Home
http://www.faz.net/-gzg-765sz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Acht Verletzte im Krankenhaus Gas-Unfall in Wiesbadener Shisha-Bar

Wasserpfeifen können gefährlich sein - in Wiesbaden gab es in einem halben Jahr drei Unfälle mit giftigem Kohlenmonoxid. Ausgerechnet ein Verkehrsunfall rief diesmal die Retter auf den Plan.

© Roeder, Jan Vermutlich vom Kohlenfeuer der Rauchgeräte wurde das Gas-Unglück in einer Wiesbadener Shisha-Bar ausgelöst

In einer Wiesbadener Wasserpfeifenbar haben acht Menschen eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten - verursacht vermutlich vom Kohlenfeuer der Rauchgeräte. Zwei der Verletzten wurden nach dem Vorfall in der Nacht zum Mittwoch in eine Druckkammer gebracht, um die Gaskonzentration im Blut schnell zu senken. Das könne bleibende Schäden verhindern, sagte Götz Brodermann, Rettungsdienstleiter der Horst-Schmidt-Kliniken.

Alle acht wurden im Krankenhaus behandelt, Lebensgefahr bestand nicht. Erst ein Autounfall, den einer der angeschlagenen Barbesucher verursachte, hatte die Helfer auf den Vorfall aufmerksam gemacht.

Keine Gefahr für Nachbarn

Andere Ursachen als die Wasserpfeifen (arabisch: Shisha) seien auszuschließen, sagte Karl-Heinz Hartenfels von der Berufsfeuerwehr. Die Feuerwehr hatte zunächst auch eine defekte Gastherme in Betracht gezogen. Für die Nachbarn der Bar bestand am Mittwoch keine Gefahr mehr. Die Einsatzkräfte hatten zunächst neun Anwohner in Sicherheit gebracht.

Durch einen Verkehrsunfall waren die Behörden gegen Mitternacht auf die Gefahr aufmerksam geworden: Sie stellten eine Kohlenmonoxid-Vergiftung bei einem Autofahrer fest, der gegen eine Laterne gefahren war. Er erklärte, die Wasserpfeifen-Bar besucht zu haben. Dort trafen Beamte drei weitere Besucher mit hohen Kohlenmonoxid-Werten an.

Es sei innerhalb von sechs Monaten der dritte Kohlenmonoxid-Unfall in Wiesbadener Shisha-Bars gewesen, sagte Hartenfels. Auch in den beiden anderen Fällen hatten die Verletzten zu viel Kohlenmonoxid aus dem Kohlenfeuer der Wasserpfeifen eingeatmet. Die Feuerwehr sieht die schlechte Belüftung der Bars in allen Fällen als wesentliche Ursache.

Fataler Unfall in Mehrfamilienhaus

Im November 2011 waren in einem Wiesbadener Mehrfamilienhaus drei Menschen ums Leben gekommen, die wegen einer defekten Heizung im Schlaf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten hatten. Wie die Feuerwehr damals erklärte, war das Gas aus der Heizanlage im Keller ausgetreten und hatte durch Schächte oder Wände seinen Weg bis in die Wohnung gefunden. Kurz nach dem Unfall wurden alle Wiesbadener Rettungsdienst-Fahrzeuge mit Kohlenmonoxid-Messgeräten ausgestattet.

Mehr zum Thema

Kohlenmonoxid ist ein Gift, das über die Lunge ins Blut geht und dort die Sauerstoffversorgung hemmt, erklärte Rettungsdienst-Leiter Brodermann. Typische Symptome einer Vergiftung sind Übelkeit, Schwindel und Bewusstlosigkeit. Eine schwere CO-Vergiftung kann zu Hirnschäden und Herzrhythmusstörungen führen.

Quelle: LHE

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tödliches Gartengemüse Mann stirbt nach Zucchini-Mahlzeit

In Heidenheim stirbt ein Mann nach dem Verzehr einer selbst angebauten Zucchini. Das Gemüse habe ungewöhnlich bitter geschmeckt, berichtete das Opfer vor seinem Tod. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Mehr

20.08.2015, 15:34 Uhr | Gesellschaft
Alte Goldmine in Colorado Umweltschützer vergiften versehentlich einen Fluss

Mit Abwasser aus einer alten Goldmine im amerikanischen Bundesstaat Colorado haben Mitarbeiter der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA versehentlich einen Fluss orange gefärbt. Bei dem Vorfall wurden mehr als elf Millionen Liter an giftigen Flüssigkeiten in einen Nebenfluss des Animas geleitet. Das Abwasser enthält auch Schwermetalle und Arsen. Mehr

11.08.2015, 15:43 Uhr | Gesellschaft
Kreis Limburg-Weilburg Schwangere bei Unfall schwer verletzt

Insgesamt neun Menschen wurden verletzt, als ein Familienvater mit seinem Wagen auf die Gegenspur geriet. Im Auto saßen sein Sohn und seine hochschwangere Frau. Sie wurde schwer verwundet. Mehr

31.08.2015, 16:29 Uhr | Rhein-Main
Die dunkle Seite des Zuckers Multimedia-Reportage über die Abgründe des Zuckerrohranbaus in Brasilien

Wälder verschwinden, das Wasser vergiftet, Arbeiter erkranken; die Zuckerrohrfelder sind Kampfzonen. Eine Multimedia-Reportage über die Abgründe des billigen Zuckers. Mehr Von Marianne Falck

11.04.2015, 09:53 Uhr | Wissen
Amerika Volkswagen, Mercedes und BMW verklagt

Zehn der größten Autobauer müssen sich in Amerika vor Gericht verantworten. Es geht um mögliche Gefahren eines automatischen Startsystems und 13 Todesfälle. Mehr

27.08.2015, 04:06 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 30.01.2013, 14:17 Uhr

Überzeugen statt verbieten

Von Ralf Euler

Die Drogenbeauftragte des Bundes hätte gern ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr. Das ist eher ein Zeichen der Hilfslosigkeit, denn „Komasäufer“ lassen sich so nicht aufhalten. Hessen hat da den richtigen Ansatz. Mehr 11 7