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Frankfurter Gesichter Hasso Haas

04.05.2007 ·  Schiffskoch ist er nicht geworden, dafür Steuermann im Ordnungsamt. Hasso Haas sitzt im achten Stock eines grauen Bürogebäudes an der Mainzer Landstraße und strotzt nur so vor Energie. Bis zu seiner Pensionierung in gut zwei Jahren hat sich der Zweiundsechzigjährige einiges vorgenommen.

Von Tobias Rösmann
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Schiffskoch ist er nicht geworden, dafür Steuermann im Ordnungsamt. Hasso Haas sitzt im achten Stock eines grauen Bürogebäudes an der Mainzer Landstraße und strotzt nur so vor Energie. Bis zu seiner Pensionierung in gut zwei Jahren hat sich der Zweiundsechzigjährige einiges vorgenommen. Sein größtes Ziel: Er will die nicht sehr populäre Behörde, die vom Führerschein bis zum Waffenschein so ziemlich jedes amtliche Dokument in dieser Stadt ausstellt, in ein Dienstleistungszentrum für die Bürger umbauen.

Bürger? Haas nennt sie lieber Kunden. Auf dem Schreibtisch liegen die Hefter parallel zur Tischkante. Daneben prangt eine Pappkarte mit den „Führungsleitlinien“ des Hauses. An erster Stelle steht da: „Die Schlüssel zu erfolgreicher Zusammenarbeit heißen Glaubwürdigkeit und Vertrauen.“ Das klingt nicht gerade nach einer spektakulären Neuigkeit, aber Haas ist so lange bei der Stadt beschäftigt, dass er sicher weiß, wie man eine solche Behörde führt.

Der Bensheimer kam 1962 in die Frankfurter Verwaltung – als Stadtsekretär-Anwärter. Den Gehaltszettel von damals hat er aufbewahrt: 400 Mark im Monat. Viel Geld war das nicht; Haas hat das angespornt. Jugendamt, Sozialamt, Schulamt, Hauptamt, Informationsamt, Ordnungsamt – Haas wanderte durch die Büros. Schaute sich um, lernte hinzu, wechselte wieder. Aber nicht, weil sie ihn nirgendwo länger haben wollten, wie er hervorhebt. Der Grund sei ein anderer gewesen: „Stillstand macht mich unzufrieden.“

„Ich habe immer mehr gemacht als andere“

Dass er, der Mann ohne Studium, jetzt eine Behörde leiten darf, an dessen Spitze sonst Juristen stehen, erklärt er so: „Ich habe immer mehr gemacht als andere.“ Dass es aber immer auch jemand geben muss, der einem die Chance gibt, sich zu beweisen, weiß er genau. Haas sagt: „Ich habe der Stadt unwahrscheinlich viel zu verdanken.“

Beim Thema Sport wird sein Gesicht ein einziges Lächeln. Handball, Fußball, Tennis, Golf. Gekickt hat er früher ausgezeichnet, als Torwart und Libero bei Oberrad 05. Zehn Mark habe er damals für einen Sieg bekommen, fünf Mark trotz einer Niederlage, erzählt er. Die Frankfurter Eintracht hat Haas schätzen gelernt, lieben wird er sie nie. Dieser Platz im Herzen ist vergeben – an die Offenbacher Kickers. Haas lehnt sich zurück. Vielleicht hat er vor kurzem seinen Sohn auf Mallorca besucht. Braungebrannt ist er jedenfalls, die weißen Bartstoppeln leuchten richtig.

Seit kurzem baut die Stadt an der Rebstöcker Straße im Gallus ein neues Ordnungsamt. Heller, größer, schöner. Ganz so, wie Haas es sich vorstellt, damit sich die Bürger demnächst stärker noch als Kunden fühlen können – und damit die etwa 600 Mitarbeiter mehr Platz haben an ihren Arbeitsplätzen. Rund 70 Millionen Euro wird der Bau kosten. Haas wäre nicht Haas, wenn er den Neubau nicht so geplant hätte, dass das Gebäude Anfang 2009 fertig werden kann. Kurz darauf geht er nämlich in Pension. Das neue Ordnungsamt wäre ein feines Abschiedsgeschenk.

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Jahrgang 1977, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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