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24-Stunden-Lauf in Rodgau : Runde um Runde füllt sich das Spendenkonto

Startschuss: Beim 24-Stunden-Lauf der Rodgauer Vereine machen sich mehr als 40 Mannschaften auf den Weg um Sponsorengeld. Bild: Rüchel, Dieter

Mit einem Rekordergebnis endet der 24-Stunden-Lauf in Rodgau. Mehr als 180.000 Euro kommen für einen guten Zweck zusammen.

          180.229 Euro - mit dieser Rekord-Spendensumme ist der 24-Stunden-Lauf des Vereins „Gemeinsam mit Behinderten“ gestern Mittag auf der Sportanlage an der Opelstraße in Rodgau-Dudenhofen zu Ende gegangen. 41 Teams und fünf Einzelläufer absolvierten dort Runde um Runde für einen guten Zweck: Die von Sponsoren und Spendern zugesagten Beträge für jede vollendete Bahnlänge und zahlreiche größere Einzelspenden von Unternehmen, die im Laufe des sportlichen Ereignisses eingingen, kommen den Aktivitäten des Vereins und der gleichnamigen Stiftung zugute.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für die Stadt und den Kreis Offenbach.

          Zum 31. Mal wurde der 24-Stunden-Lauf ausgetragen; noch niemals zuvor konnten der Vereinsvorsitzende Christian Goldmann und der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Lothar Mark, ein derart beeindruckendes Ergebnis verkünden. Mit 650 Mitgliedern, darunter 150 Behinderte, gehört der Verein zu den größten Behindertenorganisationen im Kreis Offenbach. Der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach AG (Evo), Michael Homann, feuerte am Samstag pünktlich um 12 Uhr mittags den Startschuss ab und brachte ein aus drei Teilen bestehendes Präsent mit. Die Evo ist auch Sponsor von Kickers Offenbach; viele Behinderte, um die sich der Rodgauer Verein kümmert, begeistern sich für Fußball.

          Verbindlichkeiten getilgt

          Nach Homanns Worten werden jeweils einige Behinderte die nächsten Heimspiele von Kickers Offenbach im Stadion auf dem Bieberer Berg von der Vip-Lounge aus verfolgen können. Außerdem werden die Spieler von Kickers Offenbach im nächsten Jahr zu einem Benefiz-Freundschaftsspiel in Rodgau antreten. Dafür solle eine Mannschaft mit den besten Fußballern aus Rodgau aufgestellt werden, kündigte Mark an. Auch die bei dieser Gelegenheit zu erzielenden Einnahmen sind für „Gemeinsam mit Behinderten“ gedacht.

          Weiterhin spendiert die Evo den Hausanschluss für den Neubau Vordergasse 26 in Jügesheim: Dort errichtet der Verein gerade den zweiten Bauabschnitt des Hauses Emmanuel. Zu den bestehenden Appartements für 13 Behinderte im benachbarten, 2003 eröffneten ersten Bauabschnitt kommen weitere fünf Ein-Zimmer-Wohnungen hinzu. 2,5 Millionen Euro waren für den ersten Bauabschnitt aufzubringen; finanziert wurden sie mit Hilfe eines Darlehens über 900.000 Euro. Diese Verbindlichkeiten konnte der Verein mit Hilfe der Spenden aus früheren 24-Stunden-Läufen inzwischen restlos tilgen: Allein 2012 kamen 130.500 Euro zusammen. Der zweite Bauabschnitt ist mit rund 900.000 Euro kalkuliert und wird ebenfalls mit einem Kredit finanziert. Die Einnahmen des diesjährigen sportlichen Ereignisses ermöglichen es, die erste größere Rate bald zurückzuzahlen.

          Auch Firmenteams machten mit

          Jeweils ein Läufer aus jedem Team befand sich von Samstagmittag bis Sonntagmittag auf der Bahn. Auf 1038 Runden brachte es das „Main-Ausdauershop-Niedernberg Running-Team“, das damit vorne lag. 333 Runden bewältigte Michael Liersch als bester Einzelläufer. Zu den Aktiven des „Rotary Dream-Teams“ gehörte Nikos Stergiou, der Ärztliche Direktor der Asklepios Klinik Seligenstadt und Chefarzt der dortigen Klinik für Innere Medizin. Der Erste Stadtrat von Rodgau, Michael Schüßler (FDP), verstärkte das Team der städtischen Kindertagesstätte „Burg Schlotterstein“.

          Firmenteams wie die „Mercedes-Benz ‚Silberpfeile’“ oder die „Blue Runnings Allianz Global Investors“ stellten sich der sportlichen Herausforderung ebenso wie Mitglieder der Jugendfeuerwehr Rodgau-Mitte oder des Kirchenchors Caecilia. Auch eine Mannschaft aus der kroatischen Partnerstadt Donja Stubica nahm in diesem Jahr wieder am 24-Stunden-Lauf teil.

          Der Vorstandsvorsitzende macht vielleicht auch mit

          Schüler der neunten Hauptschulklasse der Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen hatten gleichfalls ein Team gebildet. Bisher habe er noch nicht an einem solchen Langlauf teilgenommen, verriet der 14 Jahre alte Amer; „mal sehen, wie viele Runden wir schaffen“. Es gehe um Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und soziales Engagement, hob Schulsozialarbeiter Michael Kurt hervor. Beim 24-Stunden-Lauf wolle man „sich quälen, damit andere etwas davon haben“. Auch drei Mädchen gehörten zum Team. Sie habe „keine Angst, 24 Stunden zu laufen“, zeigte sich die 14 Jahre alte Angelina selbstbewusst. 636 Runden hielten die Schüler durch; damit erreichten sie Position 37.

          2013 könnte noch eine weitere Mannschaft dazukommen. Homann zeigte sich am Samstag „begeistert und sehr beeindruckt davon, was ich hier sehe“. Er habe schon bemerkt, „dass wir noch nicht dabei sind“, sagte der Evo-Vorstandsvorsitzende und ließ erkennen, er denke über die Teilnahme eines Evo-Teams nach. Homann fügte hinzu, er wäre auch bereit, selbst mitzumachen.

          Quelle: F.A.Z.

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