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Ambulante Pflegedienste Versorgt in den eigenen vier Wänden

Wer zu Hause alt werden will, den Alltag aber nicht mehr alleine bewältigen kann, braucht Hilfe. Können Angehörige diese nicht leisten, helfen ambulante Pfleger beim Waschen und Anziehen, sorgen für Ordnung im Haus und haben ein offenes Ohr für ihre Patienten.

© Wresch, Jonas Vergrößern Reden, zuhören, trösten: Ambulante Pflegedienste helfen dabei, Menschen in ihren eigenen vier Wänden zu versorgen.

Mit einem der vielen Schlüssel an ihrem Bund schließt Christine Hohmann die Tür zur Wohnung von Gisela Wackermann auf. Hohmann ist Krankenschwester und arbeitet als Pflegefachkraft für die evangelische Hauskrankenpflege der Diakonie. Gisela Wackermann aus Heddernheim ist eine von drei Patientinnen, um die sie sich an diesem Mittwochmorgen kümmert.

Die Rentnerin schläft noch. Leise geht Hohmann in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten. Sie kocht Kaffee, dann stellt sie einen Teller mit zwei Scheiben Roggenbrot, ein Schälchen Butter, ein weiteres mit Erdbeermarmelade und ein Glas Orangensaft auf ein Tablett und trägt es ins Wohnzimmer. Danach öffnet sie vorsichtig die Schlafzimmertür.

1200 Menschen nutzen diese Dienste

„Sie sind ja schon wach!“, ruft Hohmann erstaunt, als sie den Raum betritt. Sachte zieht die Pflegerin die Bettdecke zurück und umwickelt Gisela Wackermanns Beine von den Zehen bis zu den Knien mit neuen Kompressionsverbänden. „Heute ist ein herrlicher Tag, nicht wahr?“, fragt Hohmann. „Ja, richtig schön!“, antwortet die zierliche Frau und blickt aus dem Fenster in den wolkenlosen Himmel.

Gisela Wackermann ist 89 Jahre alt und gehört zu den knapp 1200 Frankfurtern zwischen 85 und 90 Jahren, die nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Angebote ambulanter Pflegedienste wahrnehmen. Ihre Altersgruppe ist die mit den meisten Pflegefällen. An zweiter Stelle stehen die 80 bis 85 Jahre alten Männer und Frauen mit rund 990 Pflegebedürftigen.

Die Diakonie legt fest, wie lange sie bleiben kann

Gisela Wackermann nimmt am Wohnzimmertisch Platz und schaut auf das Tablett. „Alles da!“, sagt sie zufrieden und trinkt einen Schluck. „In einem Altenheim zu leben wäre furchtbar. Da sind nur Kranke um einen.“ Wie sie lassen sich immer mehr pflegebedürftige Frankfurter zu Hause versorgen. Von rund 3200 im Jahr 1999 ist die Zahl der in den eigenen vier Wänden Betreuten auf rund 5100 im Jahr 2011 gestiegen. In ganz Hessen werden rund 90.000 Menschen von Pflegeeinrichtungen betreut.

Hohmann setzt sich hinter das Steuer ihres kleinen Dienstwagens. Die nächste Patientin wartet in Bockenheim. Eine gute Dreiviertelstunde war sie in Heddernheim. Wie lange sie bei den Patienten bleiben soll, legt die Diakonie fest. Je nach Patient dauern ihre Hausbesuche zwischen 30 und 75 Minuten. Bleibt sie länger, muss sie das in ihrem Pflegeplan vermerken. Bevor Hohmann den Zündschlüssel dreht, schaut sie auf ihr Smartphone. Die Diakonie-Station schickt ihr den Plan als Datei. „Pro Tag fahre ich zu acht bis zehn Patienten“, sagt sie. Hat sie Frühdienst, beginnt ihr Tag um 6.30 Uhr und endet gegen 13.30 Uhr. Bei Spätdienst ist sie von 16.30 Uhr bis 20.30 Uhr unterwegs, fünf Tage die Woche. Zu den regulären Arbeitszeiten kommen unbezahlte Überstunden. Hohmann verdient monatlich 1500 Euro netto - und ist damit durchaus zufrieden.

Pflegekassen übernehmen Teil der Leistungen

In Bockenheim angekommen, zieht sie ihren weißen Arbeitskittel an und geht vor Dora Schmidt, der Frau im Sessel neben ihr, in die Hocke. Behutsam zieht sie eine schwarze Socke über deren linken Fuß. Hohmann hilft der 92 Jahre alten Frau beim Anziehen, sie bringt ihr den Müll runter und wäscht sie. Heute war Dora Schmidt schneller. „Ich hab mich schon gewaschen“, sagt sie und lächelt.

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