatte er im Juni 2012 angetreten. „Ich kann keine groben Fehler erkennen“, so Schneider. „Es gab gewisse Umstände, wo der Geschäftsführung die Hände gebunden waren. So gesehen wurde ganz ordentlich gearbeitet.“ Und weiter: „Wir tragen hier alle eine verdammt schwere Bürde: die Vergangenheit.“ Schelberg will seine Tätigkeit fortsetzen. Das teilte er vor dem Misserfolg gegen Frankfurt mit. Während des Spiels vor rund 4000 Zuschauern forderte dann eine kleine Gruppe dessen Abgang.

„Es war kein schönes Spiel“

Die Bundesliga ohne Gießen wäre für den Frankfurter Kapitän Marius Nolte ein „herber Verlust“. Zwei Punkte bei den 46ers geholt zu haben war für die Skyliners allerdings von enormer Bedeutung, weil sie weiter in akuter Abstiegsgefahr schweben. Ein Gradmesser ist die gebotene Leistung nicht. Dafür boten die Gießener zu wenig Gegenwehr. „Es war kein schönes Spiel. Aber das musste es auch nicht sein“, sagte Nolte.

Sein Trainer Muli Katzurin wollte sich nicht dazu äußern, ob ein Spieler aus Gießen für Frankfurt interessant sei. Zumindest mit Skyliners-Profi Dion Dowell kann er nicht zufrieden sein. Der Amerikaner fand wieder kaum Anbindung an das eigene Spiel. Aus „Übermotivation“, wie Katzurin meint. Peacock, der im Schlussviertel geschont wurde, hingegen steigert sich. Bei den Skyliners wird der Power Forward als Center gebraucht. Im Angriff verschafft ihm das gegen langsamere Spieler einen Vorteil, in der Verteidigung indes muss er sich gegen die „großen Jungs“ behaupten. Peacock war in Gießen sprichwörtlich der große Gewinner.

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