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Bewegung in Frankfurt : Altes Gericht in Wiesbaden verkauft

  • Aktualisiert am

Verkauft: altes Gerichtsgebäude in Wiesbaden Bild: Frank Röth

In den Verkauf zweier wichtiger Landesimmobilien ist Bewegung gekommen. Beim Alten Gericht ist der Weg schon frei. Bei dem von Investoren umworbenen Alten Polizeipräsidium in Frankfurt tut sich nach Jahren des Verfalls auch etwas.

          Seit sieben Jahren steht das denkmalgeschützte Alte Gericht in Wiesbaden schon leer. Jetzt steht fest, dass auf das Areal Miet- und Studentenwohnungen kommen. Das Land hat die mehr als 5000 Quadratmeter große Fläche für rund 2,9 Millionen Euro an die landeseigene Nassauische Heimstätte verkauft, wie das Finanzministerium mitteilte. Der Haushaltsausschuss des Landtags habe am Mittwoch dem Deal zugestimmt.

          Die Liegenschaft, zu der ein ebenfalls unter Schutz stehendes Beamtenhaus gehört, sollte eigentlich die private European Business School (EBS) aufnehmen. Doch die Pläne scheiterten. Die ebenfalls private Hochschule Fresenius wird auf einem Teil des Geländes eine Niederlassung errichten.

          Vermarktung mit europaweiter Ausschreibung

          Ebenfalls vorantreiben will das Land den Verkauf des seit rund 15 Jahren leerstehenden Alten Polizeipräsidiums in Frankfurt. Es werde ein Vermarktungsverfahren mit europaweiter Ausschreibung vorbereitet, kündigte Finanz-Staatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) an. Das Interesse von Investoren an der Immobilie sei groß.

          Das zwischen Hauptbahnhof und Messe stehende neobarocke Gebäude verfällt seit rund 15 Jahren. Das Land hat in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass wegen des unter dem Gebäude geplanten U-Bahntunnels die Suche nach einem Käufer auf Eis gelegt werden müsse. Die Stadt Frankfurt hatte dagegen argumentiert, das laufende Planfeststellungsverfahren sei kein Hindernis. Die bisherigen „Hemmnisse“ würden in Kürze wegfallen, begründete Weyland die neue Lage. Man stehe im abschließenden Austausch mit der Stadt und den städtischen Verkehrsbetrieben VGF.

          Auf dem rund 15 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Hauptbahnhof und Messe könnten Büros und Wohnungen entstehen. Der Bebauungsplan sieht ein bis zu 145 Meter hohes Hochhaus im Hof und den Erhalt des großenteils denkmalgeschützten Altbaus vor.

          Zuletzt war das Areal jedoch auch als neuer Standort für die Städtischen Bühnen im Gespräch. Da die Doppeltheateranlage am Willy-Brandt-Platz für geschätzte rund 300 Millionen Euro saniert werden muss, schauen sich die Stadtoberen nach anderen Möglichkeiten um.

          Als Kaufpreis hat das Finanzministerium schon vor Jahren rund 90 Millionen Euro veranschlagt. Dieser Preis dürfte inzwischen um vieles höher liegen. „Die Marktsituation ist gut“, meinte Weyland. „Deshalb hoffen wir, nun bald loslegen zu können.“

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