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Aufsichtsrat entscheidet heute RMV will verbilligtes Seniorenticket einführen

 ·  Der Rhein-Main-Verkehrsverbund will mit einem verbilligten Seniorenticket mehr ältere Menschen für Busse und Bahnen gewinnen. Der Aufsichtsrat entscheidet am Mittwoch über diesen Plan.

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Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) plant die Einführung eines Seniorentickets. Es soll in Frankfurt um 20 Prozent, in der Region sogar bis zu 40 Prozent billiger sein als eine Monatskarte. Anrecht auf einen Kauf werden nur Kunden bekommen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben. Mit der Seniorenkarte sollen die Inhaber am Wochenende und an Feiertagen auf allen Strecken im Verbundgebiet fahren können.

Nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung stimmt der Aufsichtsrat heute über ein vom RMV vorgelegtes Konzept ab. Ein Sprecher des Verbundes bestätigte auf Anfrage, dass die Geschäftsführung unter RMV-Chef Knut Ringat eine Vorlage vorbereitet habe und auf die Zustimmung der Gesellschafter hoffe. Wie zu hören ist, haben sich aber noch nicht alle 27 Gesellschafter des RMV mit dem Konzept angefreundet.

Um ein Fünftel billiger

In Frankfurt, Wiesbaden und Mainz soll das Seniorenticket zu den Konditionen der schon existierenden und für alle Altersgruppen bestimmten 9-Uhr-Karte aufgelegt werden. Das neue Ticket soll wie diese um ein Fünftel billiger, aber rund um die Uhr gültig sein. In der Region würde eine Seniorenticket nach den Plänen des RMV ebenfalls rund um die Uhr gelten und, je nach Kreis oder Stadt, zwischen 20 und 40 Prozent günstiger angeboten werden als eine Monatskarte. Die Planer nehmen offenbar an, dass Senioren überwiegend außerhalb der Hauptverkehrzeiten Busse und Bahnen nutzen. Sie würden also Pendlern nicht den Platz streitig machen, sondern für eine höhere Auslastung in den verkehrsschwächeren Zeiten sorgen.

Der RMV erhofft sich von der Einführung einer Seniorenkarte neue Kunden und höhere Einnahmen. Fachleute sind der Meinung, dass der Verbund das Fahrgast-Potential unter den Älteren noch nicht ausgeschöpft hat. Eine Datenerhebung von 2010, in welcher die Fahrgewohnheiten der Bevölkerung abgefragt wurden, sowie Ergebnisse neuerer Marktforschungen und die demographischen Daten, die ein Älterwerden der Gesellschaft aufzeigen, haben die Planer beim RMV zu der Überzeugung geführt, dass über ein Seniorenfahrkarte zusätzlich Fahrgäste gewonnen werden können. Sie sind überzeugt davon, dass der Verbund über das Sonderticket für Ältere in relativ kurzer Zeit Zusatzeinnahmen von jährlich drei Millionen Euro erzielen kann.

Älter als 60

Schon vor drei Jahren waren im RMV schon einmal Überlegungen für eine Seniorenkarte angestellt worden. Es sollte für Kunden gelten, die älter als 60 Jahre waren. Der Aufsichtsrat hatte sich jedoch dagegen entschieden und stattdessen die Einführung des 9-Uhr-Tickets, das nicht im morgendlichen Berufsverkehr gilt, gutgeheißen. Die Erfolge mit dieser Fahrkarte blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Lediglich in Darmstadt und im Kreis Darmstadt-Dieburg vertreibt die Nahverkehrsgesellschaft Dadina ein ermäßigtes Seniorenticket für Kunden, die älter als 65 Jahre sind.

Seit Jahren bietet dagegen der Nordhessische Verkehrsverbund unter der Bezeichnung „Nordhessenkarte 60 Plus“ ein vergünstigtes Jahresticket für Kunden an, die das sechzigste Lebensjahr erreicht haben. Es kostet 470 Euro, und seine Inhaber können das ganze Jahr über mit ihr auf allen Strecken im nordhessischen Verbund mit dem Bus, der Bahn oder der Tram fahren. Personen, die im selben Haushalt wohnen wie der Karteninhaber und älter als 60 sind können für den halben Preis eine solche Seniorenkarte kaufen. Bis zu drei Kinder unter sechs Jahren dürfen unentgeltlich mitfahren. Auch Fahrräder können ohne Aufschlag mitgenommen werden. Darüber hinaus können Besitzer von Seniorenkarten zahlreiche Einrichtungen wie die Kasseler Hallenbäder oder Museen vergünstigt nutzen.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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