Das Atomkraftwerk im südhessischen Biblis soll abgewrackt werden - und das so schnell wie möglich. Darauf haben sich im Umweltausschuss des Landtags Regierungsparteien und Opposition geeinigt. In einem gemeinsamen Antrag sprechen sich CDU, FDP, SPD und Grüne damit gegen einen sogenannten „sicheren Einschluss“ aus. Für diese Art der Versiegelung könnte sich der Betreiber RWE nach wie vor entscheiden. Auch die Linke stimmte dem Antrag zu.
Im Jahr 2016 könnte nach einer früheren Prognose des hessischen Umweltministeriums der Rückbau des Atomkraftwerks Biblis beginnen. Zuerst müssen aber die 1000 radioaktiven Brennelemente aus den beiden Reaktoren in 50 Castor-Behältern gesichert und im Zwischenlager deponiert werden, hatte das Ministerium bereits mitgeteilt.
Grüne: RWE soll Kosten tragen
Alle Parteien würdigten die gemeinsame Initiative: „Noch vor einem Jahr wäre ein solcher gemeinsamer Antrag nicht vorstellbar gewesen“, sagte Ursula Hammann, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Der SPD-Umweltpolitiker Timon Gremmels forderte von Betreiber RWE, die Kosten für den Rückbau komplett zu tragen. Zudem müsse das Umweltministerium als Atomaufsichtsbehörde „alle rechtlichen Mittel gegenüber RWE im Sinne des heutigen Beschlusses ausschöpfen“.
Die beiden Atomreaktoren Biblis A und B, 1974 und 1976 errichtet, sind im vergangenen Jahr nach dem Atomausstieg vom Netz genommen worden. Sie befinden sich offiziell in der Nachbetriebsphase.

