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Ausbildung zum Altenpfleger : Aschaffenburg zahlt Schulgeld

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Wollte Schulgeldfreiheit, aber nur in Absprache mit den umliegenden Kreisen: Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) Bild: Wohlfahrt, Rainer

Die Stadt Aschaffenburg übernimmt für Schüler, die sich an der privaten Hans-Weinberger-Akademie zum Altenpfleger ausbilden lassen und in der Stadt leben, künftig das Schulgeld.

          Die Stadt Aschaffenburg übernimmt für die Schüler, die sich an der privaten Hans-Weinberger-Akademie zum Altenpfleger oder Altenpflegehelfer ausbilden lassen und in der Stadt leben, künftig das Schulgeld. Der Stadtrat sprach sich in seiner jüngsten Sitzung mit breiter Mehrheit dafür aus, diesen kommunalen Schulgeldersatz zu leisten und entsprechende Mittel im Haushalt 2013 bereitzustellen. Die Berufsfachschule erhebt derzeit für die dreijährige Ausbildung ein Schulgeld von 50 Euro monatlich. Weiter fallen jährlich 55 Euro für Material und einmalig die Prüfungsgebühr in Höhe von 250 Euro an. Die einjährige Ausbildung in der Altenpflegehilfe kostet monatlich 25 Euro. Hinzu kommen 55 Euro für das Material und 160 Euro Prüfungsgebühr.

          An der Berufsfachschule in Aschaffenburg werden aktuell 140 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. 42 kommen aus der Stadt Aschaffenburg, 85 aus dem Kreis Aschaffenburg, vier aus dem Landkreis Miltenberg, acht aus Hessen und ein Schüler aus dem Main-Spessart-Kreis. Im laufenden Schuljahr belaufen sich die Ausgaben für die 42 Schüler aus der Stadt auf 28 000 Euro. Der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Jürgen Kuhn, wies in der Sitzung darauf hin, dass die Kosten jedoch erheblich höher ausfallen können, weil die Herkunft der Schüler von Jahr zu Jahr schwanke. Im vergangenen Schuljahr wären beispielsweise knapp 46 000 Euro angefallen. Die Stadt zahlt an die Weinberger-Akademie bisher einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 10000 Euro. Dieser entfällt künftig.

          Keine Schüler erster und zweiter Klasse

          Die Diskussion um die Schulgeldfreiheit hängt mit der Privatisierung der Fachakademie für Sozialpädagogik zusammen, von der sich der Kreis Aschaffenburg getrennt hatte. Neuer Träger ist die gemeinnützige Caritas Schulen GmbH. Nach einigem Zögern hatte der Stadtrat in diesem Sommer beschlossen, für die angehenden Erzieher einen Schulgeldersatz in Höhe der bisherigen Gastschulbeiträge zu leisten. Andernfalls hatte die Caritas gedroht, von den Aschaffenburger Studierenden Schulgeld zu verlangen. Schon damals hatten die Stadträte unter Hinweis auf die Gleichbehandlung der Auszubildenden gefordert, auch die Altenpflege-Schüler müssten finanziell entlastet werden. Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) war zwar ebenfalls für die Schulgeldfreiheit. Er hatte allerdings auf Bitten der Schulleitung dafür geworben, noch keinen Beschluss zu fassen, sondern die beiden Kreise Aschaffenburg und Miltenberg mit ins Boot zu holen. Es dürfe keine Schüler erster und zweiter Klasse gebe.

          Seiner Empfehlung folgten die Stadträte jedoch nicht. Sie sahen vielmehr in dem Votum ein Signal an die beiden Gebietskörperschaften, ihrem Beispiel zu folgen. Auf Antrag der UBV, die sich in mehreren Anträgen besonders für den Schulgeldersatz stark gemacht hatte, wurde außerdem eine Resolution beschlossen, die lediglich Karsten Klein (FPD) und Bürgermeister Werner Elsässer (CSU) ablehnten. Darin wird die Staatsregierung aufgefordert, durch höhere Zuschüsse für Altenpflegeberufsfachschulen die Schulgeldfreiheit herzustellen.

          Schulgeldersatz, Betriebszuschuss und Förderung

          Nach Angaben von CSU-Stadtrat Winfried Bausback hat das Land die Mittel im Doppelhaushalt 2013/2014 von 87,50 Euro auf 95 Euro beziehungsweise 100 Euro je Schüler und Monat erhöht. Allerdings räumte er ein, dass auch das die Kosten noch nicht vollständig decke.

          Bei der Hans-Weinberger-Akademie handelt es sich um eine berufliche Schule in privater Trägerschaft. Der Staat leistet neben dem Schulgeldersatz einen Betriebszuschuss für das Lehrpersonal und eine klassenbezogene Förderung, die für solche Schulen bis zu 19000 Euro pro Schuljahr und Klasse beträgt.

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