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Arbeitsprotokoll Der „Heim-Müller“ schlägt zweimal zu

Nicolai Müller schießt seine Tore für Mainz 05 immer zuhause. Gegen Stuttgart verhilft sein erster Doppelpack zum 3:1-Sieg. Die Entwicklung von „Heim-Müller“ steht beispielhaft für die seines Teams. Wir haben 90 Minuten genau hingeschaut.

© dpa Vergrößern Treffsicher im eigenen Stadion: Nicolai Müller köpft zum Siegtreffer ein

Nicolai Müller hat im engen Umfeld der Mannschaft von Mainz 05 einen schönen Spitznamen. „Heimspiel-Müller“ nennen sie den 25 Jahre alten Offensivspieler. So heißt Müller, weil er seit seinem Dienstantritt in Mainz alle seine Tore im Stadion der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt erzielte, seine besten Leistungen zeigte und auch den Großteil seiner Torvorlagen leistete.

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Am Samstag beim 3:1-Sieg seines Teams gegen den VfB Stuttgart untermauerte er seinen Ruf mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga. Müller sicherte mit seinen Treffern drei und vier der laufenden Spielzeit einen hochverdienten, aber dennoch nach dem Stuttgarter Führungstreffer durch - den übrigens ganz gegensätzlich in dieser Spielzeit nur auswärts erfolgreichen - Martin Harnik (48.) auch zwischenzeitlich gefährdeten Heimsieg vor 31.000 Zuschauern, der den Mainzern die Punkte 24 bis 26 und somit eine Weihnachtspause auf Rang sechs bescherte.

1. FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart © dpa Vergrößern Lass Dich umarmen! Pospech feiert den Torschützen Nicolai Müller

„Der Sieg ist besonders schön, weil die Tabelle jetzt auch in der Winterpause gut aussieht“, sagte der Mann des Tages nach dem Spiel. „In den vergangenen Wochen sind wir ja wegen der knappen Tabellenabstände immer mal von weit oben bis auf  Platz zwölf gestürzt, Platz sechs gibt jetzt unsere Leistung in der Hinserie gut wieder.“

Auswärts mit Schwächen

Und die tabellarischen Schwankungen, die die Mainzer nun wieder ins obere Tabellendrittel beförderten, geben zugleich auch die Formkurve Müllers wieder. Denn Mainz 05 hat sechs seiner acht Hinrundensiege errungen, wenn Müller mit einem Tor oder einer Vorlage maßgeblich dazu beitrug, lediglich beim 2:0-Auswärtssieg in Wolfsburg stand er gar nicht auf dem Feld.

Während er im eigenen Stadion in allen acht Partien in der Startelf stand, kam er in der Fremde oftmals höchstens als Einwechselspieler zum Einsatz oder musste so traurige Erfahrungen sammeln wie vor einigen Wochen in Bremen, wo er nach 39 Minuten von seinem Trainer Thomas Tuchel vorzeitig vom Feld genommen wurde, „weil die Körpersprache nicht in Ordnung war“.

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Müllers Probleme bei den Auswärtsauftritten seines Teams hängen freilich vor allem auch mit der im Vergleich zu den Heimspielen meist anderen Grundordnung zusammen. In den Stadien zwischen München und Hamburg agieren die Rheinhessen meist mit einer Mittelfeldraute und zwei Sturmspitzen.

Für Müller bietet dieses System nicht die Lieblingsposition auf der Außenbahn, die er als rechtes Glied der Dreier-Sturmreihe der 4-2-3-1-Grundordnung einnimmt, die die Mainzer im eigenen Stadion bevorzugen. Dort ist Müller nicht aus der Mannschaft wegzudenken, weil er „verinnerlicht hat, was für einen Fußball wir spielen wollen“, wie Tuchel es sagt.

Fleißiger Arbeiter

Gegen den VfB Stuttgart wirkt sich das derart aus, dass sich Nicolai Müller erst einmal vor allem auch im Defensivspiel einbringt. Dafür muss er seine Außenlinie immer wieder weit hinter sich lassen, wenn der VfB Stuttgart sein Spiel über die rechte Seite aufbaut. Dann arbeitet Müller nur 15 bis 20 Meter von der linken Außenlinie entfernt am Pressing mit. Sobald die Mainzer den Ball erobern, muss der nur 1,73 Meter kleine Flügelmann sofort den Turbo anschalten und den freien Raum suchen.

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