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Architektur des Neubaus Frankfurt School streitet mit Stadtplanern

Im ersten Quartal 2017 will die Frankfurt School of Finance ihren Neubau im Frankfurter Nordend beziehen. Wie der allerdings aussehen wird, sorgt jetzt für Streit.

© Simulation Henning Larsen Architects Vergrößern Bankakademie der Zukunft: So präsentiert die Frankfurt School of Finance ihren Neubau im Frankfurter Nordend.

Das Ziel steht fest, aber der Weg dorthin ist offen: Im ersten Quartal 2017 will die Frankfurt School of Finance ihren Neubau im Frankfurter Nordend beziehen. Wie der allerdings aussehen wird, ist auch fünf Monate nach dem Ende eines Architekturwettbewerbs immer noch nicht entschieden. Der Bauherr und das Stadtplanungsamt haben unterschiedliche Vorstellungen.

Den Entwurf des dänischen Büros Henning Larsen, den die Frankfurt School realisieren will, bezeichnet deren Sprecherin denn auch nur vorsichtig als „Basis für die Konkretisierung des Campus-Neubaus“. Man sei im Gespräch mit dem Stadtplanungsamt und wolle dessen Auflagen zum „städtebaulichen Denkmalschutz“ gerecht werden. „Wir sind auf der Zielgerade“, sagt die Sprecherin.

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Auf Denkmalschutz Wert legen

Ihr zufolge will die Bankakademie in jedem Fall im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen. Die private Hochschule investiert 95 Millionen Euro - zuzüglich der Grundstückskosten von zehn Millionen, die sie für das Areal der früheren Oberfinanzdirektion am Alleenring an das Land gezahlt hat. Aus drei Quellen will die Frankfurt School den Bau finanzieren: mit dem Erlös aus dem Verkauf ihres Bestandsgebäudes im Ostend, mit Eigenkapital und Darlehen.

Das Büro des in diesem Jahr gestorbenen Architekten Henning Larsen war im März gemeinsam mit dem gleichrangig plazierten Dominique Perrault als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen. Der hatte zur Vorgabe gehabt, dass die Teilnehmer auf den „städtebaulichen Denkmalschutz“ besonderen Wert legen sollten. Weil die unter Denkmalschutz stehende Oberfinanzdirektion, eine Architektur-Ikone der fünfziger Jahre, nicht zu sanieren ist, sollte sich der Nachfolger an deren Kubatur orientieren. Die 1955 nach Plänen von Hans Köhler errichtete Oberfinanzdirektion steht seit 2009 leer. Das Gebäude war in den siebziger Jahren mangelhaft mit einem giftigen Teerkleber saniert worden, der tief in das Mauerwerk eingedrungen ist, und muss abgerissen werden. Nur der „Präsidialbau“ genannte Pavillon bleibt erhalten.

Gespräche kommen seit Monaten nicht voran

Schon bei der Verkündung des Ergebnisses des Architekturwettbewerbs im März hatte das Preisgericht bemängelt, dass bei Larsens Entwurf die „städtebauliche Erinnerung“ an die Oberfinanzdirektion fehle. Auf Fassadenelementen seines Entwurfs sollen die warmen Farben der Kacheln der Oberfinanzdirektion zwar wiederkehren. Larsen hatte sich über die städtebaulichen Vorgaben recht weit hinweggesetzt. Das Team des dänischen Architekten hatte keine Hochhausscheibe entworfen, sondern ein langgestrecktes Gebäude mit fünf vor- und zurückspringenden Baukörpern. Dadurch fehle die ruhige Kulisse, bemängelte die Jury, der Pavillon gehe fast verloren. Inzwischen hat das Büro Larsen die Pläne überarbeitet. „Der Präsidialbau kommt hervorragend zur Geltung“, meint die Sprecherin der Hochschule.

Inzwischen ist Perrault, der einen 170 Meter langen Riegel entworfen hatte, aus dem Verfahren ausgeschieden. Die Frankfurt School hat sich entschieden, dass Larsens Entwurf verwirklicht werden soll. Doch die Gespräche mit dem Stadtplanungsamt kommen seit Monaten kaum voran. In vierzehn Tagen ist der nächste Termin.

Zeitplan könnte ins Stocken geraten

Offenbar geht es nicht nur um Details. Stadtplanungsamtsleiter Dieter von Lüpke spricht von „sehr vorläufigen Plänen“ und erinnert an die Auslobung: „Anstelle des untergehenden Kulturdenkmals war ein ähnlicher Baukörper gefordert, also eher eine lange Scheibe.“ Davon weiche Larsens Idee aber auch nach der Überarbeitung noch deutlich ab. Es gehe nicht nur um Fassadendetails: „Es geht um die Verteilung der Baumasse, um Städtebau“, sagt Lüpke. Er habe aber die Hoffnung, dass es noch 2013 eine Einigung gebe.

Aus Sicht der Frankfurt School hat die Gliederung in einzelne, leicht verschobene Türme auch Vorteile: „Sie sind so angeordnet, dass sie sich gegenseitig nicht die Sicht versperren: Jeder Nutzer hat Tageslicht am Arbeitsplatz und einen Ausblick auf die Skyline“, heißt es in der Projektbeschreibung. Im Inneren des Gebäudes liege „eine Zeil des Wissens“ als zentraler Treffpunkt auf dem Campus. Das Auditorium, das „Learning Center“, ein Restaurant, Cafés, Geschäfte, die Studienbetreuung und die Seminarräume sind mit der Zeil verbunden.

Sollte sich der Disput zwischen Bauherr und Behörde hinziehen, könnte der Zeitplan der Frankfurt School durcheinandergeraten: Bis zum Jahr 2020 will sie zu den fünf besten „Business Schools“ Europas gehören und setzt große Hoffnungen auf ihren Neubau an der Adickesallee.

Quelle: F.A.Z.

 
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