Der Negativtrend ist gestoppt: Eintracht Frankfurt hat seine Krise beendet und rückte mit einem 4:1 über Werder Bremen in der Tabelle wieder auf den vierten Platz vor. Dank einer beachtlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit hielt der Aufsteiger einen direkten Mitbewerber um einen Platz im internationalen Fußballgeschäft am Ende eindrucksvoll auf Abstand.
Der Eintracht, deren Profis in den vergangenen sechs Wochen oftmals die nötige körperliche und geistige Frische für Erfolge in der Bundesliga gefehlt hatten, zeigte sich an diesem eisig kalten Samstag wieder von ihrer besseren Seite: Lauffreudig, aufmerksam im Duell um den Ball und immer wieder mit vernünftigen Ideen, mit denen sie die Abwehr der Hanseaten unter Druck setzten. Vor allem ihr Flügelspiel funktionierte diesmal wieder besser, Stefan Aigner und Takashi Inui stießen wiederholt mit flotten Schritten in den Rücken der Werder-Defensive vor und sorgten so stets für Unruhe.
Zunächst Bremer Vorteile
Werder erarbeitete sich dagegen zunächst immer dann einen optischen Vorteil, wenn es schnell und direkt nach vorne ging. Kevin de Bruyne, ihr belgischer Dauerläufer und Ideengeber im Mittelfeld, versuchte bei den Kontern mehrfach seine Vordermänner Nils Petersen (6. Minute) und Marko Arnautovic (23.) in Szene zu setzen, und versuchte es, als es nicht geklappt hatte, auch einmal auf eigene Faust (35.) - jedoch ebenfalls ohne Glück. Den größten Teil seines Unterhaltungswerts bezog die ausgeglichene Partie vor der Pause aus dem Kampfgeist, mit dem sich beide Mannschaften beharkten.
Die Eintracht haderte dabei dreimal mit dem Unparteiischen Deniz Aytekin, weil er in ihren Augen unfaire Attacken auf ihre Leute im gegnerischen Strafraum nicht mit einem Strafstoß geahndet hatte, während sich die Bremer über den Referee aufregten, als er ihrem vermeintlichen Führungstreffer durch Petersen (37.) wegen eines Fouls an Torwart Kevin Trapp die Anerkennung verweigerte.
In der Hektik des Geschehens zeigte Aytekin vor dem Seitenwechsel nicht weniger als fünfmal die Gelbe Karte für die hüben wie drüben robust zu Werke gehenden Akteure.
Besserer Start für Eintracht
Im zweiten Abschnitt waren es die Hessen, die den besseren Start erwischten - und damit die Grundlage schufen für ein gelungenes letztes Heimspiel in diesem Jahr. Ihr 1:0 entsprang dabei einer Kette Bremer Missgeschicke: Bastian Oczipka konnte nach einem Einwurf unbedrängt von links ins Strafraumzentrum flanken, wo Sebastian Prödl nur zuschaute, wie Alexander Meier aus sechs Metern zentraler Position einköpfte (47.).
Die Freude der Frankfurter und die ihrer Anhänger unter den 51.500 Zuschauern über den Vorsprung erhielt kurz darauf einen Dämpfer: Petersen nutzte den Freiraum, der ihm von den Frankfurter Verteidigern zugestanden wurde, um nach einer Hereingabe von Arnautovic mit dem Kopf sehenswert auszugleichen (54.). Damit nicht genug. Nun drehte die Eintracht endgültig auf: Zunächst schlug ihr Kapitän Pirmin Schwegler mit einem 20-Meter-Fernschuss eiskalt zu (62.), ehe Aigner keine sechzig Sekunden später mit dem 3:1 letzte Zweifel an diesem Abend beseitigte.
Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Butscher, Oczipka - Rode, Schwegler - Aigner (84. Celozzi), Meier, Inui (90.+1 Lanig) - Occean
Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz - Junuzovic (67. Ignjovski) - Arnautovic, Fritz (80. Akpala), de Bruyne, Elia (69. Füllkrug) - Petersen
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Meier (47.), 1:1 Petersen (54.), 2:1 Schwegler (62.), 3:1 Aigner (63.), 4:1 Inui (90.)
Gelbe Karten: Aigner (2), Inui (3), Rode (3), Zambrano (6) / Prödl (2), Schmitz (2)
DIVA
Bodo Riese (bodoriese)
- 09.12.2012, 10:37 Uhr
Super
christian weindl (bordeaux1)
- 09.12.2012, 00:02 Uhr