20.09.2007 · Das „Louisiana“ im Metropolis ist groß und sauber, der Service flott und freundlich und die Atmosphäre, sagen wir mal: beinahe herzlich - und Nachos gibt es auch, passend zu Quentin Tarantinos „Death Proof“.
Von Peter BadenhopIn Quentin Tarantinos Mädchen- und Auto-Film „Death Proof“ wird viel getrunken und noch mehr geflucht. Und bevor es zum ersten blutigen Showdown zwischen Stuntman Mike und einer Horde ausgeflippter Mädels kommt, verweilen Protagonisten und Zuschauer eine Ewigkeit in einer Spelunke, in der sich die Gäste nur für Schnaps, Bier und eine alte Jukebox interessieren. Hunger hat offensichtlich nur Stuntman Mike – und die Kamera badet förmlich in dem Teller schmieriger, käsetriefender Nachos, über die sich der narbengesichtige Held dann schmatzend hermacht.
Nachos gibt es auch im Kino: in Plastikschälchen zum Film – und auf großen, flachen Tellern im „Louisiana“. Schmierig sind die gebogenen, dreieckigen Mais-Chips allerdings in beiden Fällen nicht. Wer sich an ihnen gütlich tut, muss sich nicht wie Stuntman Mike die Finger und das halbe Gesicht besudeln. Überhaupt hat das Lokal im Erdgeschoss des „Metropolis“-Kinos nicht viel mit der Schmuddel-Kneipe aus dem Film zu tun. Das „Louisiana“ ist groß und sauber, der Service flott und freundlich und die Atmosphäre, sagen wir mal: beinahe herzlich – Exzesse wie bei Tarantino werden hier jedenfalls nicht gefeiert.
Südstaaten-Aroma und Altvertrautes
Am beeindruckendsten ist die enorme Theke. Meter um Meter zieht sich das dunkle Holz-Ungetüm mit seinen Messing-Fußläufen und den beleuchteten Regalen fast auf ganzer Breite an den großen Scheiben zur Eschersheimer Landstraße entlang. Dahinter mixt, rührt und schüttelt das Theken-Team professionell, wie es sich für das „Outlet“ einer erfolgreichen Lokal-Kette gehört. In neun Städten gibt es inzwischen „Louisianas“, in Frankfurt wird das Lokal gespeist von einem steten Strom von Kinobesuchern, denen es vor oder nach der Vorstellung nach ein bisschen Südstaaten-Aroma gelüstet.
Das taucht auf der Karte vor allem in Form der erwähnten „Ultimate Nachos“ (5,90 Euro), von „Cajun Fries“ (4,50 Euro) und „Golden Chicken Wings“ (8,70 Euro) auf – ansonsten kommen die üblichen Steakhaus-Ketten-Klassiker auf die Tische: verschiedene Salate, Burger und jede Menge gegrilltes Fleisch. Dazu passt das dunkle „Louisiana Stout“ (0,3-Liter-Glas für 2,40 Euro), den meisten Gästen steht der Sinn aber nach mehr oder weniger heimischem Gebräu. Ein bisschen Altvertrautes nach den Aufregungen des Kinoabends kann offenbar nicht schaden.