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Wintersaison 2012/2013 Mit der Luxusgondel zur Sonnenlounge

 ·  Wer redet noch von schönen Pisten? Skiorte, die mit ihrem Wintersportangebot glänzen wollen, müssen mehr bieten. Rund ums Skifahren entstehen immer extravagantere Erlebnisangebote.

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© Walter Wille Vergrößern Kein anderes Kaffeehaus in Österreich liegt näher am Himmel: Seit dieser Saison kann man in der Gipfelstation der Pitztaler Wildspitzbahn seine Melange auf 3440 Meter Höhe trinken.

So romantisch, wie es auf alten Fotos den Anschein erweckt, waren die guten alten Skifahrerzeiten nicht immer. Frühmorgens sind sie mit den Skiern auf der Schulter durch die Dörfer gestiefelt, haben sich in der Schlange vor dem Lift eingereiht und geduldig darauf gewartet, dass sie endlich in den klapprigen Einersessel einsteigen konnten. In gemächlichem Tempo froren sie dann bergwärts. Gegen die Minusgrade halfen die alten Anoraks und die dünnen Skihosen kaum. Mit solchen archaischen Erlebnissen müssen sich Wintersportler heute nicht mehr quälen. Morgens rollen sie mit der Limousine vor die Talstation und parken auf reservierten Plätzen. Um die Ausrüstung kümmert sich der Portierservice. Dann macht man es sich in der Premium-Gondel bequem. In der Mittelkonsole lassen sich Bildschirm und HiFi-Anlage bedienen. Champagner schwappt während der Bergfahrt gemächlich in den Gläsern, die in speziellen Behältern ruhen. Oben auf der Sonnenlounge warten die reservierten Wasserbetten und das Brunchbuffet.

Mit solchen Annehmlichkeiten können sich in diesem Winter die Gäste im Skigebiet Hochzillertal den Skiausflug bereichern lassen. Das gibt es natürlich nicht zum marktüblichen Tageskarten-Tarif. Wer den VIP spielen will, darf dafür ab 150 Euro für zwei Personen investieren. Ob sich das lohnt, bleibt eine Geschmacksfrage. Hinter dieser neuen Offerte steckt eine Kooperation zwischen dem Skigebiet, dem Südtiroler Lifthersteller Leitner und BMW. Eine Luxusgondel im Stil der Siebener-Serie von BMW soll mehr zahlungskräftige Gäste anlocken. Diese Glamourofferte unterstreicht den Trend, das Skifahren mit Mehrwert zu versehen und so aus dem recht austauschbaren Angebot zu strahlen. Moderne Bahnen besitzen oft Ledersessel, getönte Scheiben und Sitzheizung.

Testfahrten mit Luxusschlitten

Immer häufiger suchen sich Skigebiete Werbepartner wie BMW, um ihre Angebote marktgerecht aufmöbeln zu können, auch viele Hotels. So ist es bei den Kitzbüheler Fünfsternehäusern mittlerweile Standard, mit einer Premium-Automarke zu kooperieren und den Gästen Testfahrten mit teuren Geländewagen anzubieten.

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© Walter Wille Vergrößern Keine Revolutionen, aber viele Neuerungen: In der neuen Skisaison wird es den Winterurlaubern bestimmt nicht langweilig.

Dass Seilbahnen für Schlagzeilen gut sind, zeigen Beispiele in der Schweiz. Im Skigebiet Laax in Graubünden wurde mit dem neuen Lift Lavadinas-Fuorcla Sura eine Weltneuheit angekündigt. Das bezieht sich darauf, dass der von Porsche Design entworfene Sechser-Sessellift beim Verlassen der Talstation eine 45-Grad-Drehung vollzieht, damit die Passagiere eine bessere Aussicht genießen können. Die Sitzheizung wird von einer eigenen Photovoltaikanlage versorgt. Dass in Zell am See Gondeln mit Porsche-Design im Einsatz sind, muss niemand wundern. Schließlich ist dort ein Großteil des Porsche-Clans zu Hause und ist der Autokonzern auch Anteilseigner an der Liftgesellschaft. Am Stanserhorn bei Luzern wurde im Sommer eine Cabrio-Seilbahn eröffnet. Die Kabine besteht aus einer unteren, weitgehend verglasten Etage für sechzig Personen, die mit einer Treppe mit der oben offenen Etage verbunden ist, in der weitere dreißig Personen Platz finden. Die gesamte aufwendige Konstruktion ließen sich die Schweizer mehr als 23 Millionen Euro kosten. Für Wintersportler gibt es das Cabriovergnügen derzeit nicht. Die Stanserbahn macht ab Mitte November Winterpause.

Der frühe Vogel findet das Glück

Dass die Bergfahrt zum elitären Erlebnis wird, dokumentieren die Bemühungen der Winterdestinationen, zusätzlich zum Skifahren Erlebnisse zu schaffen. Nach amerikanischem Vorbild offerieren immer mehr Skigebiete in den Alpen frühmorgendliche Sonnenaufgangsfahrten. Die „First Track“-Ausflüge, wie sie nach dem seit vielen Jahren erfolgreichen Angebot im kanadischen Whistler oft genannt werden, starten vor dem offiziellen Skibetrieb und bieten den Teilnehmern das, was der durchschnittliche Skifahrer nur noch von Werbebildern kennt: leere, perfekt präparierte Pisten. In Zermatt, Serfaus, in Alta Badia und im Zillertal, im Montafon oder auf der Turracher Höhe werden unter anderem solche exklusiven Fahrten angeboten. Das frühe Aufstehen scheint die Skifahrer ebenso wenig zu stören wie die Minustemperaturen in luftiger Höhe. „Beim Sonnenaufgang auf leeren, frisch präparierten Pisten zu fahren ist ein exklusives Erlebnis, das Einheimische und Gäste gleichermaßen begeistert. Kein Wunder, dass die Termine fast immer ausgebucht sind“, begründet Georg Hoblik, Vorstand der Silvretta Montafon Bergbahnen den Erfolg.

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