Autofahrer klagen gerne. Über den Fahrstil der anderen, über den löchrigen Zustand des Straßenbelags und über böswillige Ampelschaltungen. Keine Frage, wer sucht, wird auch in Frankfurt genügend Anlaß zum Meckern finden. Aber im ganzen läuft der "motorisierte Individualverkehr", wie ihn die Planer nennen, mehr als passabel - zumal für eine Stadt dieser Größenordnung und mit einem außergewöhnlich hohen Pendleraufkommen.
Nur im Frankfurter Osten stehen die Dinge nicht zum besten. Der fehlende Lückenschluß zwischen A66 und A661 ist ein Ärgernis. Für Pendler aus Richtung Hanau und für diejenigen, an deren Häusern im Riederwald und in Seckbach sich der Verkehr vorbeiquält. Seit 20 Jahren hoffen sie nun schon darauf, daß der Bau des Riederwaldtunnels ihnen Entlastung bringen wird.
Wenn es jetzt heißt, die Planfeststellung sei für das nächste Jahr zu erwarten, ist daher Skepsis angebracht. Noch ist keineswegs sicher, ob nicht Klagen von Projektgegnern abermals eine aufschiebende Wirkung haben werden. Und auch die Tatsache, daß die wahrscheinlich neue Bundesregierung aus CDU und SPD ein Sparpaket von 35 Milliarden Euro auflegen will, läßt nichts Gutes hoffen. Denn die Wahrscheinlichkeit, daß nicht zuletzt Verkehrsprojekte zurückgestellt werden, ist hoch. Der Verteilungskampf um die verbleibenden Mittel wird noch heftiger werden.
Vergleichsweise bescheidene 200 Millionen Euro wird der Lückenschluß im hiesigen Autobahnnetz kosten. 170 Millionen sind für den Riederwaldtunnel veranschlagt, noch einmal 30 Millionen für die dann zwingend notwendige Verbreiterung der A661 auf sechs Spuren. Die Landesregierung in Wiesbaden wird auch daran gemessen werden, ob es ihr gelingt, den designierten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee von der Vordringlichkeit dieses Projekts "Aufbau Frankfurt Ost" zu überzeugen. Das Argument, daß in Berlin eine rot-grüne Koalition die Fäden zum Nachteil des "schwarzen" Hessen ziehe, taugt jedenfalls nicht mehr. MATTHIAS ALEXANDER

