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Main-Kinzig-Kreis : Boden zu weich zum Ernten

Fehl am Platz: Viele Landwirte hätten ihren Weizen lieber schon im Getreidespeicher. Bild: ZB

Die Landwirte im Main-Kinzig-Kreis sind mit diesem Sommer nicht glücklich: Erst war es zu früh zu trocken, nun ist es zu früh zu nass. Manch einer Pflanze tut der viele Regen aber auch gut.

          Auf manchem Acker können die Bauern das reife Getreide nicht ernten. Denn der Boden ist vom vielen Regen derart aufgeweicht, dass der Mähdrescher bis zur Achse einsinken würde. So bleibt das Korn stehen und wird überreif, bis es am Halm anfängt zu keimen und seinen Wert verliert. Das haben am Freitag Vertreter des Bauernverbands im Main-Kinzig-Kreis beklagt.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Ernte habe wegen der Hitze im Hochsommer zwar früh begonnen, ziehe sich nun aber wegen der schwierigen Bedingungen hin, sagte Jens Pleger, bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft Beauftragter für den Landkreis. In drei Jahrzehnten habe er nicht erlebt, dass sich eine Erntezeit so sehr in die Länge gezogen habe wie in diesem Jahr. So stehe teilweise das Getreide noch auf dem Feld, obwohl in den nächsten Wochen schon die Aussaat für das nächste Jahr anstehe.

          Gute Ernte in anderen Ländern

          Das bestätigte auch Bruno Wörner, Vorstandsvorsitzender des Bauernverbands im Main-Kinzig-Kreis. Im Osten des Kreisgebiets, in den ehemaligen Landkreisen Gelnhausen und Schlüchtern, seien einige Weizenfelder noch nicht abgeerntet. Wo die Ernte schon eingefahren sei, sei zwar die Menge durchschnittlich, die Qualität aber schlecht.

          Durch die Hitze und die Trockenheit im Mai und im Juni sei das Getreide zu schnell reif geworden, dadurch hätten sich die Körner nicht richtig ausbilden können. Darüber hinaus setzten die Gewitter und der heftige Regen den Kulturen zu, wie Wörner berichtete. Dadurch knickten Halme um und lägen auf dem Boden, was bei der Ernte hinderlich sei. Auch das Einholen von Stroh sei durch das nasse Wetter erschwert worden. Gutgetan habe der viele Regen dagegen anderen Pflanzen, deren Ernte noch anstehe: Mais und Zuckerrüben.

          Die Preise steigen trotz der geringen Menge qualitativ hochwertigen Getreides nicht, wie Pleger erläuterte. Zwar erreiche bei Weizen nur 30 bis 40 Prozent der Erntemenge die Qualität von Backweizen, sei also gut genug zum Brotbacken. Der größere Teil diene zur Herstellung von Viehfutter. In anderen Jahren sei dieses Verhältnis umgekehrt. Dennoch seien die Preise für Weizen niedrig, auch im Vergleich mit den vergangenen beiden Jahren. Denn Weizen werde international gehandelt und in Osteuropa, etwa in Bulgarien und in Frankreich, sei die Ernte gut ausgefallen. Und diese Länder drängten mit ihren Produkten auch auf den hiesigen Markt.

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