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Konflikt um AfD-Politikerin : Frauke Petrys Auftritt spaltet Frankfurts Wirtschaft

AfD-Chefin Petry soll vor Wirtschaftsvertretern aus dem Rhein-Main-Gebiet ein Referat halten, über die „Realität der demokratischen Debatte“ im Wahljahr. Bild: Reuters

Die AfD-Chefin Frauke Petry sollte in der Villa Bonn vor Wirtschaftsvertretern sprechen. Jetzt sagte der Hauseigentümer dem Wirtschaftsclub ab. Doch der will sich damit nicht zufriedengeben.

          Die Diskussionen um einen Auftritt der AfD-Spitzenpolitikerin Frauke Petry gehen weiter. Gestern teilte die Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft, die als Eigentümerin der Villa Bonn auch für die Vermietung des Hauses verantwortlich ist, dem Wirtschaftsclub Rhein-Main mit, dass die für den 23. März in dem Gebäude an der Siesmayerstraße im Westend geplante Veranstaltung des Wirtschaftsclubs dort nicht stattfinden kann. Der Vorsitzende des Klubs, Thomas Kremer, hatte die AfD-Bundesvorsitzende zu einem Referat eingeladen, sie sollte zum Thema „Deutschland im Wahljahr – Realität der demokratischen Debatte“ sprechen.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nachdem Kremer die Einladung an die Mitglieder versandt hatte, war es im Wirtschaftsclub zu einem Streit gekommen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag berichtete. Zwei Beiratsmitglieder des Vereins hatten sich gegen die Einladung Petrys ausgesprochen, eines von ihnen, der Berater Stefan Söhngen, war mit sofortiger Wirkung aus dem Beirat zurückgetreten.

          Gestern berichtete der Geschäftsführer der Frankfurter Gesellschaft, Uwe Hamann, dass man erst durch Medienberichte und die Polizei davon erfahren habe, dass die vom Wirtschaftsclub gemieteten Räume am 23. März für ein Referat Petrys genutzt werden sollten. Die Polizei habe in dem Gespräch darauf hingewiesen, dass es vor dem Haus eine Mahnwache geben solle.

          Aufgrund der neuen Informationen sei das Präsidium der Gesellschaft zusammengetreten und habe entschieden, dem Mieter abzusagen. Hamann nannte als Begründung die Sorge, das denkmalgeschützte Gebäude könne durch die Proteste in Mitleidenschaft gezogen werden. Dem Vernehmen nach soll das Präsidium aber auch grundsätzlich dagegen gewesen sein, dass Petry in dem Gebäude auftritt. Hamann legte jedoch Wert auf die Feststellung, dass die Entscheidung nicht politischer Natur sei. „Wir hätten die Veranstaltung wahrscheinlich durchgeführt, wenn nicht so ein Wirbel entstanden wäre.“

          Zuvor hatten zwei Frankfurter Organisationen Proteste angekündigt. Auf Facebook rief die Gruppe „No Fragida“ ebenso zu Demonstrationen auf wie „Die Partei“, die beim Ordnungsamt eine Mahnwache unter dem Titel „Nazi-Safari im Westend“ anmeldete.

          „Auch kontroversen Themen stellen“: Thomas Kremer vom Wirtschaftsclub Rhein-Main zur Einladung an Frauke Petry

          Wirtschaftsclub-Präsident Kremer sagte, er werde nach einem neuen Veranstaltungsort suchen. „Das wird mit dem Presse-Echo aber nicht leichter. Das ist schon Wahnsinn, was hier passiert.“ Kremer hob hervor, dass er wegen der Einladung Petrys mehr Zustimmung als Kritik erhalten habe. Er sprach von mehr als dreißig E-Mails, die ihn überwiegend bestärkt hätten, der Kritik standzuhalten und die Veranstaltung nicht abzusagen. Dabei wolle er weiterhin bleiben. „Man kann ja gegen Frau Petry sein, man muss ja auch nicht zu der Veranstaltung kommen“, sagt er. „Aber man kann doch einer demokratisch gewählten Partei kein Redeverbot erteilen.“

          Unterdessen sprach sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) auf seiner Facebook-Seite gegen eine Einladung Petrys aus. Er schrieb: „Die ganze Aktion gibt völlig unnötig den Rechtspopulisten eine Plattform und wirft einen Schatten auf die anständigen Frankfurter Unternehmer und unsere liberale Stadt.“

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