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1380 Stellen vor dem Aus Neckermann-Betriebsrat bittet Land um Hilfe

 ·  Der Neckermann-Betriebsrat will sich mit dem geplanten Jobabbau nicht abfinden: Er möchte die hessische Landesregierung mit ins Boot holen, um den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen.

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Im Kampf um die Arbeitsplätze beim kriselnden Versandhändler Neckermann.de setzen die Beschäftigten nun auf die hessische Landesregierung. „Wir hoffen, dass sich die Landesregierung zu unseren Gunsten einschalten kann“, sagte Betriebsratschef Thomas Schmidt in Wiesbaden. „Das ist das mindeste, was wir uns an dieser Stelle erwarten können“, betonte Verdi-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner.

Das Traditionsunternehmen hatte Ende April angekündigt, den Textilbereich aufgeben und sich künftig stärker auf die Internet-Wachstumsbereiche Technik und Möbel konzentrieren zu wollen. Dem Umbau sollen 1380 von etwa 2500 Stellen zum Opfer fallen. Außerdem soll das Zentrallager in Frankfurt zum Jahresende geschlossen werden.

Investor bisher ablehnend

Verdi stellte daraufhin ein Alternativkonzept vor, wonach die Eigentextilien-Sparte erhalten und die vorhandene Infrastruktur genutzt wird, um dem stationären Textil-Einzelhandel Online-Dienstleistungen anbieten zu können. Diesen Vorschlag lehnten das Unternehmen und der Finanzinvestor Sun Capital, der Neckermann aus dem untergegangenen Arcandor-Konzern gekauft hatte, jedoch dem Betriebsrat zufolge ab.

Betriebsrat und Gewerkschaft halten dennoch am Konzept fest: „Wir machen den Versuch so häufig, weil wir einer sozialen Katastrophe entgegenlaufen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Schmidt. Und sollte es dennoch zum Stellenabbau kommen, müssten Alternativen erarbeitet werden.

Gezielte Qualifizierung

„Wenn wir diesen bitteren Weg gehen müssten, dann brauchen wir eine Starthilfe für die Leute - und die heißt zunächst einmal Abfindung. Die heißt aber auch gezielte Qualifizierung“, sagte er. Deshalb brauche man entweder auf der betrieblichen oder auf der tariflichen Ebene ein Abkommen, dass „inhaltlich etwas bedeutet“.

Hessens DGB-Chef Stefan Körzell forderte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zum schnellen Handeln auf. Es dürfe keinen zweiten Fall Schlecker geben. Bei der Schlecker-Insolvenz habe die hessische Landesregierung immer behauptet, die baden-württembergische Landesregierung hätte zu spät gehandelt. Jetzt könne Hessen beweisen, dass es schnell genug eingreife.

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