Die hessischen Schulen sollen im neuen Schuljahr 2012/2013 besser mit Lehrern versorgt werden. Von Herbst an wird die Zuweisung 101 Prozent für alle allgemeinen Schulen, Berufsschulen und Förderschulen betragen. Das kündigte Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) in Wiesbaden an. Die Grünen hielten der Ende Mai aus dem Amt scheidenden Ressortchefin Rechentricks und Wortbruch vor, da die schwarz-gelbe Regierung eine Versorgung von 105 Prozent versprochen habe.
Jeder Prozentpunkt, der über die Grundversorgung hinausgeht, bedeutet laut Ministerium für ein fünfzügiges Gymnasium oder eine mittelgroße Berufsschule rund 20 Lehrerstunden mehr. Im laufenden Schuljahr liegt die Zuweisung bei 100,25 Prozent. Die Selbstständigen Schulen und selbstständigen Berufsschulen, die größere Autonomie haben, kommen den Angaben zufolge schon jetzt auf eine Versorgung von 101,5 Prozent.
Zuweisung von 105 Prozent als Ziel
Mit der zusätzlichen Versorgung könnten die Schulen ihr jeweiliges Profil schärfen und Schüler individueller fördern, sagte Henzler. Im Koalitionsvertrag von 2009 hatten sich CDU und FDP eine rechnerische Zuweisung von im Schnitt 105 Prozent zum Ziel gesetzt. 20 Prozent davon sollen als Geldmittel zur freien Verfügung stehen.
Die Grünen kritisierten, dass bis zu den versprochenen 105 Prozent noch vier Prozentpunkte oder 1600 Lehrerstellen fehlten. „Damit bleibt die Landesregierung auch in dieser Frage wortbrüchig“, erklärte der Abgeordnete Mathias Wagner. Selbst die 101 Prozent basierten zum guten Teil auf einem Rechentrick, da der Unterricht der Referendare den Schulen künftig mit 8 statt bislang 6,4 Stunden in Rechnung gestellt werde.