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0:3 Eintracht scheitert an der BVB-Power

Bei der 0:3-Niederlage in Dortmund müssen sich die Frankfurter auch in zeitweiser Überzahl fügen.

© REUTERS Vergrößern Hilflos: die Eintracht unterliegt den Dortmundern klar.

Armin Veh braucht keine Koffer zu packen. Aus dem Kurzurlaub ist nichts geworden. Bedingung dafür wären ein Auswärtssieg und das Erreichen der selbstgesteckten 40-Punkte-Marke am Samstag gewesen. Doch der Spielplan führte Veh und die von ihm trainierte Frankfurter Eintracht ausgerechnet zu Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund. Pech für die Hessen, die auf einen starken Champion trafen, der schon zur Pause die Grundlagen für den späteren 3:0-Heimsieg gegen die Eintracht schuf. Marco Reus mit einem Doppelschlag in der achten und zehnten Minute sorgte früh für klare Verhältnisse in dieser Spitzenpartie des 22. Spieltags. Und Reus war es auch, der seinem starken Auftritt in der 65. Minute Treffer Nummer drei folgen ließ. „Das Spiel war eigentlich nach zehn Minuten schon vorbei. Wir hatten uns viel mehr vorgestellt, aber Dortmund hat verdient gewonnen“, sagte der Frankfurter Torwart Kevin Trapp.

Zweiter gegen Vierter, Dortmund gegen Frankfurt, der Primus gegen den Bewunderer. Eintracht-Trainer Veh ist seit vielen Jahren schon ein Anhänger des Fußballs der Marke BVB und hatte die Mannschaft seines Kollegen Jürgen Klopp als „unseren ganz, ganz großen Bruder“ bezeichnet. Die Borussia, ein Vorbild für die Eintracht. Und tatsächlich: Es hatte Vorbildcharakter, mit welcher Power und Dynamik die Westfalen in die Partie kamen. Beim ersten Versuch von Reus stand ihnen noch der umsichtige Frankfurter Torhüter Kevin Trapp im Weg (4.). Doch bei den beiden nachfolgenden Aktionen war auch Trapp machtlos. Vor allem der Dortmunder Führungstreffer verdient besondere Erwähnung, denn in der Vorbereitung war es der kongeniale Mario Götze, der mit einem ansatzlosen Traumzuspiel Reus auf die Reise schickte (8.).

Nach einer Stunde besser im Spiel

Für BVB-Chef Hans-Joachim Watzke war es keine Frage. „Dortmund gegen Frankfurt, das ist ein echtes Highlight der Fußball-Bundesliga.“ Doch die 80 500 Zuschauer im traditionell ausverkauften Stadion mussten lange warten, um Substantielles von der Eintracht zu sehen. Die erste Szene ereignete sich in der 19. Minute, als Neuzugang Srdjan Lakic nach einer Flanke von Sebastian Jung mit dem Kopf Maß nahm, das Dortmunder Tor aber verfehlte. Nach einer knappen halben Stunde, als die Frankfurter besser in das Spiel und immer wieder in die Dortmunder Hälfte kamen, arbeiteten sich Vehs Männer den ersten Eckball heraus. Vier Minuten vor dem Seitenwechsel bot sich dem aufgerückten Sebastian Rode tatsächlich die Gelegenheit, den Anschlusstreffer zu erzielen. Halb Flanke, halb Schuss - aber eben auch nichts Ganzes, das Schlussmann Roman Weidenfeller irgendwie in Bedrängnis gebracht hätte. So blieb es bis zur Pause beim 2:0 für die Borussia in diesem 80. Bundesliga-Duell zwischen dem BVB und der Eintracht.

Gegen keine andere Mannschaft als Frankfurt spielt Dortmund lieber. 36 Siege - so viele wie gegen keinen anderen Erstligaklub - waren der rechte Appetitanreger für das Topspiel. Aus Frankfurter Sicht konnte es in der zweiten Halbzeit nur besser werden. Tatsächlich ergab sich früh eine weitere Chance. Doch Lakic vertändelte den Ball, und der freistehende, schussbereite Alexander Meier geriet ins Stolpern und kam erst gar nicht dazu, für Gefahr zu sorgen (49.).

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Gefahr - die ging fortan und beständig von der phasenweise meisterlich auftrumpfenden Borussia aus, die den Druck erhöhte und immer wieder Angriffe startete. In einer dieser Drangperioden nahm Veh einen Wechsel vor. Er nahm Stefan Aigner aus der Partie und brachte Stürmer Olivier Occean (60.). Drei Minuten später tauchten die Frankfurter wieder einmal vor Weidenfeller auf. Doch Lakic verfehlte mit links. Besser machte es der überragende Mann des Abends. Reus erhöhte nach abermals starker Vorarbeit von Götze auf 3:0 (65.). Spätestens jetzt war die Partie endgültig entschieden, und Vehs Befürchtung hatte sich bewahrheitet. „Hoffentlich müssen wir nicht für die Niederlage der Dortmunder gegen Hamburg büßen.“ Vor einer Woche gab es dieses 1:4 gegen den HSV. Gestärkt aber durch das zwischenzeitliche 2:2 im Champions-League-Achtelfinalhinspiel bei Schachtjor Donezk, zeigte der BVB gegen die Eintracht sein wahres Gesicht und siegte auch in der Höhe verdient 3:0. Misslich für die Eintracht: Außenmann Takashi Inui sah innerhalb von 21 Minuten zweimal die Gelbe Karte und musste folgerichtig nach der letzten Attacke gegen Mats Hummels mit Gelb-Rot das Feld verlassen (74.).

Vehs Mannschaft bleibt mit 37 Punkten Vierter und reist am kommenden Freitag zum Rangfünften SC Freiburg. Schon wieder ein Spitzenspiel.

Quelle: F.A.S.

 
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