Zwei Monate nach dem Unfall im Fréjus-Tunnel ist die wichtige Alpenverbindung zwischen Frankreich und Italien am Donnerstag wieder für den Verkehr freigegeben worden.
Aus Sicherheitsgründen dürfen Lastwagen das 12,8 Kilometer lange Bauwerk zunächst in nur einer Richtung gleichzeitig durchfahren. Diese wird stündlich gewechselt. Gefahrguttransporten bleibt die Durchfahrt vorerst verboten.
Bei dem Unfall am 4. Juni waren zwei Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Ein mit Reifen beladener Lastwagen geriet in Brand, nachdem er Diesel verloren hatte. Die Flammen erfaßten fünf weitere Fahrzeuge. Normalerweise nutzen jeden Tag rund 3800 Lastwagen den Fréjus-Tunnel, der neben dem Montblanc-Tunnel eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Norditalien und Frankreich ist.
Bürgermeister kritisiert Eröffnung
Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verbessert, heißt es. Zwei Feuerwehrwagen sind ständig in dem Tunnel unterwegs, der - entgegen den Sicherheitsempfehlungen für Tunnel - nur eine Röhre hat. Zudem soll bis spätestens September ein System zur automatischen Feuererkennung einsatzbereit sein. Dann dürfen auch Lastwagen mit Gefahrgütern das Bauwerk wieder benutzen, das alterniernde Verfahren für normale Lastwagen soll Ende des Monats auslaufen.
Der Bürgermeister der französischen Stadt Modane, Claude Vallet, kritisierte die Öffnung des Tunnels als zu früh. Die Sicherheit in der Röhre habe sich nicht wesentlich gebessert. Seit drei Jahren fordere er, einen Rettungsgang anzulegen, doch es tue sich nichts. „Es hat Unfälle gegeben, und es wird weitere geben“, mahnte Vallet bei der Ankündigung der Wiedereröffnung Anfang der Woche.