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Vietnam Die Jüngeren sind optimistisch und zukunftsorientiert

13.02.2001 ·  Das durch den Bürgerkrieg verwüstete Land leidet noch immer an der zerstörten Infrastruktur. Dem Mangel zum Trotz will eine selbstbewußte Jugend an westlicher Sorglosigkeit - und dem Wohlstand - teilhaben.

Von Lutz Kaulfuß und Dominik Peter
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Wer an Vietnam denkt, dem fallen Krieg, Zerstörung, Leid und kommunistische Mißwirtschaft ein. Doch 25 Jahre nach der offiziellen Wiedervereinigung durchlebt das Land einen dramatischen Wandel. Dank Privatisierung der Anbauflächen ist Vietnam zum zweitgrößten asiatischen Reisexporteur aufgestiegen. Die neuen wirtschaftlichen Freiheiten locken ausländische Investitionen ungeahnter Höhe in die Wirtschaftskapitale Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt). Der Boom im Reisfeld und in der Megacity kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch an allen Ecken und Enden Mangel herrscht.

Einst von 25 Millionen Bombentrichtern durchsiebt, verfügt Vietnam bis heute über keine ausreichende Infrastruktur. Telefonanschlüsse auf dem Land sind Mangelware, ganze Regionen sind von Straßen- und Eisenbahnnetzen abgeschnitten. Obwohl das Schienennetz 2500 Kilometer lang ist, können die Züge meist nur im Schneckentempo bummeln. Doch wen wundert's, fehlt es doch an Know How und Kapital. Straßen werden noch heute mit Spitzhacke und Schaufel erbaut.

Blick nach vorn, kein Blick zurück

Davon läßt sich die heutige Jugend nicht beeindrucken. Jeder will am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben. Man versucht sein Glück in den Großstädten und macht sich in Saigon, Da Nang oder Hanoi selbständig. So wie Thien, der seinen Lebensunterhalt als Tourguide und Dolmetscher verdient. Natürlich nur gegen Barzahlung, in Dollar statt Dong - versteht sich. Der ehemalige Berufssoldat ist über die derzeitige Situation nicht unglücklich. Er verdient genug, um seine Familie, aber auch einen ehemaligen Kameraden, der bei einer Landminenexplosion beide Beine verlor, zu versorgen. Fragen über Krieg und Politik bügelt er ab: "Wir sollten in die Zukunft blicken, von der Vergangenheit können wir schlecht leben."

So sieht es auch die breite Masse der vietnamesischen Jugend, die auf zukünftigen Wohlstand durch energische Eigeninitiative hofft. Sie orientiert sich nicht nur im Geschäftsleben am westlichen Vorbild. Das nächtliche Treiben in den Großstädten boomt, die Amüsierbetriebe sind brechend voll. Überall schießen Karaoke-Bars, Clubs und Discotheken wie Pilze aus dem Boden. Westliche Musik beschallt eine neue vietnamesische Spaßgeneration. Allen voran Saigon, das seinem einst so anrüchigen Ruf scheinbar wieder gerecht werden will. Und mitten drin im asiatischen Rummel: Amerikanische Touristen und Geschäftsleute - als sei nichts gewesen.

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