12.05.2001 · Es waren Kreuzfahrtschiffe in der Luft, die den Luxus eines Ozeanriesens erstmals über die Wolken trugen. Doch mit der Geschichte der ersten Zeppeline Anfang des Jahrhunderts verbinden die meisten auch die Katastrophe von Lakehurst, als die „Hindenburg“ in Flammen aufging.
Von Ursula ArnoldEin Kreuzfahrtschiff fliegt am Himmel vorbei. Unsinn? Mitnichten. Dort schwebte schon Größeres: Mit 245 Metern Länge war das Luftschiff Zeppelin (LZ 129), die „Hindenburg“, das größte Fluggerät aller Zeiten, fast doppelt so lang wie gängige deutsche Ozeanriesen.
Wie auf noblen Dampfern wurden die Gäste im Restaurant mit mehrgängigen Menüs verwöhnt, schliefen in Kabinen und konnten sich in eleganten Gesellschaftsräumen verlustieren. Doch der prächtigste aller Zeppeline hat die traurigste Geschichte: Er explodierte 1937 beim Landeanflug auf New Jersey. Heute werden Luftschiffe daher ausschließlich mit unbrennbarem Helium statt Wasserstoff befüllt.
Erste Fahrt dauerte 18 Minuten
Begonnen hat die Ära der lenkbaren Luftschiffe am 2. Juli 1900: Bejubelt von rund 20.000 Zuschauern schwebte LZ 1 für sensationelle 18 Minuten über den Bodensee. Neun Jahre hatte sein Erfinder, Graf Ferdinand von Zeppelin, an dem Projekt getüftelt.
Doch nach dem erfolgreichen Start des Prototyps folgte Niederlage auf Niederlage. Als 1908 auch das vierte Exemplar verunglückte - LZ 4 verbrannte vor den Augen seines Erbauers bei der Notlandung - schien das Projekt endgültig gescheitert. Doch zu sehr hatten die Menschen den Traum des betagten Grafen zu ihrem eigenen gemacht: Sie spendeten über sechs Millionen Mark für den Bau neuer Luftkreuzer.
1,5 Millionen Kilometer unfallfrei
Der erfolgreichste seiner Art wurde LZ 127, „Graf Zeppelin“: Er legte über 1,5 Millionen Kilometer unfallfrei zurück, flog 1928 rund um den Globus und absolvierte 1931 eine Forschungsreise in die Arktis. Seit dem 18. September 1997 dreht mit dem Zeppelin NT erstmals wieder ein starres Luftschiff nach Art des alten Grafen am Himmel seine Runden.