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Frankfurt : Die Alte Oper wird umgebaut

Goldene Schatulle: So soll das Pausenfoyer einmal aussehen. Bild: Simulation Wagner

Die Alte Oper in Frankfurt plant die Sanierung: Das Pausenfoyer bekommt eine neue Form und der Brandschutz wird erneuert. Doch was das kostet, darüber gibt es nur erste Schätzungen.

          Wer sich in einem Jahr im Pausenfoyer der Alten Oper in Frankfurt einen Weißwein oder eine Brezel bestellt, betritt eine kleine Bühne: Wie in einem vergoldeten Schatzkästchen liegt die helle Bar in der Mitte des dunklen Raumes, der von Hunderten LED-Lämpchen an der Decke in Szene gesetzt wird. So sieht es der Siegerentwurf des Münchener Architekturbüros Wagner vor, der im Sommer 2017 während der Theaterferien realisiert werden soll, so dass der Spielbetrieb nicht darunter leidet. Das kleine Architekturbüro konnte sich in einem Wettbewerb gegen hochkarätige Teilnehmer durchsetzen: Das Büro der verstorbenen Star-Architektin Zaha Hadid landete nur auf dem zweiten Platz.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wenn die Besucher die Alte Oper nach den Theaterferien 2017 wieder betreten, werden sie das große Pausenfoyer im ersten Stock kaum wiedererkennen. Bisher fühlt man sich dort, wie auch sonst im Inneren des Konzerthauses, in die achtziger Jahre zurückversetzt: vergoldete Handläufe, überbreite Säulen, in der niedrigen Decke vor der Bar spiegeln sich Tische, Stühle und der braune Teppichboden. Mit der Umgestaltung soll die Alte Oper nun eine zeitgenössische Schicht hinzugewinnen.

          Großzügige Spende ermöglicht Umbau

          Der Denkmalschutz sei mit den Plänen einverstanden, sagt Intendant Stephan Pauly. Auch der Bodenbelag und die Wände des Pausenfoyers werden neu gestaltet. Pauly verspricht sich von dem Umbau eine zeitgemäße, großzügige und einladende Wirkung. Nach der Umgestaltung sollen sich die Besucher noch wohler fühlen. Durch die offenere Anmutung und größere Flächen werde das Foyer zudem flexibler nutzbar, was der Multifunktionalität des Hauses diene, sagt der Intendant.

          Finanziert wird der Umbau durch eine großzügige Spende zweier Stiftungen: Die Dr.-Marschner-Stiftung und die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung geben zusammen eine Million Euro und stellen sich damit in die Tradition des einst durch Bürgerengagement ermöglichten Wiederaufbaus der Alten Oper. Pauly ist dankbar für das „wahnsinnig große Geschenk“. Er freut sich über die Investition in die Zukunft des Gebäudes, dessen jährlich mehr als 400 Veranstaltungen rund 450.000 Besucher anlocken.

          Sanierung soll über mehrere Jahre laufen

          Doch der Umbau des Pausenfoyers ist nicht die einzige bauliche Veränderung in der Alten Oper. Weil der Brandschutz des Konzerthauses veraltet ist, wirft eine Sanierung ihre Schatten voraus. Die Kosten werden in der Ausschreibung auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Wie hoch sie tatsächlich sind, kann Pauly noch nicht beziffern. „Wir sind noch in der Startphase des Projekts“, sagt er.

          Derzeit läuft die Vorplanung, Anfang 2017 soll eine erste Kostenberechnung vorliegen. Das Projekt sei aber mit dem Sanierungsaufwand der Städtischen Bühnen nicht vergleichbar, sagt ein Insider. Von 2018 an soll der Brandschutz verbessert werden. Unter anderem müssen 80 Holztüren ertüchtigt werden, Arbeiten an der Stromversorgung und eine Erneuerung der Brandmeldeanlage sind ebenfalls nötig.

          Kabel, Rauchmelder und teilweise schwer zugängliche Brandschutzklappen müssen ausgetauscht werden. Die Sanierung wird sich über mehrere Jahre hinziehen und in den Theaterferien stattfinden. Der logistische Aufwand ist hoch, denn außerhalb der sechs Wochen Spielpause ist das Haus das ganze Jahr über belegt. Die Umgestaltung des Pausenfoyers wird mit der Sanierung abgestimmt. „Beide Projekte müssen zusammen gedacht werden“, sagt Pauly. Weitere architektonische Veränderungen an der Alten Oper seien aber nicht geplant.

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