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Ältestes Musikgeschäft Frankfurts : „Bei uns war der König Kunde“

Cream Music im Bahnhofsviertel in Frankfurt konkurriert mit besonderer Expertise und Service gegen Massenanbieter. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Elvis Presley, John Lennon, die Rolling Stones und The Police: Sie alle haben bei Cream Music schon Gitarren eingekauft. Das Geschäft der Familie Hahn ist das älteste seiner Art in Frankfurt.

          Bernhard Hahn kennt die Geschichte nur aus Erzählungen seiner Oma Irene, doch er erzählt sie, als wäre er selbst dabei gewesen: Am 20. Dezember 1958 kaufte Elvis Presley bei Cream Music, damals noch Musikhaus Hummel, eine Gitarre. Presley war als amerikanischer Soldat in Friedberg stationiert, den Laden an der Taunusstraße in Frankfurt hat er selbst allerdings nicht betreten, wie Hahn berichtet. „Wenn die Prostituierten mitbekommen hätten, dass Elvis Presley in unserem Musikgeschäft ist, wäre hier sofort Hysterie ausgebrochen“, sagt Hahn, der das Geschäft heute führt. Die Leibwächter seien deshalb mit jeweils zwei Gitarren, eine links, eine rechts, immer wieder an das Fenster der Limousine gegangen, bis der King of Rock’n’Roll sich für eine entschieden hatte.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Rechnung über 225 Mark für die schwarze Isana, ausgestellt auf „Herrn Elvis Presley“, hängt noch heute hinter der Ladentheke. „Seitdem gibt es bei uns den Spruch: Normalerweise ist der Kunde König - bei uns war der König Kunde“, sagt Hahn.

          Elvis Presley ist nur einer von vielen Rockstars auf der Käuferliste der Familie Hahn. Auch John Lennon, die Rolling Stones, The Police und Billy Idol haben in Frankfurts ältestem Musikgeschäft schon Gitarren gekauft. Im Jahr 1904 eröffneten Heinrich Hummel und seine Ehefrau Babette den Laden, sie verkauften und reparierten zunächst Zithern und Akkordeons.

          Geschäft in vierter Generation geführt

          Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen durch die Präsenz der Alliierten auch Gitarren und Bässe von Herstellern wie Gibson und Fender nach Deutschland. 1978 eröffneten die Brüder Hans und Klaus Hahn zudem ein Schlagzeuggeschäft, „den ersten reinen Drum-Laden Europas mit einem Raum, in dem Kunden die Instrumente ausprobieren konnten“, wie Bernhard Hahn stolz anmerkt. Damals sei es üblich gewesen, Schlagzeuge aus dem Regal zu kaufen. Heute führt er mit seinem Bruder Robert und seinen Cousins Martin und Stefan das Geschäft bereits in vierter Generation.

          Die nostalgische Einrichtung ist über all die Jahre geblieben. Auf dem Tresen, der bedeckt ist mit Aufklebern aller möglichen Bands und Musiker, thront noch immer eine grüne Kasse aus dem Jahr 1927, die jedes Mal klingelt, wenn man sie öffnet. In deckenhohen Regalen reihen sich Gitarren aneinander, die von bunten Discolichtern angestrahlt werden. Die Rückwände sind mit Samt ausgestattet, mal lila, mal weinrot, mal giftgrün. „Wir wollen kein Laden sein wie jeder andere“, sagt Hahn, der wie sein Bruder und seine Cousins selbst Musik macht.

          Wie jedes andere Geschäft ist Cream Music jedoch dem Konkurrenzdruck der Branche ausgesetzt. „Früher wurde der Preis im Laden gemacht“, sagt Hahn. „Heute gucken die Leute zuerst im Internet und kommen mit einem festen Preis im Kopf ins Geschäft.“

          Um sich von der Konkurrenz abzuheben, setzt das Traditionsgeschäft auf Servicequalität: Sie berieten ihre Kunden ausführlich, stellten die Instrumente ein, reparierten sie auch, sagt Hahn. So wollen sie das Familienunternehmen auch in Zukunft erfolgreich betreiben und bewahren. Die fünfte Generation steht auch schon bereit.

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