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Neben der Alten Oper : Der schönste Parkplatz der Stadt

Schausteller: Vor dem Neubau werden vor allem teure Autos abgestellt Bild: Petra Kirchhoff

Nicht legal, aber bequem: Neben der Alten Oper in Frankfurt stellt am Abend mancher gerne sein schickes Auto ab und zeigt, dass er dazu gehört.

          Parken ist in Frankfurt eine Qual. Kein Platz, nirgends. Überall Verbote und Hindernisse: Bewohnerpark- und Fußgängerzonen, Mieträder- und Carsharing-Stationen, Blumenkübel, Fahrradständer – und Kontrolleure, die am Abend bis zur letzten Minute vor Ende des Anwohnerprivilegs mit Vergnügen Knöllchen unter die Windschutzscheibe klemmen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es geht auch anders. Unser Geheimtipp in diesem Sommer ist der Platz neben der Alten Oper, und zwar auf jener Seite, auf der das neue Hotel Sofitel steht und im Mai die Kirschbäume rosa blühen. Dort ist nach unserer Einschätzung bei guter Einpark-Logistik Platz für etwa 20 Autos, oder besser 15, denn die Autos, die dort stehen (Porsche, BMW, Mercedes, Maserati) sind in der Regel etwas größer. Richtig eng wird es ohnehin nie. Nach unserer Beobachtung während der vergangenen Wochen müssen sich Autoparker den Platz mit höchstens sechs anderen teilen, manchmal sind es auch nur zwei. Das wechselt. Mitunter hat man den Platz auch ganz für sich allein.

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          Wer neben der Alten Oper parkt, bietet seinem Auto einen der schönsten Plätze Frankfurts – nicht nur die Häuserfassaden, auch Straßenlaternen und Poller machen, verschnörkelt und verziert, auf Neorenaissance. Außerdem zeigt man, dass man dazugehört. In den Restaurants am Platz sitzen abends Menschen, die gut aussehen und so, als hätten sie in ihrem Leben schon viel erreicht. Alle sind bester Stimmung. Gute-Laune-Musik haben auch die Straßenmusiker dabei: „Just the two of us“ zum Beispiel.

          Autofahrer müssen ein bisschen suchen, bis sie die Zufahrt finden. Am besten nehmen sie, von der Taunusanlage kommend, den Weg zum Parkhaus Alte Oper, fahren aber geradeaus weiter Richtung Sofitel-Haupteingang und biegen dann scharf rechts ab, dort wo das Schild mit Hinweis auf die Spielstraßen-Zone steht. Geht gut, es gibt keine Poller – und auch keine wegversperrenden Eisenketten wie sonst an dieser Stelle. Dem Sofitel sei Dank. Das Hotel ist zur Alten Oper hin immer noch Baustelle und braucht offenbar den Platz für Gerüste und freie Fahrt für die Bautrupps. Daher vermutlich das Schlupfloch.

          Ein Geheimtipp

          Neulich hat sich sogar mal ein Ferrari in die Ecke gewagt, dessen Fahrer es sich dann doch anders überlegte – anders als der Besitzer des orangefarbenen Lamborghini, der direkt neben dem stillgelegten Brunnen stand. Vielleicht ist er ja sogar einmal zum Posen drumherum gefahren. Das hätten wir dann leider verpasst.

          Sei’s drum. Auch von den übrigen, frei wählbaren Parkplätzen sind es stets nur ein paar Schritte zu den Lokalitäten, auf deren Terrassen abends lange die Sonne scheint. Neuerdings hat sogar das Hotel bis weit in den Platz hinein aufgestuhlt und eingedeckt, was streng genommen ein paar Parkplätze kostet. Aber wir wollen mal nicht so sein.

          Beunruhigt sind wir dagegen, dass sich der Geheimtipp inzwischen offenbar auch in Bad Homburg herumgesprochen hat, wie die Kennzeichen der parkenden Autos zeigen. Also am besten schnell vorbeifahren. Wird schon schiefgehen. Einen Kontrolleur haben wir bei unseren gelegentlichen Abend-Absackern in der Dolce-Vita-Zone jedenfalls nie gesehen. Und wenn einer kommt: Dann fährt man einfach eine Etage tiefer ins Parkhaus mit seinen 402 Plätzen. Kostet 2,50 Euro je angefangene Stunde und sechs Euro über Nacht.

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