Wir meinen ihn ja schon zu kennen. Und zu wissen, was Ignacio in seiner Freizeit macht und dass er Probleme mit dem deutschen Dativ hat. Der Hessische Rundfunk hatte, Ignacio Rodríguez Úbeda beharrlich duzend, zuvor in der Serie „Ignacio fängt neu an“ ausschweifend über den 24 Jahre alten Spanier berichtet. Úbeda war in seiner Heimat arbeitslos gewesen und im November auf einer von der hessischen Landesregierung initiierten Jobbörse in Madrid angeworben worden.
Am Donnerstag Abend landete er am Frankfurter Flughafen, morgen fängt er in Wölfersheim in der Wetterau als Altenpfleger an zu arbeiten. Wie schon einige Spanier vor ihm, möchte man meinen. Doch Úbeda erwarteten viele Journalisten, und auch der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) stand bereit. Er hieß ihn willkommen - und die Kameras blitzten. Úbeda ließ den Trubel schüchtern lächelnd über sich ergehen und sprach brav seine ersten deutschen Sätze in die Mikrofone. Ja, er sei arbeitslos gewesen und freue sich auf Deutschland.
Ein wenig fühlte man sich erinnert an die Bilder des einmillionsten Gastarbeiters, dem 1964 am Bahnhof in Köln-Deutz ein Moped geschenkt wurde. Aber alles, was Úbeda bekam, war eine Tüte mit Köstlichkeiten aus der Region.