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Wandern in Tadschikistan: Wie viel Weite braucht der Mensch?

Wie viel Weite braucht der Mensch?

Text und Fotos von BARBARA SCHAEFER

29.11.2016 · Am Ende aller Straßen hört es nicht auf: Durch das Peter-der-Große-Gebirge in Tadschikistan.

An einer Straßenkreuzung stehen zwei Männer. Sie tragen dunkle Anoraks, Jeans, große Rucksäcke. Der größere der beiden hält in der rechten Hand eine Personenwaage. Wir halten an. Sie steigen zu. Sie sind die Bergführer.

Die ruppige Landstraße führte zunächst am braun wirbelnden Wachsch-Fluss entlang. Das Gharmtal beginnt eine halbe Tagesreise östlich der Hauptstadt, nicht abgelegen genug, dass nicht allenthalben Präsident Emomali Rahmon von einem Plakat grüßen würde. Mal als Bauer, mal als Lehrer, mal als Wissenschaftler.

Besucher wundern sich über manches hier, und die Menschen hier wundern sich über uns. Einmal will ein Junge unbedingt, dass einer von uns auf seinem Esel reitet. Er steigt ab, rennt den Berg hinauf und versteht nicht, warum die Europäer so schleichen. Außer uns ist hier niemand zu Fuß unterwegs, sieht man von dem jungen Schäfer in seinem wattierten moosgrünen Mantel ab, der uns entgegenkommt und die Hände des Wanderführers ehrfürchtig ergreift.

Seit wir die Baustelle für den höchsten Staudamm der Welt passiert haben, wird die Straße immer schlechter. Hinter dem Rogun-Damm wird nichts mehr instandgesetzt, in zehn oder zwanzig Jahren dürfte alles in einem See versunken sein. Ein Lkw mit der Aufschrift Zotter-Austria schwankt grässlich auf uns zu. Vorbei. Laster mit Kohlebrocken schieben bergab.

Durch Tadschikistan wandert man auf dreitausend Metern Höhe, umzingelt von Fünftausendern und noch höheren Gipfeln. Hängebrücken halten die Täler verbunden.

Eine Hängebrücke führt über den Fluss, nur je ein Auto darf passieren. Nun soll es also ins Peter-der-Große-Gebirge gehen, einen Ausläufer des Pamir, zum Wandern. Die Landschaft ist geradezu brutal. Staubig, harsch, fast ohne Menschen. Felsabhänge streben wie ein auberginefarbener Faltenrock zu Tal. Erdpyramiden stehen wie Erdmännchen in Habachtstellung am Fluss.

Immer höher geht es, die Autos nahe am Abgrund. Unten am Fluss entlang verlaufen schiefe Strommasten, wie in einem Western. Die Stromschnellen sehen bedrohlich aus. Hierher kamen früher die Russen zum Rafting, erzählt einer. In einer verdorrten Fläche stehen die Ruinen einer einstigen Kolchose, viel Beton, für die Ewigkeit gebaut, aber jetzt doch am Verrotten. Einige tragende Säulen sind aufrecht geblieben, wie die Reste einer untergegangenen Zivilisation.

Dann plötzlich eine bewässerte Fläche, viel Grün, auf 2200 Metern wachsen Aprikosen, Kartoffeln, Maulbeerbäume mit ihren dichten Kronen. Im Dorf am Ende der Hochstraße stehen 15 Männer bereit. Sie werden uns, 14 Wanderer, mit ihren Packpferden begleiten. Ein Nationalpark-Ranger wartet auch, viel Papierkram steht an, kein Pferd darf mehr als 63 Kilogramm tragen, nun kommt die Waage zum Einsatz. Wir spazieren durchs Dorf. Kinder rennen herbei, Erwachsene blicken neugierig und bedanken sich, wenn sie fotografiert werden. Dazu legen sie die rechte Hand aufs Herz, verbeugen sich leicht und sagen: rachmat. Ein Bach fließt durchs Dorf, Mädchen holen Wasser in Blecheimern.

Eine Frau beobachtet uns, sie trägt ein rotes langes Kleid mit Strickweste und ein Rosenmuster-Kopftuch, dann eilt sie in ihr flaches Haus. Als wir bei ihr vorbeikommen, tritt sie vor die Tür. Sie reicht ein Brot, so groß müssen Wagenräder früher gewesen sein, dazu eine Schale Joghurt. Wir zögern, sie drängt uns. Wunderbar passen das warme Brot und das leicht säuerliche Milchprodukt zusammen. Als sie sieht, wie es uns schmeckt, holt sie zwei weitere Brote, noch warm, vom gemauerten Backofen nebenan. Der Teig wird an die Wand geklatscht, wenn die Brote fertig sind, lösen sie sich. Wir sollen die Brote in den Rucksack stecken, bedeutet sie uns.

Maina Schwarz kocht. Ihre Eltern stiegen auf die Sechstausender Tadschikistans, auch die nun 24-Jährige ist viel in den Bergen unterwegs. „Ich weiß, wie man in großer Höhe kocht“, sagt die blonde Frau. Die Trekkinggruppe wird diese Meinung nicht immer teilen. Den Nachnamen hat Maina von ihrem Großvater, einem Offizier der Österreichischen Armee, der nach dem Krieg blieb. Ihre anderen Vorfahren sind russischer Herkunft. Sie ist Tadschikin.

Gekocht wird draußen.

Tadschikistan war immer Vielvölkerstaat, ein Land von der Größe Griechenlands, eingequetscht zwischen den Riesen Usbekistan, Afghanistan und Kirgistan. Die Sprache ist dem Persischen verwandt, geschrieben wird auf Kyrillisch. In den Bergen leben fast ausschließlich Kirgisen, gleichwohl tadschikische Staatsbürger. Afghanistan ist kulturell nahe, doch seit hundert Jahren, seit dem „Great Game“, getrennt. Das „Große Spiel“ wurde der Konflikt zwischen Russland und Großbritannien um die Herrschaft in Zentralasien genannt. Die Russen suchten im Süden, am Indischen Ozean, einen ganzjährig eisfreien Hafen, die Briten wollten das verhindern. Wer eurozentristisch geprägt die Frage stellt, was wohl aus Tadschikistan geworden wäre, wenn es nicht hinter dem Eisernen Vorhang verschwunden wäre, bekommt oft die Antwort, man sei froh, dass die Russen das anders entschieden hatten. Tadschikistan war eines der ärmsten Länder der Sowjetunion, Moskau butterte viel Geld in die autonome Sowjetrepublik, kurbelte die Alphabetisierung und die medizinische Versorgung an. Wohl nicht uneigennützig: Der Pamir war reich an Bodenschätzen – und die Grenzen nach Afghanistan und Pakistan mussten gesichert werden.

„Ich mag Russland nicht“, sagt Maina Schwarz. Und eigentlich sei sie Journalistin. Sie habe über die Opposition geschrieben, vor allem über die Islamische Partei. Sie selbst ist keine Muslimin, aber da fand sie gebildete Leute. Doch die Partei wurde verboten, nun könne sie nicht mehr als Journalistin arbeiten. Die junge Frau lebt in der Hauptstadt Duschanbe. Für die Trekkingtour hat sie das Gesichtspiercing rausgenommen. Sängerin in einer Punkrock-Band ist sie nämlich auch. Sie postet Fotos auf Facebook, obwohl Social-Media-Kanäle im Land gesperrt sind. Doch wie alle jungen Menschen hier hat sie sich eine Software heruntergeladen, die den Zugang doch ermöglicht.

Wir erreichen eine Hochebene. Maina und ihre Helfer stellen das Küchenzelt auf, drumherum gruppieren sich die kleinen Zelte. Aus der nahen Jurtensiedlung trauen sich vier kleine Mädchen heran, wohl Schwestern. Sie staunen über den Krempel, den jeder aus seinen Packtaschen holt. In den Jurten der Familien liegt nicht halb so viel herum.

Am Bach steht eine junge Frau, die Haare unter einem Kopftuch, sie holt Wasser. Vier Monate im Jahr leben zehn Familien in der Jurtensiedlung, im Winter sind sie unten im Haupttal, dort ist auch die Schule, es gibt eine Gesundheitsstation. Der halbnomadische Lebensstil und die Bauart der Jurten sind kirgisisch, dabei ist die afghanische Grenze viel näher. Außerhalb der Hauptstadt sehen wir keine Frau ohne Kopftuch. Meistens ist es bunt und im Nacken gebunden, auf die traditionelle, nicht auf die islamische Art.

Männer sind wenige zu sehen, viele von ihnen arbeiten als „gastarbaitery“ in Russland. Die Rede ist von zwei Millionen Tadschiken, auch wenn von offizieller Seite nur von 200.000 gesprochen wird, eine Zahl, die im Land niemand glaubt. Sie arbeiten auf Baustellen und schicken das Geld nach Hause. Laut Weltbank machten 2013 die Auslandsüberweisungen fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts Tadschikistans aus.

Der Präsident Emomali Rahmon ist seit 22 Jahren im Amt und omnipräsent.

Ehen sollen noch immer arrangiert werden. Unterwegs auf der Straße treffen wir eine Hochzeitsgesellschaft. Mit ihrem üppigen weißen Rüschenkleid, eingequetscht auf der Rückbank eines Autos, sitzt eine junge Braut. Sei schaut auf ihre Knie, ihr Kleid. Uns wird erklärt, die Braut müsse traurig gucken, weil sie nun das Haus ihrer Mutter verlässt. Das Brautauto trägt ein deutsches Kennzeichen. Oder zwei, wenn man so will. Vorne GZ für Günzburg, hinten HP für den Landkreis Bergstraße.

Vor einer improvisierten Tankstelle sehen ältere Männer zu. Ich frage, ob ich sie fotografieren dürfe, sie nicken. „Hast du jetzt die Taliban geknipst“, fragt eine Mitreisende, es sollte ein Scherz sein. Es war respektlos. Das Display zeigt: alte Männer mit weißen Bärten in braun-beiges Gewand gehüllt.

Achtam Abdulajew ist der Mann mit der Waage. Bergführer wurde er so: Sein Dorf Depschar liegt in der Nähe der Siebentausender Pik Somoni, früher als Pik Kommunismus bekannt, und Pik Korschenewskaja. „Als ich jung war, kamen immer wieder Russen ins Dorf. 500 in einem Sommer! Sie wollten Bergsteigen, sie suchten Träger, Pferde, Männer mit Ortskenntnis.“ Eine Geschichte wie aus den Schweizer Alpen von vor 200 Jahren. Abdulajew, 42 Jahre alt, schlank, mit großer Frontzahnlücke, immer mit dem weißen, hohen Hut der Kirgisen bekleidet, spricht leise.

Nun sitzt er mit zwei Pferdemännern und einem weiteren Guide an einem reißenden Bach. Ein Erkundungstag, durch metallisch glänzendes, hüfthohes Gras ging es steil hinab ins Flusstal; die Gäste können derweil im See baden, trotz 3000 Metern Höhe ist das Wasser erstaunlich warm. „Im Juni ging es noch“, sagt Abdulajew. Eine stabile Schneebrücke führte über den Bach, nun sind nur noch Reste erhalten.

Viel zu wenig Wanderer kommen nach Tadschikistan, als dass man als Guide davon leben könnte. Abdulajew hat ein paar Tiere und Weideland, und er geht Gold waschen. „Damit habe ich im Bürgerkrieg angefangen.“ Einmal habe er einen Nugget von 214 Gramm gefunden. Am liebsten würde er mit der Bergführerei aufhören, sagt er. „Immer ist es kalt, das Essen und die Bezahlung sind schlecht.“ Aber das Leben im Dorf sei nicht einfach. Ein Pferd koste 2000 Dollar, man brauche es zum Pflügen, zum Reiten, um Kanäle zu bauen. Im Jahr 2000 schwemmte es die Dorfbrücke weg, vorher waren es 15 Kilometer zum nächsten Basar oder zum Arzt, jetzt sind es 50 Kilometer. Eine neue Brücke? Er schüttelt den Kopf. „Das ist 16 Jahre lang nicht passiert, warum jetzt?“

Tadschikistan war eines der ärmsten Länder der Sowjetunion, und noch immer gehen viele junge Menschen ins Ausland, um dort zu arbeiten und mit Geld die Familien zu Hause zu ernähren.

In Russland war Achtam Abdulajew nie. Aber nach Bischkek ist er gefahren, nach Kirgistan. Ein Bruder lebt dort. „Viele tadschikische Kirgisen wandern aus, jedes Jahr“, sagt der stille Mann. „Ich glaube, in zehn Jahren wird kein Kirgise mehr hier leben.“ Sein Hut, der Kalpok, stammt aus Kirgistan. Er setzt ihn praktisch nie ab, und doch bleibt er immer blütenweiß.

Die Gruppe muss einen anderen Weg gehen, über den Fluss kommen wir nicht. Achtam Abdulajew sagt: „Eine Brücke wird es hier nie geben.“ Der Bach sei eine Grenze. Keine offizielle, aber eine zwischen zwei Tälern, zwei Bevölkerungsgruppen. Hier gehe nie jemand hinüber. Wären wir rübergegangen, hätte Abdulajew nicht bis ins Zieldorf mitgehen können. Er habe Ärger mit der Polizei. „Die Dörfer drüben haben auch Pferde, Führer, die wollen uns da nicht.“

Das Haupttal im nördlichen Pamir war im Bürgerkrieg der neunziger Jahre stark umkämpft. Einmal wandern wir an einem Schild vorbei, das vor Minen warnt. An einem anderen Tag sehen wir den weißen Jeep eines Minenräumkommandos. Wir wandern zurück auf die Hochebene. Alles scheint weit und grenzenlos.

Einer der Pferdemänner ist auf eine Hügelkuppe vorausgeritten. Nun steht er da, als Silhouette. Als würde er Weidegründe suchen für den Treck, der ihm folgt. Er hält etwas in die Höhe. Sein Mobiltelefon. Er sucht nach Empfang.

Die Landschaft betört uns. Nachdem wir die Hochebene erreicht haben, geht es immer auf 3000 Metern drüber und drunter entlang. Wir gehen vorbei an wilden rosa Wicken und gelber Schafgarbe. Wolken von Wermutduft steigen auf. Ein Steinadler zieht seine Kreise. Riesenmurmeltiere verpfeifen uns. Wir fühlen uns abenteuerlich, weil niemand hier ist. Der Guide sagt, die schönsten Plätze fänden sich an den schlimmsten Orten, ohne Straßen, ohne Infrastruktur. Nun ja, entgegnen wir, mit mehr Straßen wäre es nicht mehr so schön einsam. Der Guide sagt, „aber die Menschen brauchen Straßen, nicht nur die Touristen“. Beschämt stimmen wir zu.

Wir schlagen das Lager an Seen auf, wir wundern uns, woher die modernen Trekkingzelte stammen. „Also meines ist vom Second-Hand-Markt in Duschanbe“, antwortet ein Guide, alles so günstig! Wieso gibt es einen Markt für Trekkingmaterial, obwohl hier niemand wandert? Der Guide lacht bitter: „Die Zelte stammen aus Afghanistan, aus Hilfslieferungen.“

Unser Bergführer hat keine Karte dabei, keiner hat ein GPS, und keiner hat sich die russischen Militärkarten besorgt. Wir bitten Achtam Abdulajew, uns auf einer Straßenkarte ungefähr den Weg der nächsten Tage zu zeigen. Es gelingt ihm nicht. Abdulajew wandert mit einer Karte im Kopf. Er verläuft sich nie, er weiß immer genau, wo er sich befindet, aber er kann keine Entfernungen angeben, hat keinen Kompass, er kennt die Höhenmeter unserer Wandertage nicht.

Es ist ja im Grunde auch egal, in welchem Seitental wir unterwegs sind. Das ist nun mal das Konzept einer Trekkingreise: Man fliegt in ein fernes Land, fährt mit einem Auto weiter in die Wildnis, und dann schläft man zehn Tage irgendwo im Zelt. Sind wir um einen der namenlosen Fünftausender herumgewandert, oder war es doch der Pik Agasis, und wenn ja, wem kann man es erzählen? Tadschikistan ist ein Land für Vieltrekker. Abendliche Gespräche gehen so: „2008 war ich am Kibo und 2009 in Kamtschatka. Nee, Moment: in Patagonien, und 2010 in Georgien.“

Wir schlafen an zwei Seen, die, so wird uns gesagt, Jesikul heißen: grüner See. Maina geht im Bikini schwimmen. Die Pferdemänner sitzen auf einem kleinen Hügel und sehen zu.

Wir kommen in eine Jurtensiedlung, eine Kuhherde fläzt mittendrin, die Jurten sind mit Plastikplanen abgedeckt, malerisch sieht das alles nicht aus. Ein Auto steht da auch, ein runtergerittener Golf. Drei Frauen kommen näher, winken, eine schlägt eine Handtrommel. Ein Mann, Mitte 50, läuft freudestrahlend auf uns zu. Er habe uns vor drei Tagen gesehen, da sei er mit diesem alten russischen Laster im Tal entlanggefahren, wir hätten doch gewunken. Er möchte uns zum Tee einladen. Alle Europäer schlüpfen in die Jurte, reihen sich rundum auf bunten Teppichen auf. Als Gemeindehirten hüteten sie hier im Sommer das Vieh ihres Dorfes, erzählt er. Pro Tier, egal ob Ziege oder Kuh, gibt es drei Somoni am Tag, etwa 30 Eurocent.

F.A.Z.-Karte lev.

Hausherr Mahmudor Hamro, 40 Jahre, zerteilt die Brote, reicht Tee, Sauermilch, Joghurt. Die Frauen stehen draußen. Hamro ist zudem Lehrer für Biologie und Chemie, und der Lkw-Fahrer Batir, 55 Jahre alt, zugleich Agraringenieur. Sie haben noch einen Ingenieur hier oben, der hat ein kleines Hydrokraftwerk gebaut. Und so schleppen sie jetzt Lautsprecherboxen an. Die Authentizität suchenden Reisenden stöhnen, ob es keine traditionelle Live-Musik gebe? Aber schon scheppern die Boxen los. Junge, Alte, Männer, Frauen, alle freuen sich, alle raus, vor die Jurte. Ungestümes Tanzen beginnt, eine unverhoffte Party am Nachmittag. Authentischer geht es nicht.

Batirs Frau ist Krankenschwester, und unten im Tal gebe es eine Gesundheitsstation. Traditionelle Medizin? Nee, nee, nee. Seit der Sowjetzeit habe es eine gute Ausbildung in Medizin gegeben, „statt Kräuter zu suchen, fahren wir lieber in die Apotheke“, sagt Batir. Hier oben in Cran Aylog, was schlicht Hochalm heißt, leben 35 Leute drei Monate lang. Die Frauen backen Brot, kümmern sich um die Milchprodukte, kochen stundenlang die traditionellen Joghurtkugeln „Churt“, eine salzige Knabberei. Die Männer bauen die Jurten auf, betreiben Handel, kümmern sich ums Vieh.

Batir hat zehn Kinder, sieben sind verheiratet, sagt er stolz. Was wünschen sie sich für die Zukunft, für ihre Kinder? Batir sagt: „Ich habe viele Geschwister, sie sind alle Ärzte, Ingenieure, das kommt noch aus der Sowjetzeit. So eine gute Ausbildung wünschen wir uns für unsere Kinder.“

Beim Verlassen des Dorfes kommt eine ältere Frau zu mir. Ob ich Fotos von ihr gemacht habe? Als ich ja sage, schenkt sie mir eine Flasche Joghurt. Und bedankt sich.

Der Weg nach Tadschikistan

Anreise: Der Anbieter Weltweitwandern hat eine 18-tägige Reise mit zehn Trekkingtagen im Programm, Preis: rund 2500 Euro inklusive Flug ab Deutschland. www.weltweitwandern.at

Einreise: Deutsche brauchen ein Visum, es ist unkompliziert online zu bestellen unter: www.evisa.tj/index.evisa.html.

Beste Reisezeit: für eine Trekkingtour wie hier beschrieben ist Juli bis September.

Sicherheit: Mehr Informationen unter www.auswaertiges-amt.de

Literatur: Sonja Bill, Dagmar Schreiber: „Tadschikistan“. Ein umfassend und gut recherchierter Reiseführer. Trescher-Verlag, 2. Auflage 2016, 19,95 Euro

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Quelle: F.A.Z.

Veröffentlicht: 29.11.2016 15:13 Uhr