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Frankfurter Gesichter Andreas Eggenwirth

11.05.2007 ·  Manche Menschen haben, um Gesprächspartner einschätzen zu können, die Hypothese entwickelt, nach zehn Minuten offenbare jeder sein ...

Von Jacqueline Vogt
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Manche Menschen haben, um Gesprächspartner einschätzen zu können, die Hypothese entwickelt, nach zehn Minuten offenbare jeder sein Lebensthema. Schwierig wird es, wenn einer mehrere hat. Andreas Eggenwirth spricht gerne über den Genuss als solchen. Das ist der Slowfood-Aktivist in ihm, der ganz schön in Rage geraten kann. Über die schlechte Qualität von Tomaten zum Beispiel und die ökologische Schande, die der wasserverschlingende Anbau im verkarstenden Andalusien bedeute. Mit seiner Ein-Mann-Beratungs- und -Veranstaltungsagentur „gourmet connect“ richtet Eggenwirth Blindproben von Dosentomaten aus („Wenn hier keine wachsen, ist es Wahnsinn, frische zu essen“), gibt Kochkurse, Weinseminare, bietet Schokoladen-Verkostungen an.

Oder ein anderes seiner Lieblingsthemen – er spricht über die Förderung regionaler Produkte, Apfelwein zum Beispiel. Und dass ein Handkäs’ am besten in Apfelessig eingelegt werde, leuchtet nach so einem Vortrag den Zuhörern ein. Es kann aber auch sein, dass in dem gelernten Koch der Homo politicus durchschlägt. Dann redet der FDP-Mann Eggenwirth. Er ist Vorsitzender des liberalen Mittelstandes im Regionalverband Frankfurt und Offenbach und Ortspolitiker in Preungesheim. Auch privat hält er der Partei die Treue, seine Lebensgefährtin ist die FDP-Stadtverordnete Annette Rinn.

Eine phantastische Zeit

1966, da ist er siebzehn, beginnt der Hotelierssohn Eggenwirth seine Ausbildung. Er wird Koch und Restaurantfachmann, in der Krone Mosbach, im Parkhotel Stuttgart. In den nächsten Jahren geht es hierhin und dahin, bis zur Begegnung mit dem legendären Baulöwen, Projektentwickler und späteren Pleitier Jürgen Schneider in Frankfurt. Für Eggenwirth, der zuvor ein eigenes Restaurant geführt hatte, dann in verschiedenen Hotels gearbeitet hat, beginnt eine Zeit, die er im Nachhinein noch phantastisch nennt. Schneider gründet eine Gesellschaft, die sich nur um die Entwicklung neuer gastronomischer Formate für seine Immobilien kümmern soll. Eggenwirth ist im Team. Er soll Betriebsleiter im Grand Hotel „Schwarze Rose“ in Wiesbaden werden, für ein paar hunderttausend Mark ist schon Wein fürs Restaurant gekauft. Er hat alle Freiheiten. Geld spielt bei Schneider keine Rolle, bis keines mehr da ist. Die „Rose“, lange Zeit Investitionsruine, ist heute Sitz der Staatkanzlei.

Eggenwirth fängt 1996 noch einmal etwas Neues an. Er macht sich mit „gourmet connect“ selbständig, ruft das Slow Food Convivium Frankfurt ins Leben und ist Vorsitzender bis 2003, ein Ehrenamt zur Verbreitung des Wissens um Essen und Trinken. 2005 gründet er die erste Frankfurter Sektion der Organisation „Europa Miniköche“. In ihr lernen Kinder, die mindestens zehn Jahre alt sein müssen, an Wochenenden in Hotels und Restaurants kochen, und sie lernen Berufe in der Gastronomie kennen. Die Miniköche werden wohl zu einem weiteren Lebensthema Eggenwirths. Im Herbst geht schon die dritte Gruppe an den Start, ein Kochclub für Jugendliche ist in Planung.

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