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Achtsamkeitstraining : Mit Meditation das Trauma bekämpfen

Konzentration: Eine Frau sitzt in einer für Yoga-Übungen typischen Haltung. Psychotherapeuten der Goethe-Universität wollen zeigen, dass Yoga und Achtsamkeitstraining traumatisierten Menschen helfen können. Bild: Bildagentur-online/McPhoto-PWI

Psychologinnen der Goethe-Universität suchen nach neuen Wegen, um Patienten zu helfen, die Gewalt erlebt haben. Ein Achtsamkeitstraining könnte helfen, deren Leiden zu verringern.

          Frankfurt. Meike Müller-Engelmann und Franziska Schreiber wollen neue Erkenntnisse für die Behandlung von Trauma-Patienten gewinnen. Die beiden Psychologinnen arbeiten an der Verhaltenstherapie-Ambulanz im Institut für Psychologie der Goethe-Universität und suchen noch Patienten, die sie bei ihren Studien unterstützen wollen. In drei Untersuchungen möchten sie gemeinsam mit ihren Kollegen herausfinden, wie Achtsamkeitstraining traumatisierten Erwachsenen helfen kann, ob junge Leute im Alter zwischen 14 und 21Jahren auf eine neu entwickelte Therapie ansprechen und wie emotional besonders instabile Patienten unterstützt werden können, denen in ihrer Kindheit und Jugend Gewalt angetan wurde.

          Stefan Toepfer

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Müller-Engelmann sagt, die Wirksamkeit des „Mindfulness-Based Stress Reduction“ genannten Achtsamkeitstrainings sei bereits bei vielen körperlichen und psychischen Störungen nachgewiesen worden. „Achtsamkeitsbasierte Verfahren nehmen mittlerweile in der Psychotherapie einen großen Raum ein“, urteilt Heike Winter, stellvertretende Vorsitzende der Landeskammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Hessen. Winter, die in Offenbach als Verhaltenstherapeutin arbeitet und Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Ausbildungsprogramms Psychologische Psychotherapie an der Goethe-Universität ist, fügt hinzu: „Es gibt seit etwa zehn Jahren ein sehr großes Forschungsinteresse, und die Wirksamkeit dieser Ansätze konnte gut belegt werden.“

          In Kooperation mit Trauma- und Opferzentrum

          Nun soll eine Pilotstudie an der Verhaltenstherapie-Ambulanz ein erster Schritt sein, um zu zeigen, dass Übungen wie Sitz- und Gehmeditationen, Yoga und weitere Übungen auch Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung helfen können. Müller-Engelmann zufolge ist dies die erste Studie in Deutschland dazu, eine ähnliche Untersuchung gab es vor drei Jahren an der Universität Maryland. „Wir gehen davon aus, dass die Patienten durch die Förderung von Achtsamkeit ihren hohen Leidensdruck verringern können“, sagt die Psychotherapeutin. Den Teilnehmern solle geholfen werden, „mit ihrem emotionalen Erleben wieder mehr in Einklang zu kommen, ohne dass dafür eine explizite Konfrontation mit den belastenden Erinnerungen notwendig ist“. Elemente von Achtsamkeitstraining sind schon jetzt Bestandteil kognitiv-verhaltenstherapeutischer Verfahren. „Diese sind aber meistens sehr belastend“, so Müller-Engelmann. In ihnen sollen die Patienten das traumatisierende Ereignis imaginativ nacherleben, so dass es bearbeitet werden kann. Müller-Engelmann kam auf die Idee, traumatisierten Patienten einen achtwöchigen Achtsamkeitskurs anzubieten - entweder als Vorbereitung auf eine gängige Therapie oder, bei einem günstigen Verlauf, als einzige Behandlung. „Traumatisierte Patienten neigen dazu, schmerzhafte Erinnerungen und Erfahrungen zu vermeiden. Ein achtsamer und akzeptierender Umgang mit dem eigenen Erleben soll einer weiteren Chronifizierung der Störung entgegenwirken.“

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