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Anglistik-Institut Frankfurt : Franconofurt kauft besetztes Uni-Gebäude

Lernzentrum: Im alten Institut für Anglistik üben sich Studenten in „kritischer Wissenschaft“ - noch jedenfalls Bild: Wonge Bergmann

Studenten besetzen seit Jahren das alte Gebäude des Frankfurter Anglistik-Instituts. Gleichwohl hat die Franconofurt AG die Immobilie erworben. Der neue Eigentümer setzt auf Deeskalation.

          Im Streit um die Zukunft des von Studenten besetzten Frankfurter Institutsgebäudes im Westend ist nun der Käufer bekannt: Nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung hat das Immobilienunternehmen Franconofurt AG das Gebäude von der Universität erworben. Wie das auf Vermietung und Verkauf von Wohngebäuden spezialisierte Unternehmen gestern bestätigte, geht das Gebäude im Sommer in sein Eigentum über. Den Kaufpreis mache man aus Rücksicht auf die Universität nicht öffentlich.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das 1953 nach den Plänen von Ferdinand Kramer errichtete frühere Amerikainstitut am Kettenhofweg steht unter Denkmalschutz. Studenten haben das Gebäude vor einigen Jahren besetzt und nutzen es seither für selbstorganisierte Vorlesungen, Tagungen und Partys. Ein Sprecher von Franconofurt kritisierte, dass die Universität den Besetzern „auf Kosten des Steuerzahlers“ sieben Jahre lang Strom und Wasser finanziert habe. Man habe sich aber vertraglich verpflichtet, den Nutzern Mietverträge anzubieten. Eine Räumung des Gebäudes komme vorerst nicht in Frage. „Wir haben es nicht eilig.“ Langfristig sei aber klar: „Niemand kann sich kostenlos dort lange aufhalten.“

          „Baugrundstück für den Gemeinbedarf“

          Franconofurt will zunächst klären, welche Nutzung des Gebäudes möglich ist. Das Westend gilt baurechtlich als Wohngebiet, allerdings liegt das Grundstück direkt an der stark befahrenen Senckenberganlage. Laut Bebauungsplan gilt es als „Baugrundstück für den Gemeinbedarf“. Der neue Eigentümer erwägt, in den unteren Etagen eine Kindertagesstätte einzurichten und an die Stadt zu vermieten.

          Unter Mieterschützern genießt Franconofurt keinen guten Ruf. Zu dem Geschäftsmodell gehöre es, Wohnhäuser aufzukaufen und die Mieten auszureizen, erläutert Rolf Janßen, Geschäftsführer des DMB Mieterschutzvereins Frankfurt. Im Geschäftsbericht zählt Franconofurt zur Strategie einer Tochterfirma die „konsequente Ausnutzung von Mietsteigerungspotentialen“. Im November warnte der Mieterschutzverein vor unberechtigten Kautionsforderungen des Unternehmens.

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