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AfD-Gruppen an Hochschulen : Gegen Studiengebühren, für Gummigeschosse

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Auf den hinteren Seiten des Wahlprogramms allerdings finden sich Forderungen, die Linke mit Sicherheit nicht teilen werden. Unter dem Punkt „Patriotische Hochschule“ wird verlangt, den Studenten „historische Ereignisse und Personen in der deutschen Geschichte“ näherzubringen und ihnen ein „patriotisches Wertebild“ zu vermitteln. Studentenverbindungen sollen Uni-Räume nutzen dürfen. Als Alleinstellungsmerkmal sehen die JA-Vertreter auch ihre Forderung, die Zivilklausel aufzuheben: 2013 hatte sich die Uni verpflichtet, nur zu friedlichen und zivilen Zwecken zu forschen. In der Region Kassel gibt es mehrere Unternehmen wie Rheinmetall, die auch für das Militär produzieren. Die Zivilklausel habe „vieles kaputtgemacht“, sagt Werl; zum Beispiel seien Praktikumsplätze verlorengegangen.

Überhaupt ist das Militär ein Thema, das ihn und Dilli beschäftigt. Dilli liest privat bevorzugt Bücher über Militärgeschichte. Werl sagt, er könne sich nach dem Studium eine Karriere bei der Bundeswehr vorstellen. Die beiden sähen es gerne, wenn die Wehrpflicht wiedereingeführt würde und auch für Frauen gälte. Ersatzweise könne man ja zur freiwilligen Feuerwehr oder zum Technischen Hilfswerk gehen, sagt Werl, „Hauptsache, man bringt sich in die Gesellschaft ein“.

Klare Worte, nervöse Füße

Dass ein CSU-Minister die Wehrpflicht ausgesetzt hat, ist in ihren Augen einer von vielen Belegen dafür, dass die Unionsparteien längst „links“ seien. Ein weiterer sei Merkels „Verfassungsbruch“, der es ermöglicht habe, dass Flüchtlinge ungehindert nach Deutschland eingereist seien. Man müsse die Grenzen besser schützen - im Zweifel auch mit Schüssen. „Das ist geltende Rechtslage“, behauptet Werl. Dilli fügt hinzu: „Man muss ja nicht unbedingt tödlich schießen, es können auch Gummigeschosse sein. Aber man muss klarmachen: Bis hierhin und nicht weiter.“

In Blogs wird Werl als „rechtsextrem“ und als „Neonazi“ bezeichnet. Unter anderen die Antifa wirft ihm vor, Mitglied der Kasseler Burschenschaft Germania zu sein, die der Deutschen Burschenschaft angehört. Dem Dachverband wird vorgehalten, sich nicht klar von rechtsradikalen Ideen zu distanzieren; etliche Burschenschaften haben ihn in den vergangenen Jahren verlassen.

Werl sagt, die Vorwürfe gegen ihn seien „an den Haaren herbeigezogen“, und wippt unter dem Tisch nervös mit dem Bein. Die Burschenschaft habe er sich „nur kurze Zeit angeschaut“ und sich „aus zeitlichen Gründen“ gegen eine Mitgliedschaft entschieden. Distanzieren will er sich von ihr aber nicht, schließlich habe er dort keine Neonazis getroffen. „Die Leute, die ich da kennengelernt habe, waren alle korrekt, wertkonservativ und traditionell. Ich habe keinen Kontakt zu zwielichtigen Personen, mein Bekanntenkreis besteht ja überwiegend aus Mitgliedern der AfD.“

Im Mai haben Werl, Magnitz und Dilli den thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke kennengelernt, der dem rechten Flügel der Partei angehört. Wenn sie über die Begegnung sprechen, klingt es, als sei Höcke ein Popstar. Sie haben in Erfurt bei einer Demonstration gegen Moscheebauten seine Rede gehört und waren hinterher noch mit ihm essen. Magnitz’ Vater, der dem Bremer AfD-Landesvorstand angehört, hat sie mitgenommen. Höcke könne „toll reden“ und sei „sehr belesen“, schwärmt Magnitz. Werl nennt ihn einen „sehr kultivierten Menschen“ und sagt: „Uns verbindet die tiefe Zuneigung zu unserer Nation, zu unserer Kultur und zu unserem Volk.“

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