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2:0 gegen Frankfurt Bayern siegen ohne Glanz und Glamour

 ·  Der FC Bayern tut sich schwer gegen die starke Frankfurter Eintracht, schlägt durch Ribéry und Alaba aber zweimal zu und gewinnt eben doch.

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© AFP Vergrößern Herausragender Ribéry: der frische Franzose trifft gegen Frankfurt

Es war das härteste Stück Arbeit, das der FC Bayern München in dieser Saison bisher für einen Heimsieg abliefern musste. Gegen den mutigen und spielerisch überzeugenden Aufsteiger Eintracht Frankfurt kam der Rekordmeister am Samstag durch ein Kontertor von Franck Ribery nach einer Frankfurter Ecke (44.) und einen fraglichen Elfmeter, den David Alaba verwandelte (76.), zu einem mühsamen 2:0-Sieg.

Der Tabellendritte war beim Tabellenführer zu mehr guten Chancen gekommen als jeder andere Münchner Gast bisher in dieser Spielzeit, doch vergaben die Frankfurter ihre Gelegenheiten - die beste durch Soares Anderson, der nach 50 Minuten die Latte traf. Bayern-Trainer Heynckes war am Ende mit dem Ertrag des Tages zufrieden: „Es ist nicht so einfach, von der Champions League auf die Liga umzuschalten“, sagte er. „Aber wir haben gezeigt, dass wir auch in einem solchen richtig reagieren können.“

Der Frankfurter Torhüter Trapp, bester Spieler seines Teams, trauerte nach einer guten Vorstellung der Eintracht einem besseren Ergebnis hinterher: „Wir haben heute eine Chance gehabt“, sagte er. „Es wäre mehr drin gewesen. Wir haben den Bayern das Leben schwer gemacht.“ Bayern-Star Ribery vermutete, „dass Frankfurt ein bisschen frischer war als wir, aber wir haben gewonnen, und das war wichtig.“

Wiedersehen alter Bekannter

Die Partie bot ein Wiedersehen zwischen Jupp Heynckes und seinem früheren Klub, aber auch eines des Bayern-Trainers mit dem Eintracht-Kollegen Armin Veh. Dieser hatte seine komplette Zeit als Bundesliga-Profi unter Trainer Heynckes verbracht, 1980 bis 1985 in Mönchengladbach. Vor dem Spiel hatte Heynckes den „Offensivfußball, den kreativen, schönen Fußball“ gewürdigt, den Vehs Frankfurter zur „Überraschungsmannschaft der Liga“ gemacht hätten.

Und vom Anpfiff weg bestätigten die Frankfurter den Vorschusslorbeer. Sie zeigten gute Organisation, mutige Vorwärtsverteidigung und auch die nötige Aggressivität, die Stefan Aigner allerdings zunächst gegen Philipp Lahm etwas übertrieb, weshalb er schon nach vier Minuten die Gelbe Karte erhielt. Am Ende ihrer zehnten englischen Woche hintereinander (rechnet man die Länderspielwochen ein, in denen fast alle Bayern-Profis gefordert sind) wirkten die Münchner über weite Strecken zunächst etwas matt. Zudem sah man ihnen an, dass sie keine Gegner gewohnt sind, die sie mit sechs Mann bei Bayern-Ballbesitz in der Bayern-Hälfte attackieren. So geriet der Spielaufbau, der in den Spielen gegen Hamburg und Lille so schlafwandlerisch funktioniert hatte, häufig ungenau und wenig zwingend.

Neben einem schönen Diagonalball von Toni Kroos, nach neun Minuten von der linken Seite in den Rücken der Abwehr gespielt, von Robben aus kurzer Entfernung und spitzem Winkel aber nicht mehr aufs Tor gebracht, kam Gefahr über weite Strecken nur von den Frankfurtern, die sich immer wieder in der gegnerischen Hälfte festsetzten. Nach 18 Minuten köpfte Aigner nach feiner Flanke von Bastian Oczipka freistehend über das Tor, nach 22 Minuten landete ein Flugkopfball von Sebastian Rode neben dem Pfosten, und nach 35 Minuten vergab Alexander Meier die riesige Chance, mit seinem achten Saisontor an die Spitze der Torjägerliste zu stoßen. Völlig frei setzte er seinen Kopfball neben das Tor von Manuel Neuer. Nach 33 Minuten hatten die Bayern zuletzt gegen Lille schon fünf Tore erzielt, diesmal kam in dieser Frist fast nur Harmloses zustande. Ein Freistoß von David Alaba, ein Schüsschen von Bastian Schweinsteiger, alles kein Problem für Torwart Kevin Trapp, der dann allerdings doch einmal sein ganzes Können zeigen musste, als auf Zuspiel von Kroos Ribery frei vor ihm auftauchte. Trapp wehrte den Schuss des Franzosen per Fußabwehr ab.

Der Aufsteiger schien die Partie beim Rekordmeister im Griff zu haben - und stolperte dann doch über einen Hauch von Übermut und Unerfahrenheit. Eine Minute vor der Pause fing Neuer die erste Ecke der Frankfurter mühelos ab, warf ab auf Alaba, der rechts durch das diesmal noch unsortierte Frankfurter Mittelfeld startete und den durch die Abseitsfalle entwischenden Javi Martinez bediente. Frei vor Trapp spielte er auf Ribery, der keine Mühe hatte, den Ball ins leere Tor zu schieben.

Die nach diesem Schlag nun plötzlich wackelnden Frankfurter konnten sich bei Torwart Trapp bedanken, dass sie in den verbleibenden Sekunden vor dem Pausengong nicht noch ein zweites Mal bestraft wurden. Bravourös wehrte er erst einen Schuss von Kroos, dann einen Kopfball von Ribery ab.

Kurz nach der Pause wäre fast der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich gefallen - einen Freistoß verlängerte Meier per Kopf vors Tor, und Anderson köpfte die Kugel wuchtig an die Latte (50.). Doch den Frankfurtern ging nun ein wenig der Dampf aus, ihren Offensivaktionen fehlte zunehmend der letzte Schwung, und defensiv gingen sie, weit aufgerückt, ein hohes Risiko ein. Einen lang nach vorn geschlagenen Ball wehrte Anderson eine Viertelstunde vor Schluss zu kurz ab, so dass die Bayern plötzlich in Überzahl kontern konnten. Beim Schussversuch kam Schweinsteiger, von Demidov leicht bedrängt, zu Fall, was Schiedsrichter Marco Fritz als Foul wertete. Zum fälligen Elfmeter trat zum dritten Mal in dieser Saison, nach Mandzukic und Müller, ein neuer Bayern-Schütze an. Sicher setzte Alaba den Ball zum 2:0 ins rechte Toreck.

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)

Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng (32. van Buyten), Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Robben, Kroos (71. Timoschtschuk), Ribéry - Pizarro (58. Müller)
Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Demidov, Anderson, Oczipka - Schwegler (84. Lanig), Rode - Aigner (58. Occean), Meier, Inui - Matmour
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 71 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Ribéry (44.), 2:0 Alaba (77./Foulelfmeter)
Gelbe Karten: - / Aigner (1), Demidov (1), Inui (2)

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10.11.2012, 17:54 Uhr

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