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„Antenne Mainz 106,6“ Lokalradio verrät Radarfallen

09.02.2012 ·  Die neue Welle „Antenne Mainz 106,6“ bietet Fastnachtern, Vereinsmeiern und Genussmenschen ein Forum.

Von Markus Schug, Mainz
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Der blaue und der weiße VW Caddy bleiben nicht lange unentdeckt, wenn sie an einer Mainzer Straße abgestellt sind. Und die daraufhin im Studio eingehenden Blitzermeldungen lassen dann erfahrungsgemäß nicht lange auf sich warten. So können die Moderatoren des neuen Lokalradios „Antenne Mainz 106,6“ meist mehrfach am Tag die für Geschwindigkeitskontrollen zuständigen städtischen Mitarbeiter grüßen und ihre Hörer vor Radarfallen warnen. Nahe dran zu sein am Geschehen und Musik zu spielen, die gehört wird: So beschreibt der seit dem Sendestart am 5.Oktober für das 24-Stunden-Programm verantwortliche Geschäftsführer Volker Pietzsch den Anspruch des von mehreren Einzelgesellschaftern der Radio Mainz Live Rundfunk GmbH gegründeten Privatsenders, der in Rheinhessen auf den UKW-Frequenzen 94,1 und 97,1 zu hören ist.

Dessen Macher sind in einem „eigentlich gesättigten Marktfeld“ angetreten, um der großen und meist landesweit ausstrahlenden Konkurrenz wie Radio RPR oder Südwestrundfunk die Stirn zu bieten. Noch dazu können die meisten ihrer theoretisch 800.000 Hörer in Mainz, Wiesbaden und der näheren Umgebung der beiden Landeshauptstädte bei Lust und Laune auch auf hessische Unterhaltungs- und Informationsanbieter umschalten.

Täglich um 11.11 Uhr haben Solisten ihre Chance

Verlässliche Angaben, wie viele Menschen sich täglich von den gut 20 Mitarbeitern des an der Hechtsheimer Straße untergebrachten Antenne-Teams mit Nachrichten und Wettervorhersagen versorgen lassen, gibt es nach vier Monaten Betrieb noch nicht. Ein wichtiger Indikator sei aber tatsächlich, wie schnell und von wie vielen autofahrenden Hörern die Standorte der Blitzer-Caddys gemeldet werden. Die in zwei Blöcken dargebotenen lokalen Werbebotschaften, Pietzsch zufolge dürfen es nicht mehr als zwölf Minuten in der Stunde sein, scheinen ebenfalls zu bestätigen, dass der Branchen-Neuling in der Region angekommen ist.

Derzeit können sich die Fastnachter fast schon die Türklinke in die Hand geben. Täglich um 11.11 Uhr haben eine Gruppe oder Solisten Gelegenheit, sich im Studio vorzustellen, sobald das Rotlicht angeht. Als „Vereinsmeier“ bittet der unter anderem als 05-Stadionsprecher bekannte Klaus Hafner donnerstags von 17 bis 19 Uhr zudem Vertreter von Sportvereinen aus der Region zum Experten-Plausch. Dann geht es um Hallenbauten, Aufstiegskämpfe und Wechselgerüchte. An den vier anderen Werktagen sitzt um diese Zeit der Journalist und Verleger Michael Bonewitz als Moderator am Regler; seine Lieblingsthemen sind gutes Essen und rheinhessischer Wein.

„Geniales und schnelles Medium“

Obwohl die Zielgruppe Männer und Frauen zwischen 30 und 50Jahren sind, habe man etwa bei der Musikauswahl den Anspruch, „alle Mainzer und Wiesbadener zu erreichen“. Ob in der Fastnacht oder bei Berichten von den Heimspielen des FSV Mainz 05 - bei der Programmgestaltung gelte es immer auch an jene zu denken, denen weder närrische Sitzungen noch Fußballspiele gefielen, sagt der in Mainz groß gewordene Geschäftsführer, dessen Partner Vittorio Nobile bei „106,6“ für den Vertrieb zuständig ist.

Als „geniales und schnelles Medium“ preist der 44 Jahre alte Pietzsch das Radio, das es immer geben werde. In den rund 300 Quadratmeter großen Hörfunkräumen, in denen noch an einem kleinen Ausweichstudio gearbeitet wird, hatten die Macher bis dato alles überwiegend im Griff, wie Pietzsch sagt. Schwieriger war es, an die von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation in Rheinland-Pfalz im März 2011 vergebene und von Mitbewerbern ebenfalls gewünschte Frequenz zu kommen. Damals wurde das Antenne-Team damit beauftragt, als lokaler Hörfunkanbieter die Stadtversorgung zu übernehmen. Wozu anscheinend auch gehört, dass alle Autofahrer wissen, wo die Blitzer stehen.

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Jahrgang 1962, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

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