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Österreichische Alpen : Schnee!

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Damüls in Vorarlberg gilt als der schneereichste Ort der Welt - in diesem Jahr lassen sich die Flocken aber auch dort noch Zeit. Bild: www.plainpicture.com

Der Winter geht mal wieder nur schleppend los, die Liftbranche ist nervös. Wie sieht es aus am schneereichsten Ort der Alpen, in Damüls in Vorarlberg?

          Der Kathan Ludwig kann den Schnee hören. „Wenn ich über Kunstschnee fahre, dann rumpelt es. Der ist härter. Naturschnee ist fein, da geht es sanft drüber.“ Ludwig Kathan ist Pistengerätefahrer, Nacht für Nacht präpariert er die Pisten von Damüls. Er kennt sich aus mit Schnee. Denn der Ort in Vorarlberg gilt als das schneereichste Dorf der Welt.

          Die vergangenen zwei Winter seien zwar auch in Damüls nicht so berühmt gewesen, sagt Pascal Keiser, Geschäftsführer von Damüls-Faschina Tourismus. Und auch dieser Winter lässt sich noch bitten. Doch in Damüls ist man zuversichtlich. Immerhin sei es am 8. August warm gewesen. Das Wetter an diesem Lostag sagt laut Bauernregeln den Winter vorher: „Ist’s an Domini sehr heiß, wird der Winter lang und weiß.“ In warmen Sommern wird viel Heu eingebracht - ein Zeichen dafür, dass die Kühe es im strengen Winter auch brauchen werden. Auf die Frage, woher das Heu das im Sommer denn schon wissen soll, antwortet Keiser: „Nun ja, das sind eben diese Bauernregeln.“ Seit diesem Wochenende fällt zumindest der erste Kunstschnee in Damüls. Es ist endlich kalt genug dafür: „Das hat genau gepasst für uns.“

          Wie jeder weiß, kennen die Inuit über hundert Wörter für Schnee. Aber wie das so ist mit den Dingen, die jeder weiß: Oft stimmen sie nicht. Kathrin Passig erklärt es in ihrer Erzählung „Sie befinden sich hier“, die sie selbst ein „Metaphernschneegestöber“ nannte: „Eskimos haben, wie einfallslose Mitmenschen an dieser Stelle gern in die Konversation einwerfen, unzählige Wörter für Schnee. Ich habe keine Geduld mit den Nachbetern dieser banalen Behauptung. Die Eskimosprachen sind polysynthetisch, was bedeutet, dass selbst selten gebrauchte Wendungen wie ,Schnee, der auf ein rotes T-Shirt fällt‘ in einem einzigen Wort zusammengefasst werden. Es ist so ermüdend, das immer wieder erklären zu müssen.“ Hinzu kommt, dass es Eskimoisch nicht gibt, die zirkumpolaren Völker sprechen mal Aleutisch, mal Yupik, mal Inuktit, mal Ostgrönländisch. Dort heißt qiqumaaq Schnee, dessen Oberfläche gefroren ist, katakatanaq - harte Kruste von Schnee, die unter Fußstapfen nachgibt, maujaq - weicher Schnee auf dem Boden. Umständlich, ja, aber von wegen polysynthetisch! Man könnte das auch mit je einem deutschen Wort übersetzen: Harsch, Bruchharsch, Matsch.

          Harsch und Firn, Reif und Sulz

          Tatsächlich kennt auch das Deutsche jede Menge Wörter für Schnee: Locker-, Neu- und Pappschnee. Reif, Harsch, Firn, Sulz. Pulverschnee, Schwimmschnee, Schneebretter. Wechten, Altschnee, Bruchharsch. Pappschnee, Faulschnee. Es gibt sogar ein Wort für schneelos: aper. Und weiter: Graupel, Griesel, Hagel. Okay, Hagel zählt nicht. Aber warum eigentlich nicht? Was genau ist Schnee? Er besteht aus feinen Eiskristallen. Auf dunklen Skianoraks lassen sich die Sternchen bewundern. Die Kristalle entstehen nur, wenn es in Wolken kälter ist als minus zwölf Grad. Dann gefrieren Tröpfchen an Staubteilchen. Eis ist leichter als Wasser und beginnt zu fallen. Lawinenähnlich wächst das Eiskörnchen beim Weg durch die Wolke. Frische Schneeflocken sind immer sechseckig. Das hat mit Chemie und der Struktur von Wassermolekülen zu tun. Erstaunlicherweise heizen wachsende Schneekristalle, geben beim Gefrieren Wärme ab. Da sie dann wieder teilweise schmelzen, bricht ihnen hie und da ein Zacken aus dem Sechseck. Und deswegen übertrifft ihre Formenvielfalt die weltweite Anzahl an Schneewörtern um ein Vielfaches.

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