21.04.2005 · Premiere in der Staatskanzlei: Ministerpräsident Roland Koch überreichte das Bundesverdienstkreuz einem Ehepaar. Für jeweils eigenständige Leistungen ehrte er am Donnerstag im Auftrag des Bundespräsidenten das Frankfurter Power Couple Barbara und Hans Hermann Reschke.
Premiere in der Staatskanzlei: Ministerpräsident Roland Koch überreichte das Bundesverdienstkreuz einem Ehepaar. Für jeweils eigenständige Leistungen ehrte er am Donnerstag im Auftrag des Bundespräsidenten das Frankfurter Power Couple Barbara und Hans Hermann Reschke. Beide, sagte Koch, hätten auf sehr unterschiedliche Weise, "sich gegenseitig stützend und begeisternd", etwas für ihr Land getan. Barbara Reschke hatte fünf Jahre lang Medizin studiert, dann wegen ihrer Kinder viele Jahre pausiert und das Examen schließlich im Eiltempo nachgeholt. Nach ärztlicher Tätigkeit übernahm sie das Ehrenamt als Vorsitzende der Administration des Clementine Kinderhospitals am Zoo. Unermüdlich sammelte sie Spenden für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an ihrem Krankenhaus, das sich der wohnortnahen Versorgung von behandlungsbedürftigen Kindern widmet. Auch die Leser dieser Zeitung hatten zweimal Geld gespendet für ein neues sozialpädiatrisches Zentrum und die Kinderneurologie. Bei den manchmal komplizierten wirtschaftlichen und finanziellen Fragen habe sie sich daheim Rat holen können, sagte der Ministerpräsident; ihr Mann habe als ehemaliges Vorstandsmitglied der Bundesbahn und späterer langjähriger persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Metzler über die notwendige Expertise verfügt. Hans Hermann Reschke bekam das Bundesverdienstkreuz für sein mannigfaches gesellschaftliches Engagement unter anderem für die Schirn Kunsthalle, das Holzhausenschlößchen, das Forsythe-Ballett, die Deutsche Sporthilfe und auch als hessischer CDU-Schatzmeister "für seinen Beitrag zum Überleben einer demokratischen Partei" nach der Spendenaffäre. Zur Ordensübergabe war neben den Ministern Volker Bouffier und Stefan Grüttner ein guter Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft in die Staatskanzlei gekommen, unter ihnen der Frankfurter Ehrenbürger Friedrich von Metzler und seine Frau Sylvia, Bürgermeister Joachim Vandreike, Altana-Vorstandsvorsitzender Nikolaus Schweickart, Museumsgründer Carlo Giersch und Sporthilfechef Hans-Ludwig Grüschow. (lüc.)
Multifunktionär Joachim Vandreike? Gegenüber dem Kulturdezernenten Hans-Bernhard Nordhoff ist der Bürgermeister mit seinen elf Aufsichtsrats- und anderen Funktionen nicht viel mehr als ein Ein-Euro-Jobber. Von der Arbeitsbelastung her gesehen. Wenn man die Nebenjobs von Stadtrat Nordhoff betrachtet - es sind, wenn wir uns nicht verzählt haben, 35 an der Zahl -, mag man gar nicht glauben, daß ein Mensch das alles schaffen kann. Da muß man es dem Herrn Dezernenten schon verzeihen, daß er hie und da mal kurz die Augen schließt und meditiert. Vielleicht über das Verhältnis von reiner Kunst und schnödem Mammon? Oder dem von Aufwand und Stundenlohn? Da sieht's bei Nordhoff mager aus, gerade mal mit 554,52 Euro ist ihm seine aufreibende Nebentätigkeit entgolten worden. 554,52 Euro im Jahr! Für diesen Betrag geht der Bürgermeister vielleicht gerade einmal zu einer Fraport-Aufsichtsratssitzung. Doch ein Mann der Kultur, wie Nordhoff es ist, zieht aus seinen vielen Nebenämtern einen ganz anderen Gewinn, einen geistigen nämlich. Jedesmal wenn er in eine Sitzung des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts geht, kommt er um eine Goethe-Weisheit reicher wieder heraus. (rieb.)