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Der Entwurf der Sieger. Bild: Eike Becker Architekten

Turmbau zu Frankfurt : Neues Hochhaus für das Europaviertel

In Frankfurt soll ein 60 Meter hoher Turm entstehen. Das Projekt schließt eines der letzten freien Baufelder im neuen Europaviertel.

          Es ist eines der letzten freien Baufelder im Frankfurter Europaviertel: Am zentralen Park „Europagarten“, direkt vor dem Messegelände, werden ein 60 Meter hoher Büroturm und ein siebengeschossiges Hotel gebaut. Der Bauherr, ein Zusammenschluss der Unternehmen Paulus Immobiliengruppe und Patron Capital, hat sich für einen Entwurf des Büros „Eike Becker Architekten“ entschieden. In einem Gutachterverfahren konnten sich die Berliner Architekten gegen fünf weitere Teilnehmer durchsetzen. Eike Becker war zunächst gemeinsam mit dem Büro Sauerbruch Hutton auf dem zweiten Platz gelandet. Ein erster Preis wurde nicht vergeben. Nach einer Überarbeitung der jeweiligen Entwürfe durch die beiden Zweitplazierten entschied sich der Bauherr nun für den Entwurf von Eike Becker.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bis vor kurzem diente das Baugrundstück noch als Minigolf-Anlage: Das Unternehmen Aurelis, das das Europaviertel erschließt und vermarktet, hatte an dieser Stelle vorübergehend eine solche Bahn betrieben, um Kunden für das Europaviertel zu werben. Mitte dieses Jahres wurde das Grundstück dann an Paulus und Patron Capital verkauft. Die Bauherren wollen in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit dem Bau beginnen und Ende 2020 fertig sein.

          Damit füllt sich das Europaviertel zusehends. Das Hochhaus entsteht gegenüber dem Wohnturm „Praedium“ und bildet mit ihm eine Art Tor am stadteinwärts gelegenen Ende des Europagartens. Die Europa-Allee und die Gleise der U-Bahn-Linie 5 verschwinden an dieser Stelle in einem Tunnel unter dem kleinen Park. Das Baufeld entlang der Messe sieht eine gewerbliche Nutzung vor. Wohnhäuser sind auf dieser Seite nicht erlaubt.

          Eike Becker hat zwei versetzt angeordnete Hochhausscheiben mit einer Glas-Metall-Fassade entworfen. Ein siebengeschossiger Hotelkörper schließt sich daran an. Die Jury hob besonders hervor, dass im Erdgeschoss des Turms zum Europagarten hin Geschäfte und Restaurants einziehen. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury seien insbesondere die Wirtschaftlichkeit und die „Belebungsfunktion“ des Entwurfs gewesen, erläutern die Bauherren. Für Christian Paulus, geschäftsführender Gesellschafter der Paulus Immobiliengruppe, kombiniert der Siegerentwurf verschiedene Nutzungen, eine selbstbewusste, prägende Architektur und hohe immobilienwirtschaftlicher Kompetenz.

          Dass der Baukörper etwas gedrungen wirkt, ist den dichten Festsetzungen des Bebauungsplans an dieser Stelle geschuldet. Im Hochhaus können bis zu 3000 Arbeitsplätze entstehen. Das angrenzende Drei- bis Vier-Sterne-Hotel wendet sich vor allem an Messebesucher und hat 320 bis 350 Zimmer. In einer zweigeschossigen Tiefgarage entstehen rund 400 Parkplätze. Mieter gibt es noch nicht, ein Quadratmeter Büroraum kostet rund 20 Euro.

          Sauerbruch Hutton, der zweite Preisträger, hatte das Hochhaus und das Hotel miteinander verbunden und laut Planungsdezernent Mike Josef (SPD) einen einheitlichen Baukörper mit moderner Glasfassade vorgeschlagen. Alle Wettbewerbsbeiträge sind noch bis zum 1. Dezember im Planungsdezernat ausgestellt.

          Quelle: F.A.Z.

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