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: Alsdann

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Wenn nicht alles täuscht, wird 2004 ein Jahr der Neuerungen. Das fängt schon heute an: Keine Zuschüsse für Brillen, kein Viagra auf Krankenschein, noch nicht einmal für Sozialhilfeempfänger, die solches ...

          Wenn nicht alles täuscht, wird 2004 ein Jahr der Neuerungen. Das fängt schon heute an: Keine Zuschüsse für Brillen, kein Viagra auf Krankenschein, noch nicht einmal für Sozialhilfeempfänger, die solches Menschenrecht vor Gericht erstreiten wollten, beim Arzt hat man jetzt Bares abzuliefern, zehn Euro werden das Verhältnis zwischen Patienten und Medizinleuten wahrscheinlich ein bißchen verdinglichen: Geld für Leistung, in anderen Ländern galt das längst. Ach, und der Strom wird teurer, die Steuern sinken ein wenig.

          Das alles steht schon fest, anderes ist vorhersehbar: Der heimische Fernsehhandel wird von den Olympischen Spielen in Athen profitieren, Sabrina Setlur will Frankfurt den Rücken kehren und nach München ziehen, was sich eigentlich nicht gehört, weil uns die Münchner unsere Buchmesse klauen wollten, in Hanau soll prozessual festgestellt werden, ob die frühere Oberbürgermeisterin strafrechtlich fehlte, Mainz sucht einen neuen Oberbürgermeister und wird wohl den alten finden, Frankfurt und die anderen Großstädte werden unter Schulden ächzen, Geld ist nicht in Sicht, nirgends.

          Was sonst im Zeitenschoße an schwarzen und an heitren Losen ruht, weiß Gott allein. Der Nebel um die Ausbaufähigkeit des Frankfurter Flughafens mag sich schon recht bald ein wenig lichten, wenn die Störfallkommission darüber befindet, ob Ausbau und Ticona sich vertragen. Ob aber der neue Betreiber des Waldstadions wirklich auf Dauer gefunden ist, ob sich in der Dauerdiskussion um die bessere Vernetzung der Region etwas Entscheidendes tut, ob die Europawahl diesmal die Menschen mehr bewegt als sonst, ob Opel auf die Beine kommt, ob wir vom Terrorismus verschont bleiben - wir werden sehen.

          Zu den spannenderen Entwicklungen wird die Politik des Ministerpräsidenten zählen, im Lande mit den schwer kalkulierbaren Spätfolgen seines Sparkurses, in der Bundespolitik wegen seines Durstes nach Einfluß und Macht. Gerade erst hat Koch zugegeben, Merkel habe derzeit die stärkere Position. Aber 365 Tage sind in der Politik eine halbe Ewigkeit, und Koch hat die Fähigkeit zur Chuzpe. Wir Zeitgenossen aber werden bei allem, was kommt, sei es gut oder minder gut, immer den Trost haben: Wir sind dabeigewesen. PETER LÜCKEMEIER

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