Home
http://www.faz.net/-gzg-771p6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Bad Hersfeld Arbeitsagentur rügt Amazon für Leiharbeit

Im Leiharbeiter-Skandal bei Amazon sieht sich die Arbeitsagentur von Verantwortlichen in Bad Hersfeld getäuscht. Dass Saisonarbeiter bei einer Leiharbeitsfirma angestellt würden, habe die Agentur nur kurzfristig erfahren.

© dpa Vergrößern Blick von oben in das Amazon-Lager in Bad Hersfeld

Im Leiharbeiter-Skandal beim Internet-Händler Amazon sieht sich die örtliche Arbeitsagentur von Verantwortlichen des Logistik-Zentrums in Bad Hersfeld getäuscht. Man sei bei der Vermittlung von 68 Saisonarbeitskräften aus Spanien stets davon ausgegangen, dass diese bei Amazon direkt eingestellt würden, erklärte die Agentur Bad Hersfeld-Fulda. Wie die Beschäftigten selbst habe man erst zwei Tage vor Arbeitsantritt erfahren, dass eine Zeitarbeitsfirma zwischengeschaltet werden sollte.

„Amazon wollte die Leute nicht einstellen“, sagte Agenturchef Waldemar Dombrowski. Die Agentur habe ihren Unmut darüber in Gesprächen mit dem Unternehmen deutlich gemacht und werde in Zukunft auf Einhaltung der Spielregeln bestehen. Andererseits seien die Spanier in korrekte Beschäftigungsverhältnisse bei der Zeitarbeitsfirma vermittelt worden und hätten diese Verträge auch freiwillig abgeschlossen.

Lob für Arbeitsplatzaufbau

Beschwerden wegen der in einer ARD-Reportage stark kritisierten Unterbringung seien nicht an die Agentur herangetragen worden, sagte der Leiter. Man habe im Vorjahr sehr gute Erfahrungen mit der Saisonarbeit bei Amazon gemacht. Im Winter 2011/2012 waren 400 Saisonkräfte aus Spanien sowie einige Schweden auf Vermittlung der Agentur direkt bei Amazon eingestellt worden. In Zukunft werde man sensibler mit dem Thema umgehen. Die Verantwortung liege aber klar beim Arbeitgeber.

Mehr zum Thema

Dombrowski sagte, dass im vergangenen Jahr 772 Arbeitssuchende direkt an das Unternehmen Amazon vermittelt worden sind. Das Logistikzentrum habe einen maßgeblichen Beitrag zum Beschäftigungsaufbau in der Region geleistet. Man werde auch künftig eng mit dem Unternehmen zusammenarbeiten.

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Was Sie heute erwartet Ukraine und Russland verhandeln in Berlin über Gasstreit

<p> <strong>Russland </strong>und die <strong>Ukraine </strong>setzen an diesem Freitag ihre Bemühungen fort, unter Vermittlung der EU-Kommission den <strong>Streit um Gaslieferungen</strong> zu lösen.... Mehr

26.09.2014, 07:03 Uhr | Wirtschaft
Streik bei Amazon

Vor dem Amazon-Verteilzentrum in Bad Hersfeld ging es laut zu: Es wurde gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi will mit einer neuen Streikwelle bei Amazon ihre Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und einem Tarifvertrag durchsetzen. Die Gewerkschaft rief die Beschäftigten in vier Verteilzentren zu einem zweitägigen Ausstand auf. Mehr

22.09.2014, 14:19 Uhr | Wirtschaft
Tarifkonflikt Verdi weitet Streiks bei Amazon aus

Im Tarifstreit bei Amazon bestreikt die Gewerkschaft Verdi einen weiteren Standort des Versandhändlers. Damit sollen die Beschäftigten von insgesamt fünf Versandzentren bis zum Abend die Arbeit niederlegen. Mehr

24.09.2014, 07:16 Uhr | Wirtschaft
Gericht hebt Verbot von Taxidienst Uber vorerst auf

Das Gericht hält es zwar weiterhin für rechtswidrig, dass die Firma Uber Beförderungswünsche an Privatfahrer vermittelt, allerdings fehlt es an dem notwendigen Eilbedürfnis, da die Antragstellerin Taxi Deutschland schon frühzeitig von eventuellen Rechtsverstößen Kenntnis hatte, aber nichts unternahm. Mehr

16.09.2014, 18:57 Uhr | Wirtschaft
Fachkräftemanagel Je oller, je doller - je wertvoller?

Arbeitnehmer jenseits der fünfzig werden immer mehr und damit immer wichtiger. Doch alternde Belegschaften stellen neue Anforderungen. Sind die Unternehmen schon darauf vorbereitet? Mehr Von Inken Schönauer

29.09.2014, 05:00 Uhr | Beruf-Chance
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.02.2013, 14:02 Uhr

Wachstumsschmerzen der Schwarmstadt

Von Matthias Alexander

Derzeit spricht wenig dafür, dass die Bewegung in die Kernstädte zum Stillstand kommt. Und deshalb muss Frankfurt jetzt handeln. Dazu gehört eine mutige und zügige Entwicklung von großen neuen Stadtteilen. Mehr 1