http://www.faz.net/-gzg-87nv8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 10.09.2015, 15:33 Uhr

Architektursommer Rhein-Main Mit dem Wassertaxi von Stadt zu Stadt

Der Architektursommer Rhein-Main in Frankfurt ist eröffnet worden. Ein Wassertaxi zwischen Frankfurt und Offenbach ist nur eines der vielen Projekte - und vielleicht sogar ein längerfristiges.

von , Frankfurt
© Niklas Grapatin An Bord: Mit dem Wassertaxi „Gabi“ von Offenbach nach Frankfurt

Ein Wassertaxi, das zwischen Offenbach und einem Ponton am Frankfurter Holbeinsteg pendelt, die Behebung eines Engpasses auf dem Mainuferradweg und eine Veranstaltungsbühne unter der Brücke der A661: Das sind die wichtigsten Projekte des Architektursommers Rhein-Main 2015, der gestern in Frankfurt eröffnet worden ist und in den nächsten zehn Tagen in Frankfurt und Offenbach stattfindet.

Mechthild Harting Folgen:

Anschließend, am 19.September, wird sich der Ponton mainabwärts bewegen: Damit wird sozusagen der Staffelstab an die Städte Wiesbaden und Mainz weitergegeben, die bis zum 27.September Veranstaltungen anbieten. Sie alle, ob an Main oder Rhein, stehen unter dem Motto „Brückenschlag: Städte wachsen zusammen“. Als „phantastische Plattform“ hat Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz (Die Grünen) den Architektursommer Rhein-Main bei der Eröffnung bezeichnet. Er sei mehr als eine Aneinanderreihung von Veranstaltungen. Indem man das Zusammenwachsen der Städte thematisiere, denke man auch darüber nach, wie die Region zukunftsfähiger gemacht werden könne.

Städte auf Augenhöhe

Aus dem Architektursommer kann sich nach Ansicht von Cunitz eine enorme Dynamik ergeben. Möglicherweise entwickele sich daraus „die Agenda für die Zukunft der Rhein-Main-Region – natürlich mit Offenbach und Frankfurt als Herzstück“. Das Verhältnis der einst rivalisierenden Städte könne für Rhein-Main etwas „Vorbildhaftes“ haben: Trotz unterschiedlicher Ressourcen arbeite man heute auf Augenhöhe zusammen. In der Vergangenheit hingegen hätten beide Städte Chancen verpasst: Bei den Kliniken und der Sportstättenplanung etwa hätten Frankfurt und Offenbach nach Ansicht des Planungsdezernenten kooperieren sollen, nicht zuletzt, um öffentliches Geld effizienter auszugeben.

Mehr zum Thema

Auch Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) lobte das Engagement der Macher des Architektursommers. Möglicherweise seien dies die „ersten Trippelschritte“ hin zu einer Internationalen Bauausstellung. Mit Blick auf Frankfurt sagte Schneider, nachdem sich einzelne Städte nähergekommen seien, müsse die Region zusammenwachsen, auch damit Flächen gemeinsam genutzt werden könnten. Das Bevölkerungswachstum stellt auch für Cunitz die größte Herausforderung dar: „Das Wachstum muss Qualität haben.“

Über die Zukunft der Region wird auch auf der temporären Veranstaltungsplattform unter der Brücke der Autobahn 661 diskutiert. Bis Sonntagabend werden dort Fachtagungen mit bis zu 200 Teilnehmern stattfinden, aber auch Konzerte von Pop bis Techno. Am Mainuferweg werden viele Kunstinstallationen aufgestellt. Dort, an der Grenze von Frankfurt und Offenbach, bereitete bisher eine Engstelle den Radfahrern Ärger. Nach zähen Verhandlungen mit den öffentlichen Eigentümern konnte das Nadelöhr beseitigt werden; die Organisatoren des Architektursommers schufen dort einen „Schleusenpark“.

Ein permanentes Wassertaxi

Das Wassertaxi pendelt von heute an bis einschließlich Sonntag zwischen 15 und 21 Uhr im Stundentakt zwischen dem Ruderverein Hellas am Offenbacher Hafen und dem Ponton am Holbeinsteg. Ob es auf Dauer im Einsatz bleibt, ist ungewiss: Die Schleuse ist ein Hindernis. Ein permanentes Wassertaxi wünsche er sich schon lange, sagte Schneider. Cunitz hält das für „realisierbar“: Das Taxi müsse in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden, so wie das in Hamburg auch der Fall sei. Dann könnten mehr Menschen das besondere Erlebnis genießen, die Städte vom Wasser aus zu entdecken.

Das Programm Der Architektursommer bietet vom 10. bis 27. September eine Vielzahl von Veranstaltungen, Debatten, Installationen und Exkursionen. Das Programm findet sich im Internet unter www.asrm2015.de.

Eine Kampagne könnte helfen

Von Helmut Schwan

In Hessen soll nun Ernst gemacht werden im Kampf gegen noch mehr Spielhallen - auch zum Schutz der Jugend. Bislang ist der Staat das Spielhallengesetz jedoch sehr halbherzig angegangen. Mehr 1

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen

Zur Homepage