Home
http://www.faz.net/-gzg-775g7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

1:1 gegen Wolfsburg Mainz hilft die Überzahl - aber nur zum Remis

Mainz 05 muss trotz Überzahl mit einem Unentschieden gegen Wolfsburg zufrieden sein. Beim 1:1 erzielen Zimling und Naldo die Treffer. Auf Wolfsburger Seite sieht Madlung die Rote Karte wegen einer Notbremse.

© dapd Viel Kraft gelassen: Wolfsburgs Dost (l.) im Duell mit Baumgartlinger

Erstmals nach 14 Jahren hat Christian Heidel ein Heimspiel von Mainz 05 verpasst. Wenn der 49 Jahre alte Manager des Bundesligaklubs seiner Grippe, die ihn mit 40 Grad Fieber zu einer Pause vom Fußball zwang, etwas Gutes abgewinnen will, dann den Zeitpunkt. Denn das 1:1-Unentschieden vor 27.000 Zuschauer gegen den VfL Wolfsburg zählte zur seltenen Sorte an unterhaltungsarmen Heimauftritten seines Klubs.

Daniel Meuren Folgen:

Die Mainzer durften sich sogar glücklich schätzen über den einen Zähler, da die starken Wolfsburger von der 30. Minute an durch eine Rote Karte dezimiert ihre vielversprechenden Offensivbemühungen zugunsten von konzentrierter und diziplinierter Defensivarbeit weitgehend einstellten. So blieb es nach dem Führungstreffer von Niki Zimling (5. Minute) und dem Ausgleich durch Naldo (15.) beim Unentschieden und den  Mainzern womöglich eine HEimniederlage erspart.

Mainzer Führung dank Benaglio-Vorarbeit

Die von Volkswagen finanzierte VfL-Mannschaft überraschte die Rheinhessen vom Anpfiff weg mit zielgerichtetem Kombinationsspiel. Dennoch gingen die Mainzer nach fünf Minuten in Führung. Der Wolfsburger Schlussmann Diego Benaglio passte einen Ball direkt zum Mainzer Mittelstürmer Adam Szalai, der nach einem geblockten Schussversuch dem freistehenden Niki Zimling den Ball zum 1:0 auflegte.

1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg © dpa Vergrößern Ausgeglichen: Naldo (Mitte) köpft das 1:1 und jubelt mit Polak und Diego (hinten)

Erstmals durfte sich der trotz anhaltender Erkrankung auf der Bank sitzende Trainer Thomas Tuchel, der während der ganzen Trainingswoche seinem Assistenten die Spielvorbereitung überlassen musste, deshalb über ein Heim-Tor gegen Wolfsburg freuen. In den vorangegangenen drei Duellen mit den Niedersachsen unter seiner Leitung blieb sein Team stets torlos. Die Freude hielt freilich nur zehn Minuten: Nach einer Polak-Flanke köpfte Naldo aus sechs Metern zum verdienten Ausgleich ein (15.).

Rot für Madlung

Wolfsburg blieb danach, vom starken Regisseur Diego angetrieben, die spielbestimmende Mannschaft, bis Nicolai Müller durch einen beherzten Antritt seinen Gegenspieler Alexander Madlung zu einem Trikotzupfer verleitete. Die Regelwidrigkeit wertete Schiedsrichter Peter Sippel als Notbremse, weswegen   der Wolfsburger Innenverteidiger vom Feld musste. „Wie meine Mannschaft nach dem Platzverweis die Mainzer eine Stunde lang von unserem Tor weggehalten hat, das hätte ich nicht erwartet. Das war für meine Mannschaft ein ganz großer Schritt nach vorn“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking.

Eine ähnliche beherzte Leistung erwartet er von seinem Team nun auch am Dienstagabend (20.30 Uhr)  im DFB-Pokalspiel beim Drittligaklub Offenbacher Kickers. „Uns erwartet in Offenbach eine giftige Atmosphäre, die ich von einem 2:0 im Pokal mit Nürnberg kenne. Aber wir sollten, ohne die Offenbacher zu unterschätzen, in der Lage sein, dort zu gewinnen.“

1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg © dpa Vergrößern Im Schneetreiben: Wolfsburgs Vierinha klärt vor dem Mainzer Zimling

Für die Mainzer steht derweil Aufbauarbeit auf dem Programm vor dem Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg. Sie wirkten am Samstag trotz der Überzahl ungewohnt ideenarm und wenig dynamisch. Lediglich eine Chance kurz vor Schluss durch Szalai war Folge eines selbst gestalteten Spielzugs, zwei weitere Szalai-Chancen (28./64.) waren allein Folge gravierender Fehler des Gegners.

„Oft gewinnt man ein solches Spiel dennoch 2:1. Aber wir akzeptieren, dass unsere Leistung heute nicht so war, dass wir es verdient hätten“, sagte Assistenztrainer Michels, der Tuchel nach dem Spiel bei den Medienverpflichtungen vertrat. Ein gutes Omen: Am Dienstagabend soll Christian Heidel wieder im Stadion sein.

FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:1 (1:1)

FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Júnior Díaz (74. Risse) - Baumgartlinger, Soto (54. Caligiuri) - Nicolai Müller, Zimling, Ivanschitz (58. Ede) - Szalai
VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Madlung, Schäfer - Josué, Polak - Vieirinha (82. Rodriguez), Diego, Olic (34. Kjaer) - Dost (87. Perisic)
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 27.175
Tore: 1:0 Zimling (5.), 1:1 Naldo (15.)
Gelbe Karten: Zimling (1) / Diego (4), Kjaer (3)
Rote Karten: - / Madlung (29./Notbremse)

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mainz 05 Wankelmütiger Spielmacher

Yunus Mallis Begehren nach einer besonderen Nummer auf seinem Trikot wird bei Mainz 05 erhört. Als Zehner soll er aber die Defensivarbeit nicht ganz vergessen. Mehr Von Daniel Meuren, Mainz

31.07.2015, 06:30 Uhr | Rhein-Main
DFB-Pokal Klopp gratuliert Wolfsburg zum Sieg

Der scheidende Trainer von Borussia Dortmund Jürgen Klopp hat Wolfsburg zum Sieg gratuliert. Er sagte auch, dass er jetzt Zeit brauche, um die Niederlage zu verarbeiten. Der Trainer der Wölfe, Dieter Hecking, lobte sein Team für die herausragende Leistung. Mehr

31.05.2015, 11:16 Uhr | Sport
Mainz 05 Schwarmbildung am Genfer See

Mainz 05 arbeitet weiter an den alten Idealen: Das Defensivspiel soll sich künftig am Bewegungsverhalten von Fischen orientieren. Zudem will der Klub mit der Saisoneröffnung auf dem Domplatz wieder näher an die Mainzer rücken. Mehr Von Daniel Meuren, Mainz

25.07.2015, 15:41 Uhr | Sport
Neuer Dortmund-Trainer Tuchel spricht über die Zukunft des BVB

Bei seiner ersten Pressekonferenz als neuer Trainer von Borussia Dortmund hat Thomas Tuchel über die Zukunft des Vereins gesprochen und die Arbeit seines Vorgängers Jürgen Klopp gewürdigt. Mehr

03.06.2015, 14:25 Uhr | Sport
6:5-Sieg nach Elfmeterschießen Wolfsburg schnappt Bayern den Supercup weg

Der FC Bayern hat eine Hand am Supercup und muss den ersten Titel der Saison doch noch Wolfsburg überlassen. Held des Abends ist ein Stürmer, der von vielen schon abgeschrieben war. Mehr Von Roland Zorn, Wolfsburg

01.08.2015, 22:42 Uhr | Sport

Veröffentlicht: 23.02.2013, 16:43 Uhr

Kein Windrad ins Rheintal

Von Oliver Bock

Windräder sind nicht nur in der engen Kernzone des Mittelrheintals tabu, sondern auch in den Randzonen - so will es das Land Rheinland-Pfalz. Eine in jeder Hinsicht richtige Entscheidung. Mehr 0