12.05.2001 · Sie schienen die ganze Zeit schon über uns zu sein, aber die meisten der Zeppelin-ähnlichen Luftschiffe waren in Wirklichkeit Blimps, heliumgefüllte Attrappen.
Von Ursula ArnoldJeder von uns hat schon mal einen Zeppelin gesehen - stand nicht Goodyear drauf oder Fuji-Film? Ein Irrtum. Fast 60 Jahre lang war nie ein Zeppelin am Himmel zu sehen. Erst 1997 hob erstmals wieder ein solches Luftschiff ab und ist seitdem am blauen Streifen auf weißem Grund und der Aufschrift „NT“ erkennbar.
Blimps sind nur große Ballons
All die anderen Luftschiffe, die in den letzten Jahrzehnten vorbeigeschwebt sind, waren kaum mehr als heliumbefüllte Ballons in Zigarrenform, aufsehenerregende Attrappen also, im Fachjargon „Blimps“ genannt. Rund 4.500 dieser fliegenden Litfasssäulen sind weltweit unterwegs. Vom echten Luftschiff à la Graf Ferdinand unterscheiden sich Blimps vor allem dadurch, dass sie keine feste Innenstruktur haben. Entweicht das Gas, sackt die Hülle zusammen wie bei jedem anderen Ballon.
Zeppeline haben ein Skelett
Anders der Zeppelin. Er hat ein tragendes Skelett, so dass er selbst bei einem Druckabfall im Innern funktionsfähig bleibt. Nur 1.000 Kilogramm wiegt die Tragstruktur des neuen NT-Modells aus leichten Kohlefaser-Spanten und Aluminium-Längsträgern. Weiterer Vorteil des Originals: Motoren und Tanks können weit von der Passagierkabine entfernt am - starren - Rumpf befestigt werden. Das ermöglicht leichteres Manövrieren, aber auch geringe Lärmbelästigung für die Passagiere - und mehr Sicherheit. Beim Blimp gibt es nur eine Stelle, um feste Teile anzubringen: die Kanzel, die, wie beim Ballon, an Leinen am Auftriebskörper hängt.