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1. FFC Frankfurt In allen Belangen unterlegen

 ·  Die Fußballspielerinnen des 1. FFC Frankfurt verlieren das Pokal-Endspiel 0:2 gegen München. Das Finale der Champions League ist nun die letzte Titelchance.

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Mit hängenden Schultern und gesenkten Köpfen schlichen die Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt über den Rasen des Kölner Stadions. In der Spielfeldmitte wartete Hannelore Ratzeburg: Die Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte die undankbare Aufgabe, die Medaillen für den Verlierer des DFB-Pokalfinales zu überreichen. Einige FFC-Spielerinnen brachten noch ein kurzes Lächeln zustande, die meisten streiften das kleine Metallstück sofort wieder ab: Denn dafür war der FFC schließlich nicht nach Köln gekommen. Mit einer ungenügenden Leistung war er dem FC Bayern München in nahezu allen Belangen unterlegen und durfte sich nicht über die 0:2-Niederlage beschweren. Diese sahen 15. 678 Zuschauer - Minuskulisse für das nun zum dritten Mal in Köln ausgetragene Endspiel.

„Wenn man so viele Fehler macht, kann man kein Pokalfinale gewinnen“, sagte der enttäuschte FFC-Trainer Sven Kahlert. „Wir sind einfach zu keinem Zeitpunkt in das Spiel gekommen.“ Schon in der Anfangsphase offenbarte seine nervös wirkende Mannschaft große Probleme mit der forschen Gangart der Bayern: Viel offensiver als erwartet und von Trainer Thomas Wörle bestens eingestellt, spielten sich die Münchnerinnen in der Frankfurter Hälfte fest. Immer wieder versuchte der Außenseiter, seine physische Überlegenheit in Standardsituationen auszuspielen - fast jeder der meist von der starken Linksverteidigerin Katharina Baunach getretenen Freistöße oder Eckbälle sorgte für Aufregung vor dem FFC-Tor. Schon nach zwei Minuten hätte Frankfurt durch Sarah Hagens Kopfball in Rückstand geraten können. Nur mit Mühe konnte die bei hohen Bällen unsicher wirkende Desirée Schumann klären. Kurz darauf musste Gina Lewandowski den Schuss der aufgerückten Bayern-Verteidigerin Nicole Cross aus kurzer Distanz klären.

„Ich bin gerade emotional viel zu aufgeladen“

Eine wirkliche Spielanalyse traute sich Thomas Wörle, der einst für Kickers Offenbach spielte und seine Trainerkarriere 2010 in München startete, nicht zu: „Ich bin gerade emotional viel zu aufgeladen“, sagte er. Seine Mannschaft hatte offenbar verinnerlicht, dass sie an diesem Tag über sich hinauswachsen müsse, um die individuell überlegenen Frankfurterinnen zu schlagen. „Wie kompakt, wie aggressiv und wie spielfreudig wir uns präsentiert haben - das fand ich beeindruckend“, sagte Wörle nach dem ersten Pokalsieg der FC-Bayern-Frauen.

Profitieren konnten die Münchnerinnen von einem taktischen Fehlgriff des FFC, der ohne gelernte Stürmerin angetreten war: Im Mittelfeld sollten Melanie Behringer, Sandra Smisek und Dzsenifer Marozsan für Kreativität sorgen. Ins Sturmzentrum hatte Kahlert stattdessen Lira Bajramaj beordert. Erstmals stand sie nach wochenlanger Verletzungspause wieder in der Startelf. Die Nationalspielerin blieb gegen die perfekt organisierte Münchner Defensive aber völlig wirkungslos und musste schon nach 40 Minuten ausgewechselt werden. Im Abschlusstraining am Freitag hatte sie sich den Fuß verdreht und vor dem Spiel noch Schmerztabletten genommen - freilich ohne ihren Trainer über ihr Handicap zu informieren. „Es war mein Fehler. Ich war nicht ehrlich zu mir selbst“, sagte Lira Bajramaj, während Kahlert ankündigte, dass darüber noch zu reden sei. „Ich werde die Niederlage aber nicht an Lira festmachen“, sagte er. Der Einsatz der Nationalspielerin am nächsten Donnerstag im Champions-League-Finale in München gegen Titelverteidiger Olympique Lyon ist gefährdet. Nach der verspielten deutschen Meisterschaft und der Niederlage im DFB-Pokal-Endspiel ist dies die letzte Chance für den FFC auf einen Titel in dieser Saison. Doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die Frankfurterinnen erheblich steigern.

Gegen München waren die FFC-Frauen nur wenige Minuten lang ebenbürtig. In jener Phase vergab Melanie Behringer mit einem an die Latte gezirkelten Freistoß zugleich die beste Chance. Wenn es in der Folge eine Szene gab, die symbolisch für die vergeblichen Bemühungen des FFC stand, dann war es ein Angriff in der 54. Spielminute: Die ansonsten völlig unsichtbare Kerstin Garefrekes hatte sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt, ihre bissige Bewacherin Katharina Baunach ein einziges Mal abgeschüttelt und sich in Position gebracht. Doch der Schuss prallte am Rücken der mitgelaufenen Melanie Behringer ab. Der FFC stand sich nicht nur in dieser Situation selbst im Weg; unerklärliche Konzentrationsmängel führten auch zu den Gegentoren. Das erste erzielte Sarah Hagen per Kopfball nach einem Eckstoß (63. Minute). Weder Torhüterin Desirée Schumann noch Verteidigerin Gina Lewandowski machten dabei eine gute Figur. Beim zweiten Gegentreffer durch Ivana Rudelic (90.) verlor Lewandowski den entscheidenden Zweikampf. Inmitten der niedergeschlagenen Frankfurter Mannschaft war Gina Lewandowski damit die tragischste Figur. Am Rande des Endspiels wurde bekannt, dass sie in der nächsten Saison nicht mehr für den FFC Frankfurt spielen wird - die Amerikanerin wechselt zum FC Bayern. Ausgerechnet.

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Von Matthias Alexander

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